Chablais

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Das Wappen Chablais
Das Kurbad Évian-les-Bains um 1900
Die höchste Erhebung des Chablais, die Haute Cime

Als Chablais (vom lateinischen caput lacus „Haupt des [Genfer]sees“) wird das Gebiet südlich des Genfersees bezeichnet. Der größere westliche Teil – das Seeufer um die Städte Thonon-les-Bains und Évian-les-Bains sowie das Einzugsgebiet des Flusses Dranse – gehört zum französischen Département Haute-Savoie. Der von der Rhône durchflossene schweizerische Anteil setzt sich aus dem Walliser Bezirk Monthey und dem Waadtländer Bezirk Aigle zusammen.

Geographisch gehört das Chablais zu den Savoyer, Freiburger und Berner Alpen. Mit 3257 m bildet die Haute Cime (Dents du Midi, Wallis) die höchste Erhebung.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Region gehörte zu den Besitzungen der Abtei Saint-Maurice und ging 1032 an das Haus Savoyen über[1]. In den Burgunderkriegen eroberten die Berner zunächst 1475 das Gebiet östlich der Rhône (Landvogtei Aigle) und 1536 – gemeinsam mit den Wallisern – das restliche Chablais. Mit den Verträgen von Lausanne (1564) und Thonon (1569) erhielt Savoyen den größten Teil des Gebiets zurück, lediglich die Vogtei Monthey blieb den Wallisern erhalten. Nachdem im bernischen Teil zunächst die Reformation eingeführt worden war, wurde er durch die Predigttätigkeit des damaligen Bischofs von Annecy, des Hl. Franz von Sales, sowie der Kapuziner von 1594 bis 1598 rekatholisiert.

Während den Koalitionskriegen von 1792 bis 1815 gehörte das westliche Chablais als Teil Savoyens zu Frankreich. Mit der Rückgabe an das inzwischen aus dem Herzogtum Savoyen entstandenen Königreich Sardinien-Piemont wurde es zur demilitarisierten Zone erklärt. Als Savoyen 1860 endgültig an Frankreich kam, erhielt das Chablais, das in den Jahren 1859/60 auch von der Schweiz beansprucht wurde (→ Savoyerhandel), zudem den bis 1919 bestehenden Status einer Freizone (grande zone franche), die 3790 km² (86 % des Département Haute-Savoie) umfasste[2].

Tourismus[Bearbeiten]

Im Chablais liegen die Badekurorte Thonon und Evian sowie die Wintersportorte Morzine, Champéry (grenzüberschreitendes Skigebiet Portes du Soleil), Villars-sur-Ollon und Les Diablerets.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Historisches Lexikon der Schweiz, Bd. 3, S. 263
  2. Jean de Pingon: Savoie française – histoire d'un pays annexé. Éditions Cabédita, Yens-sur-Morges, 1996.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chablais – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien