Cewice

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Cewice
Wappen der Gmina Cewice
Cewice (Polen)
Cewice
Cewice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Lębork
Gmina: Cewice
Geographische Lage: 54° 26′ N, 17° 44′ O54.43638888888917.735277777778Koordinaten: 54° 26′ 11″ N, 17° 44′ 7″ O
Einwohner: 1687
Postleitzahl: 84-312
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GLE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 212: KamionkaUnichowo ↔ Osowo Lęborskie
DW 214: Łeba ↔ Warlubie
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 25 Ortschaften
11 Schulzenämter
Fläche: 187,86 km²
Einwohner: 7356
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 39 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2208032
Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindevorsteher: Jerzy Pernal
Adresse: ul. Witosa 16
84-312 Cewice
Webpräsenz: www.cewice.pl

Cewice (deutsch Zewitz, kaschubisch Céwice) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Pommern und gehört zum Powiat Lęborski (Kreis Lauenburg in Pommern).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Cewice liegt in Hinterpommern, etwa 12 Kilometer südlich der Kreisstadt Lębork.

Geschichte[Bearbeiten]

Zewitz südlich von Lauenburg i. Pom. (rechte Bildhälfte, durch Anklicken vergrößerbar) auf einer Landkarte von 1910.
Luftaufnahme von Zewitz

In älterer Zeit war die Ortschaft Lehensbesitz adliger Familien. Um 1784 gab es in Zewitz zwei Vorwerke, sieben Bauern, sieben Kossäten, zwei Gastwirtschaften, von denen die eine Heidekrug genannt wurde und an der Poststraße StolpLauenburg i. Pom. lag, einen Schulmeister, auf der Feldmark das am Fluss Buckowin gelegene Vorwerk Bohr und insgesamt 17 Haushaltungen.[2] Besitzer der beiden Zewitzer Güter waren seinerzeit die Gattin des Kammerherrn Joachim August von Wobeser, Maria Henrietta von Wobeser, geborene von Weiher, und die Witwe Carolina Ludovica von Deminski, geborene von Schachmann. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Familien Grell und Pirch in Zewitz ansässig.[3]

Im Jahre 1910 zählte das Dorf (Gemeinde und Gutsbezirk) 574 Einwohner. Die Zahl stieg bis 1933 auf 731 und betrug 1939 noch 713. Eingegliedert waren die Ortschaften bzw. Wohnplätze: Annenhof, Bahnhof Zewitz, Heidekrug, Leßnickhof und Zewitzer Boor.

Bis zum Jahre 1945 gehörte Zewitz zum Landkreis Lauenburg i. Pom. im Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern. Es bildete einen eigenen Amtsbezirk, gehörte standesamtlich jedoch zu Labuhn (heute polnisch: Łebunia). Die 20,5 km² große Gemeindefläche beherbergte insgesamt fünf Wohnorte:[4]

  • Bahnhof Zewitz
  • Heidekrug
  • Leßnickhof
  • Zewitz
  • Zewitzer Boor

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Zewitz Anfang März 1945 von der Sowjetarmee besetzt und anschließend zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Zewitz wurde in Cewice umbenannt.

Das Dorf gehört heute zum Powiat Lęborski in der polnischen Woiwodschaft Pommern (bis 1998 Woiwodschaft Słupsk). Der Ort ist Teil und Amtssitz der Gmina Cewice. Heute wohnen hier 1.687 Menschen.

Kirche[Bearbeiten]

Vor 1945 war der größte Teil der Bevölkerung von Zewitz evangelischer Konfession. Während die wenigen katholischen Einwohner die Kirche in Lauenburg (heute polnisch: Lębork) besuchten, war für die evangelischen Labuhn (Łebunia) der Kirchort. Zu seinem Kirchspiel gehörten auch Groß Massow (Maszewo Lęborskie), Occalitz (Okalice), Poppow (Popowo) und Werder (Zakrzewo). Es gehörte zum Kirchenkreis Lauenburg im Ostsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union. Im Jahre 1940 zählte das Kirchspiel Labuhn insgesamt 2.100 Gemeindeglieder.

Seit 1945 ist die Einwohnerschaft von Cewice fast ausnahmslos katholischer Konfession. Pfarrsitz ist weiterhin Łebunia, das jetzt zum DekanatSierakowice (Sierakowitz) im Bistum Pelplin der Katholischen Kirche in Polen gehört. Hier lebende evangelische Kirchenglieder sind dem Pfarramt der Kreuzkirche in Słupsk (Stolp) in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet.

Gmina Cewice[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Cewice liegt im Süden des Powiat Lęborski. Sie umfasst eine Fläche von 187,86 km² bei einer Zahl von 7.000 Einwohnern.

Durch das südliche Gemeindegebiet fließt die Bukowina (Buckowin), die vier Kilometer hinter der Gemeindegrenze in die Łupawa (Lupow) mündet.

Die südöstliche Gemeindegrenze ist von 1919 bis 1939 die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Polen (Polnischer Korridor) gewesen, und vormals trennte sie die preußischen Provinzen Westpreußen und Pommern.

Nachbargemeinden von Cewice sind: Czarna Dąbrówka (Schwarz Damerow), Lębork (Lauenburg), Linia (Linde), Łęczyce (Lanz), Nowa Wieś Lęborska (Neuendorf), Potęgowo (Pottangow) und Sierakowice (Sierakowitz).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gmina Cewice gehören 25 Ortschaften, die 11 Ortsteilen („Schulzenämtern“) zugeordnet sind:

  • Ortsteile:

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Durch das Gebiet der Gmina Cewice führen zwei Woiwodschaftsstraßen:

Das übrige Gemeindegebiet ist durch Nebenstraßen und Landwege miteinander „vernetzt“.

Schienen[Bearbeiten]

Über einen eigenen Bahnanschluss verfügt die Gmina Cewice seit 1975 (Personenverkehr) bzw. 2004 (Güterverkehr) nicht mehr. Im Jahre 1902 hatte die Preußische Staatsbahn die Bahnstrecke Lauenburg–Bütow (– Rummelsburg) errichtet. Sie führte mit den Bahnstationen Osowo Lęborskie (Wussow), Maszewo Lęborskie (Groß Massow), Cewice (Zewitz) und Oskowo (Wutzkow) durch das Gemeindegebiet. Der Bahnverkehr wurde nach 1945 von der Polnischen Staatsbahn weiterbetrieben und von Cewice noch ein Anschlussgleis zum Flugplatz Siemirowce (Schimmerwitz) gelegt. Aus Rentabilitätsgründen wurde die Strecke stillgelegt.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 10. Juli 2014.
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1085, Nr. 109.
  3. Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues preußisches Adels-Lexicon. Band 2, Leipzig 1838, S. 24.
  4. Punthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Zewitz im ehemaligen Kreis Solp in Pommern (2011)