Ceuta

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Ciudad Autónoma de Ceuta (kast.)
 
Ceuta
Flagge
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Wappen
Wappen
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Über dieses Bild
Basisdaten
Land: Spanien
Verwaltungssitz: Ceuta
Fläche: 18,5 km²
Einwohner: 84.180 (1. Januar 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 4.550,3 Einw./km²
Ausdehnung: Nord–Süd: ca. 5 km
West–Ost: ca. 8 km
ISO 3166-2: ES-CE
Website: www.ceuta.es
Politik und Verwaltung
Amtssprache: Spanisch
Autonomie seit: 14. März 1995
Präsident: Juan Jesús Vivas (PP)
Vertretung in den
Cortes Generales:
Kongress: 1 Sitze
Senat: 2 Sitze
Gliederung:
Karte
Karte
Straße von Gibraltar, Darstellung der NASA (Blickrichtung Osten); rechts im Hintergrund: Ceuta
Halbinsel und Hafen (Blickrichtung Osten)

Ceuta (arabisch ‏سبتة‎, DMG Sabta) ist eine spanische Stadt an der nordafrikanischen Küste und der Straße von Gibraltar mit etwa 84.180 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013).

Ceuta war seit dem 15. Jahrhundert zunächst in portugiesischem und später in spanischem Besitz; auch nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 blieben Ceuta und das ebenfalls in Nordafrika gelegene Melilla spanisch. Von marokkanischer Seite wird der Gebietsanspruch auf die beiden Städte grundsätzlich betont, konkrete Schritte zu dessen Durchsetzung werden aber nicht unternommen. Seit 1995 verfügen Ceuta und Melilla über den Status einer „autonomen Stadt“ (ciudad autónoma), der ihnen einige der Befugnisse der autonomen Gemeinschaften verleiht. Ceuta ist integraler Bestandteil des spanischen Staates, der Europäischen Union und der NATO, verfügt aber über einige Sonderrechte. Insbesondere gehört es gemäß Artikel 3 Absatz 1 Zollkodex nicht zum Zollgebiet der Europäischen Union.

Als Exklave Spaniens auf dem afrikanischen Kontinent ist Ceuta ein begehrtes Ziel illegaler Einwanderung durch Menschen, die sich eine Weiterreise nach Europa erhoffen. In den vergangenen Jahren wurde deshalb von den spanischen und marokkanischen Behörden die Befestigung und Überwachung der Grenze massiv verstärkt.

Das historische Zentrum von Ceuta wurde als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico anerkannt.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name der Stadt leitet sich von der römischen Lehnübersetzung ab: Aus der römischen Bezeichnung Septem Fratres (Sieben Brüder) entstand die Kurzform Septem → Septa → arab. Sabta[2]Ceuta. Die Substituierung des Lautes /b/ in der arabischen Namensform durch den Laut /u/ in der portugiesischen und spanischen (und damit internationalisierten) Namensform ergibt sich aus der häufigen Verwechslung der Grapheme „u/v“ und „b“ in den iberoromanischen Sprachen.[3]

Lage[Bearbeiten]

Die 18,5 Quadratkilometer große spanische Exklave Ceuta liegt auf der Spitze einer Halbinsel der westlichen Mittelmeerküste Marokkos. Das Gebiet ist durch eine Landgrenze mit Marokko verbunden und etwa 21 Kilometer von der Iberischen Halbinsel entfernt. Die Fährverbindung nach Algeciras dauert ca. eine Stunde. Die nächstgrößere Stadt auf marokkanischem Boden ist das etwa 40 Kilometer südlich gelegene Tétouan.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2011
Einwohner 73.182 67.187 70.864 73.208 75.694 82.376

Bei der ersten Volkszählung im Jahre 1877 hatte Ceuta nur etwa 10.500 Einwohner; der große Anstieg der Bevölkerung erfolgte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (1910 ca. 24.000; 1940 ca. 59.000).

Religion[Bearbeiten]

Etwa 76 % der Einwohner Ceutas sind Christen (davon 59 % Katholiken) und 6 % Muslime. Der Rest verteilt sich auf andere Glaubensrichtungen (7 %) sowie auf Agnostiker und Atheisten (11 %).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die wichtigsten Wirtschaftszweige Ceutas im Primärsektor sind die Fischzucht in Aquakulturen und die Fischverarbeitung – Landwirtschaft gibt es auf dem Gebiet der Exklave nicht. In der Vergangenheit spielte auch der Bausektor eine bedeutende Rolle, doch seit etlichen Jahren stagniert das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und damit auch die Bauindustrie. Vom Freihafen aus werden vor allem in der Umgebung von Tétouan weiterverarbeitete Nordseekrabben sowie Fisch und Obst exportiert. Der grenzüberschreitende Handel sowie finanzielle Transfers vom spanischen Festland oder der restlichen EU sind weitere wirtschaftliche Stützen der Stadt. Das einzige gesetzliche Zahlungsmittel ist der Euro, doch werden in vielen Geschäften auch marokkanische Dirhams sowie Britische Pfund, US-Dollar u. ä. angenommen.

