Château de Joux

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Château de Joux
Château de Joux von La Cluse-et-Mijoux aus gesehen

Château de Joux von La Cluse-et-Mijoux aus gesehen

Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ort: Pontarlier
Geographische Lage 46° 52′ 22″ N, 6° 22′ 25″ O46.8727777777786.3736111111111Koordinaten: 46° 52′ 22″ N, 6° 22′ 25″ O
Château de Joux (Frankreich)
Château de Joux
Château de Joux vom gegenüberliegenden Fort Mahler aus gesehen
Châteu de Joux

Das Château de Joux (oder auch Fort de Joux) ist eine befestigte Burg nahe Pontarlier, Franche-Comté, Frankreich im französischen Jura.

Lage[Bearbeiten]

Die Burg liegt an einer strategisch bedeutsamen Stelle oberhalb der kleinen Ortschaft La Cluse-et-Mijoux. Hier kreuzte früher die Handelsstraße Dijon-Lausanne das Jura-Gebirge. Die Straße verläuft hier durch eine Felsenge und konnte deshalb von der Burg aus gut kontrolliert werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg wurde erstmals im Jahr 1034 urkundlich erwähnt. Das Herrschergeschlecht der Herren von Joux starb im Jahre 1410 aus. 1454 kaufte Philipp der Gute die Festung. 1530 kommt sie in den Besitz Karls V. Erst 1674 wird die Provinz wieder französisch.

Nach seiner Verhaftung 1774 wurde Gabriel de Riqueti, comte de Mirabeau vom Gefängnis Château d’If vor der Küste von Marseille 1775 in das Château de Joux verlegt - aus welchem er allerdings auf Grund von einer Vollzugslockerung in die Schweiz flüchten konnte.

Am 17. April 1803 starb der inhaftierte François-Dominique Toussaint L’Ouverture, haitianischer Nationalheld afrikanischer Herkunft sowie einer der ersten Anführer der lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung sowie der Befreiung schwarzer Sklaven, nach achtmonatiger Haft in seiner Zelle im Château de Joux an den Haftbedingungen[1].

Während des Vierten Koalitionskriegs zwischen Preußen und Frankreich war Heinrich von Kleist 1807 als vermeintlicher preußischer Spion vier Wochen lang im Château de Joux inhaftiert.[2] Kleists Kamerad Carl von Gauvain kommt in die gleiche Zelle, in der Toussaint L’Ouverture starb.

In den Kriegen von 1814 und 1871 muss sich die Burg gegen Überfälle zur Wehr setzen. 1940 endete die Geschichte der Burg als Militärfestung, nachdem der deutschen Wehrmacht 8 Tage lang erfolgreich Widerstand geleistet werden konnte.

Aufbau und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Burg stammt im Kern aus dem 11. Jahrhundert und besteht heute aus 5 aufeinanderfolgenden Festungsmauern. Sie wurde in den folgenden Jahrhunderten erweitert, zuletzt 1879 von Hauptmann Joffre.

Sehenswürdigkeiten:

  • Hufeisenturm (1486)
  • Grammont-Hof
  • Waffenmuseum
  • Zelle von Mirabeau
  • Kerker der Berthe von Joux
  • Zelle von Toussaint L’Ouverture.
  • Brunnen (erbaut 1690 von Vauban) mit 3,70 m Durchmesser und 120 m Tiefe.

Aktuell[Bearbeiten]

Die Burg wird seit dem Jahr 2000 unter finanzieller Förderung des französischen Staates restauriert. Die Festung kann heute in halbstündlich stattfindenden Führungen besichtigt werden und beherbergt ein kleines Museum mit militärischen Utensilien der französischen Armee aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fort de Joux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walther L. Bernecker: Kleine Geschichte Haitis (= Edition Suhrkamp 1994 = NF 994). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-11994-X, S. 44.
  2. Brief Kleists an Christoph Martin Wieland, 10. März 1807