Châlons-en-Champagne

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Châlons-en-Champagne
Wappen von Châlons-en-Champagne
Châlons-en-Champagne (Frankreich)
Châlons-en-Champagne
Region Champagne-Ardenne
Département Marne (Präfektur)
Arrondissement Châlons-en-Champagne
Kanton Chef-lieu von 4 Kantonen
Gemeindeverband Agglomération de Châlons-en-Champagne.
Koordinaten 48° 57′ N, 4° 22′ O48.9566666666674.364444444444483Koordinaten: 48° 57′ N, 4° 22′ O
Höhe 79–153 m
Fläche 26,05 km²
Einwohner 45.153 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 1.733 Einw./km²
Postleitzahl 51000
INSEE-Code
Website http://www.chalons-en-champagne.net

Notre-Dame-en-Vaux in Châlons-en-Champagne

Châlons-en-Champagne (bis 1997 Châlons-sur-Marne) ist eine Stadt mit 45.153 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Nordosten Frankreichs in der historischen Landschaft Champagne. Es ist die Hauptstadt der Region Champagne-Ardenne und des Départements Marne.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Triumphbogen erinnert an die Durchreise Marie Antoinettes von Wien nach Paris auf dem Weg zu ihrer Hochzeit mit Ludwig XVI.

Im Jahre 451 fand bei Châlons-en-Champagne möglicherweise die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gegen Attila statt (zur Römerzeit hieß die Stadt Catalauni). Die Stadt wurde im Mittelalter von Bischöfen verwaltet, was ihr zahlreiche Sakralbauten bescherte, u. a. die Kathedrale Saint-Etienne, Notre-Dame-en-Vaux und Saint-Jean. Die geistliche Herrschaft schränkte jedoch das Bürgertum und damit die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt ein. Dies führte dazu, dass die Agrarindustrie bis heute wichtigster Wirtschaftszweig ist.

Am 20. Juni 1791 passierte die Familie Ludwigs XVI. auf ihrer Flucht nach Varennes die Poststation von Châlons.

Im August 1870 sammelte sich die französische Armee unter Mac-Mahon in einer Stärke von 130.000 Mann nach ihrem Rückzug aus dem Elsass in Châlons, wo Napoleon III am 16. August zu ihr stieß. Die daher so genannte Armee von Châlons sollte von hier aus Marschall Bazaine in Metz entsetzen, musste aber vor den Preußen nordwärts ausweichen – erst nach Reims, später nach Beaumont und schließlich in die Niederlage der Schlacht von Sedan. Während des Ersten Weltkriegs erreichten am 4. September 1914 deutsche Truppen von Norden kommend die Stadt und konnten ohne größeren Widerstand einrücken. Die französische Garnison zog sich eilig unter Zurücklassung von Ausrüstung zurück.[1]

Bis 1997 hieß die Stadt Châlons-sur-Marne.

Schulen[Bearbeiten]

  • Seit 1806 gibt es eine Kunst- und Handwerkshochschule (Ecole des Arts et Métiers).
  • College St. Etienne, bischöfliche Schule, Partnerschule des Johannes-Gymnasium Lahnstein und des Wilhelm-Hofmann-Gymnasiums in St.Goarshausen.[2]
  • Nationales Zentrum für Zirkuskunst (Centre national des arts du cirque, kurz CNAC), gegründet 1986

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Notre-Dame-en-Vaux

Die Stadt ist mit dem Regionalen Naturpark Montagne de Reims als Zugangsort assoziiert.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Nicolas Appert

In Châlons verstarben der französische Bischof Wilhelm von Champeaux (* um 1070–1121), die Kronprinzessin Margarethe von Schottland (1424–1445), der französische General Alfred Chanzy (1823–1883), der luxemburgische Unternehmer Emil Mayrisch (1862–1928) und der italienische Clown und Artist Francesco Caroli (1922–2004).

Der Komponist Pierre Menault (1642–1694) war als Kapellmeister, der französische Politiker Pierre Louis Prieur (1756–1827) als Anwalt in der Stadt tätig.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Bahnhof Châlons-en-Champagne

Châlons-en-Champagne liegt an der Bahnlinie Paris–Nancy–Strasbourg, außerdem bestehen Verbindungen mit Metz, Reims, Verdun und dem Bahnhof Champagne-Ardenne TGV an der LGV Est européenne.

Nördlich der Stadt verläuft die A4 / Autoroute de l’Est (Strasbourg-Paris), westlich von Châlons befindet sich die A26 / Autoroute des Anglais, die Calais (Eurotunnel) mit Troyes verbindet und Teil des Grand contournement de Paris ist. Weiterhin war bis 1973 Châlons Knoten für lange Nationalstrassen: In Ost-West-Richtung die N3 (heute D3), die Paris mit Deutschland bei Saarbrücken verbindet, In Nordost-Südwest-Richtung die N77 (heute D977), die Nevers mit Belgien bei Bouillon verbindet, sowie die N44 nach Norden Richtung Saint-Quentin. Bis 1949 begann die N4 nach Deutschland bei Strasbourg; welche 1949 von Vitry nach Paris verlängert wurde und durch eine verlängerte N44 ersetzt wurde. Westlich zweigte noch die N33 ab, die eine südliche Alternative zur N3 diente. Heute gibt es nur noch die N44, welche aber östlich um die Stadt geführt wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean-Paul Barbier: Des Châlonnais, célèbres, illustres et mémorables. Éd. du Petit Catalaunien, Châlons-en-Champagne 2000, ISBN 2-9509546-1-8.
  • Sonja Benner: Châlons-en-Champagne. Die Stadt, das Chorherrenstift Toussaint und das Umland bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Kliomedia, Trier 2006 (Trierer Historische Forschungen 55), ISBN 978-3-89890-101-7.
  • David Saul: Die größten Fehlschläge der Militärgeschichte. Dt. Ausgabe München 2001.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Châlons-en-Champagne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johannes Trimborn, Kriegstagebuch des Dr. Johannes Trimborn, Nummer 4, Stadtarchiv Magdeburg
  2. Unser Frankreichaustausch, offizielle Webseite des Wilhelm-Hofmann-Gymnasiums, abgerufen am 20. Dezember 2009.


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