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Ceuta einen Index von 97 (EU-27:100) (2006).[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte der Stadt begann mit den Griechen – phönizische Spuren wurden bislang nicht entdeckt. Es ist aber nicht gesichert, ob an der Stelle des heutigen Ceuta dauerhafte Siedlungen existierten. Die Griechen nannten den Ort Επτά Αδέλφια (Heptá Adélphia = „Sieben Brüder“), was sich auf sieben Berge der Umgebung bezieht. Im Jahr 319 v. Chr. übernahmen die Karthager die Stadt, nach dem Zweiten Punischen Krieg wurde Ceuta als Septem Fratres römisch, und die Einwohner erhielten das römische Bürgerrecht.

Ceutas strategische und wirtschaftliche Bedeutung wuchs, und die Stadt wurde – neben dem konkurrierenden Tingis (= Tanger) – zur bedeutendsten der römischen Provinz Mauretania Tingitana. Im Jahre 429 eroberten die Vandalen die Stadt, 534 fiel sie an das Byzantinische Reich als Nachfolger des Römischen Reiches, um 616 von den Westgoten erobert zu werden. Im Jahr 709 nahmen schließlich die Araber und die mit ihnen verbündeten Berberstämme die Stadt ein – zwei Jahre, bevor sie auf die Iberische Halbinsel gelangten um diese für Jahrhunderte zu besetzen. In der Folgezeit unterstand Ceuta den spanischen Umayyaden sowie den berberischen Almoraviden, Almohaden und Meriniden (kurzzeitig auch den tunesischen Hafsiden).

  • Portugal (1415–1580 bzw. 1668)
Am 21. August 1415[5] eroberten die Truppen von König Johann I. in einer großangelegten Militäraktion die für Portugals Ambitionen, den Seeweg nach Indien zu finden, strategisch eher unbedeutende Stadt im Rahmen der Reconquista. Durch Erbfolge fiel sie zusammen mit dem Mutterland nach dem Tod des jungen portugiesischen Königs Sebastian I. in der Schlacht von Alcácer-Quibir (1578) im Jahre 1580 an die spanische Krone (Personalunion). Portugal erklärte sich im Jahre 1640 wieder für unabhängig, was nach heftigem Streit auf politischer Ebene und nach zwei militärischen Niederlagen Spaniens im Frieden von Lissabon (1668) von spanischer Seite anerkannt wurde.
  • Spanien (1580 bzw. 1668–heute)
Im Jahr 1668 wurde Ceuta und die Isla Perejil als Ergebnis des Restaurationskrieges im Friedensvertrag von Lissabon von Portugal an Spanien abgetreten; das Stadtwappen Ceutas blieb jedoch bis auf den heutigen Tag identisch mit dem Staatswappen Portugals. Die heutigen Grenzen wurden 1860 nach dem Spanisch-Marokkanischen Krieg im Friedensvertrag von Tétouan festgelegt. Daher wurde Ceuta 1912 auch nicht Teil des spanischen Protektorats in Marokko sondern blieb als Plaza de soberanía direkt der spanischen Regierung unterstellt. Da die Stadt nicht Teil des Protektorats war, blieb sie auch nach der marokkanischen Unabhängigkeit (1956) Teil von Spanien. Ceuta ist seit 1995 eine „autonome Stadt“ (Ciudad autónoma) und genießt ähnliche Rechte wie die autonomen Gemeinschaften des Mutterlandes. Letzteres gilt auch für Melilla.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten von hohem Rang besitzt Ceuta nicht; gleichwohl ist es die Vielzahl der Bauten von historischem oder ästhetischem Interesse, die den Reiz von Ceuta ausmachen:

