Chûn Quoit

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Chûn Quoit, Cornwall, England

Der Chûn Quoit ist ein etwa 5500 Jahre alter Dolmen aus der Jungsteinzeit und der besterhaltene Quoit in der Grafschaft Cornwall. Chûn leitet sich aus dem kornischen Chy-an-Woone ab, was Haus über den Niederungen bedeutet. Die in Cornwall und Wales Quoit genannten Megalithanlagen sind Portal tombs.

Lage[Bearbeiten]

Blick über die Hügel zum Meer

Der Chûn Quoit befindet sich westlich von Penzance zwischen Pendeen und Great Bosullow und kann über einen Weg erreicht werden, der auf halber Strecke auf der Straße von Morvah nach Bojewyan links nach Südosten abzweigt. Man kann auch über die Landstraße Bocaswell Downs zu ihm gelangen, wenn man von Pendeen aus kommend nach 1,5 km den Weg nach links in Richtung Nordosten eingeschlägt. Der Quoit befindet sich auf einem Hügelkamm mit Blick über die umliegenden sanften Anhöhen auf das offene Meer. Es ist anzunehmen, dass durch die Lage ein bestimmtes Gebiet beansprucht werden sollte und die Gemeinschaft durch hier vorgenommene Kulthandlungen enger aneinander und an diese Gegend gebunden wurde.[1]

In der Umgebung befinden sich noch weitere Megalithanlagen:

Eine eisenzeitliche Siedlung ist das 200 m entfernt gelegene Chûn Castle.

Aufbau[Bearbeiten]

Chûn Quoit - Zeichnung William Borlase 1769
Chûn Quoit - Zeichnung W.C. Borlase 1872

Der Chûn Quoit war wahrscheinlich wie andere Quoits auch ein Portalgrab und von einem Erdhügel bedeckt, von dessen steinerner Randbefestigung noch Reste vorhanden sind. Die pilzförmig gewölbte, leicht elliptisch geformte Deckplatte, die von vier 1,5 m hohen Pfeilern getragen wird, besitzt Halbachsen von 3,3 m und 3,0 m Länge und weist an der dicksten Stelle einen Durchmesser von 80 cm auf. Im Südosten scheint sich ein Zugang befunden zu haben, der zur Kammer im Innern führte. Vermutlich war der Erdhügel an dieser Seite frei gelegt und verfügte über einen Eingangsbereich.

Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

1769 wird die Megalithanlage in einer Publikation des Altertumsforschers William Borlase erstmals erwähnt und mit einer Zeichnung illustriert. Borlase erklärte in seiner kurzen Schilderung zudem, dass die kornischen Dolmen aufgrund des diskusförmigen Decksteins, der an einen Wurfring (engl. Quoit) erinnert, Quoits genannt werden.[2] 1864 fertigte John Thomas Blight in seinem Werk Churches of West Cornwall auch eine Radierung des Chûn Quoit an.[3] 1872 lieferte William Copeland Borlase, ein Urenkel von William Borlase, eine detailliertere Beschreibung. Er berichtete von einer kreisförmigen Böschung aus Stein- und Erdmaterial mit 12 m Durchmesser, die zum Dolmen hin anstieg und von Randsteinen begrenzt war, und fertigte dazu nebenstehende Zeichnung an. Es wurden Ausgrabungen vorgenommen, die keine signifikanten Funde hervorbrachten.[4] Trotz der Ausgrabungsfunde geht die moderne Forschung davon aus, dass Megalithanlagen über eine lange Zeit als Gemeinschaftsgräber genutzt wurden. Noch in der Bronzezeit sollen Feuerbestattungen vor oder auf diesen Anlagen stattgefunden haben.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • John Barnatt: Prehistoric Cornwall: The Ceremonial Monuments. Turnstone Press Limited 1982, ISBN 0-85500-129-1.
  • Ian McNeil Cooke: Standing Stones of the Land’s End. Cornwall: Men-an-Tol Studio 1998, ISBN 0-9512371-9-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. James Gossip: Cornwall: An Archaeological and Historical Assessment, Historic Environment Service 1999
  2. William Borlase: Antiquities Historical and Monumental of the County of Cornwall, Bowyer and Nichols, London 1769
  3. John Thomas Blight: Churches of West Cornwall with Notes of Antiquities of the District, 1864
  4. William Copeland Borlase: Naenia Cornubiae, Longmans 1872
  5. John Barnatt: Prehistoric Cornwall: The Ceremonial Monuments, Turnstone Press Limited 1982

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chûn Quoit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.148601-5.637699Koordinaten: 50° 8′ 55″ N, 5° 38′ 16″ W