Cesvaine

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cesvaine (dt.: Seßwegen)
Wappen von Cesvaine
Cesvaine (Lettland)
Red pog.svg
Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Livland (lettisch: Vidzeme)
Verwaltungsbezirk: Cesvaines novads
Koordinaten: 56° 58′ N, 26° 18′ O56.96611111111126.305Koordinaten: 56° 57′ 58″ N, 26° 18′ 18″ O
Einwohner: 1.827
Fläche: 5,1 km²
Bevölkerungsdichte: 358,24 Einwohner je km²
Höhe:
Stadtrecht: seit 1991
Webseite: www.cesvaine.lv
Postleitzahl:
ISO-Code:

Cesvaine (deutsch: Seßwegen) ist eine Stadt im östlichen Lettland und Zentrum des gleichnamigen Verwaltungsbezirks.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Schloss Cesvaine

1209 kam der Ort Seßwegen in den Besitz des Bischofs von Livland. Anstelle der hölzernen lettgallischen Befestigung wurde bis 1240 eine gemauerte Burg errichtet um die sich eine Ansiedlung bildete. 1577 wurde die Burg vom Zar Iwan dem Schrecklichen zerstört und die Besatzung wegen ihres langen Widerstandes getötet. 1582 kam die Region dann unter die Herrschaft von Polen-Litauen. 1656 im 2. Nordischen Krieg wurde die Burg erneut von Russischen Truppen eingenommen und zerstört.

Erst nach 1850 begann sich erneut eine Ortschaft zu bilden. Unter dem Baron Wulf setzte ein Aufschwung ein. 1879 entstand eine Kirche im neugotischen Stil. Von 1890 bis 1897 wurde das Schloss Seßwegen[1], neben der Burgruine nach Entwürfen der Berliner Architekten Hans Grisebach und August Dinklage errichtet.

Im Zweiten Weltkrieg verlief die Frontlinie 1944 längere Zeit durch dieses Gebiet. Cesvaine war dabei Stützpunkt einer lettischen SS-Division.

1991 erhielt Cesvaine das Stadtrecht. 2002 brannte das Schloss teilweise ab. Durch öffentliche Gelder sowie Spenden erfolgten Wiederaufbauarbeiten, die fast abgeschlossen sind (2010).

Ein berühmter Sohn der Stadt ist der Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz (1751–1792).

Cesvaines novads[Bearbeiten]

2009 wurde die Stadt mit der umliegenden Gemeinde zum Cesvaines novads zusammengefasst. Im Jahr 2010 lebten 3114 Einwohner auf einem Gebiet von 190,5 km². Das Gebiet ist waldreich mit vielen Seen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hrsg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, ISBN 3-412-06889-6, S. #.
  • Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas Pagasti, Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 2002, ISBN 9984-00-436-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schloss Seßwegen in der französischen Wikipedia, abgerufen am 4. September 2010