militärische Bauten
Fuerte de Aranguren
Fuerte de Ányera
  • Ältestes Zeugnis dieser Art ist die im Westen der Stadt gelegene merinidische Stadtmauer aus dem 13./14. Jahrhundert. Sie ist in der für Marokko typischen Stampflehmbauweise errichtet, die zwar Gewehrkugeln standhält, aber bei einem Beschuss mit schwerer Artillerie keine Sicherheit mehr bietet.
  • Nach der Eroberung der Halbinsel durch die Portugiesen wurden sicherlich auch Befestigungsanlagen errichtet, doch ist von diesen nichts erhalten. Der Foso de San Felipe stammt aus dem 16. Jahrhundert, seine beiden geböschten Endbastionen (baluartes) wurden im 17. Jahrhundert ergänzt. Neben den Befestigungswerken auf der Insel Malta gehört der seitlich durch hohe Mauern gesicherte Graben zu den mächtigsten europäischen Militäranlagen des gesamten Mittelmeerraumes.
  • Im 17. Jahrhundert wurden überall auf der Halbinsel kleinere Forts errichtet. Die Fuerte de Aranguren entstammt dieser Zeit und befindet sich auf einem Hügel westlich der Stadt.
  • Ein ähnlicher Bau, die Fuerte de Ányera, befindet sich in der zerklüfteten Berglandschaft des Monte Hacho.
  • Die gesamte Spitze der Halbinsel mit dem Monte Hacho an ihrer höchsten Stelle ist durch eine Reihe von kleineren Forts gesichert. Die ehemalige Festung El Desnarigado ist mit Kanonen gegen Angriffe von der Seeseite gesichert. Heute befindet sich hier ein durchaus sehenswertes Militärmuseum.
religiöse Bauten
Kathedrale und Strand
  • Die Kathedrale Santa María de la Asunción wurde bereits im 15. Jahrhundert auf den Fundamenten einer Moschee gegründet, in der Folgezeit jedoch immer wieder erweitert und umgebaut. Ihr heutiges Aussehen entspricht im Wesentlichen dem halb barocken, halb neoklassischen Zeitgeschmack des 17. und 18. Jahrhunderts; die letzten Veränderungen des dreischiffigen Innenraumes erfolgten in den Jahren 1954/5. Seit dem Jahr 1851 Bischofssitz, bildet sie ein gemeinschaftliches Bistum mit der spanischen Stadt Cádiz.
  • Die Kirche Santa María de África ist möglicherweise älter als die Kathedrale; die letzten Umbauten erfolgten jedoch erst im 18. Jahrhundert. Sie beherbergt eine Marienfigur der Nuestra Señora de África, die als Schutzpatronin der Stadt verehrt wird.
  • Die Moschee Muley el Mehdi entstand in der Mitte des 20. Jahrhunderts und orientiert sich mit ihrem quadratischen Minarett an den almohadischen Moscheebauten Marokkos (vgl. Koutoubia-Moschee).
zivile Bauten
Baños Arabes
  • Die aus dem 12./13. Jahrhundert stammenden fensterlosen arabischen Bäder (baños arabes) werden ausschließlich durch – manchmal sternförmige – Oberlichter erhellt. Das für den Betrieb des Hamam notwendige Wasser wurde in Zisternen (aljibes) mit einem Fassungsvermögen von mehreren hundert Kubikmetern aufgefangen. Wie schon die römischen Thermenanlagen, so gehörten auch die islamischen Badehäuser zu den wenigen Gewölbebauten der jeweiligen Architekturtradition. Die Anlage wurde in christlicher Zeit überbaut und erst in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder freigelegt.
  • Das im neogotischen Stil errichtete Monumento de los Heroes de África erinnert an die auf spanischer Seite gefallenen Soldaten während des Spanisch-Marokkanischen Krieges (1859–1860).
  • Ceuta hat mehrere recht originelle Wohnbauten – hier sind vor allem die Casa de los Dragones oder das erst zu Beginn des neuen Jahrtausends entstandene Gebäude Pret a Porter zu nennen.
Parkanlagen
  • In den üppigen Grünanlagen des in den 1940er und 1950er Jahren gestalteten Parque de San Amaro fühlen sich auch Berberaffen wohl.
  • Der in den 1990er Jahren nach Entwürfen des Architekten César Manrique gestaltete Parque Marítimo del Mediterráneo entfaltet seine Schönheit vor allem in den Abendstunden.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Ceuta – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Ceuta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Im Arabischen gibt es kein /p/, weshalb dieses durch /b/ substituiert wird.
  3. Zur Umlautung /a/ → /e/ siehe unter Imāla in Arabische Dialekte.
  4. http://www.ine.es/prensa/np488.pdf Instituto Nacional de Estadistica
  5. F.A. Brockhaus Verlag Leipzig: Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände, 11. Auflage, Band 4, Seite 291. Leipzig 1865, abgefragt am 20. August 2011

35.886666666667-5.3Koordinaten: 35° 53′ N, 5° 18′ W