Chalkedon

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Byzantine Constantinople de.svg
Geschichte Istanbuls
Konstantinopel vor etwa 550 Jahren

Chalkedon (auch Chalcedon, Kalchedon, Calcedon, griechisch Χαλκηδών Chalkēdṓn, heute türkisch: Kadıköy, Stadtteil von İstanbul) war eine antike Hafenstadt in Bithynien, Kleinasien, .

Die kleine Kirche der Heiligen Euphemia , die als Kathedrale von Chalkedon dient.

Geschichte[Bearbeiten]

Chalkedon wurde als eine megarische Kolonie um 685 v. Chr. gegründet. Die Vorteile der Anlage einer Stadt auf dem gegenüberliegenden Ufer (wo später die Stadt Byzantion gegründet wurde) waren so offenbar nicht zur Kenntnis genommen worden, dass die Stadt vom Orakel die Bezeichnung "Stadt der Blinden" erhielt.

In seiner frühen Geschichte teilte die Stadt das Schicksal von Byzanz, wurde durch den persischen Feldherrn Otanes erobert. 493 v. Chr. mußte die Bevölkerung vor den anrückenden Persern auf Schiffe fliehen[1].

Chalkedon war lange hin- und hergerissen zwischen den Interessen Spartas und Athens, und wurde schließlich 133 v. Chr. durch Attalos III. von Pergamon den Römern übergeben. Seit dem Ende des 5. Jahrhunderts bestanden enge Beziehungen zu Byzantion[1].

Chalkedon wurde durch Mithridates (* ca. 134 v. Chr, † 63 v. Chr.) teilweise zerstört, später aber zurückerobert.

Der römische Kaiser Flavius Valens zerstörte die Stadt 365 n. Chr. Steine der Trümmer wurden für den Bau des Valens-Aquädukts in Konstantinopel verwendet[1].

Im Jahr 451 fand in der Stadt das ökumenische Konzil von Chalkedon statt, das zum Bruch mit den sogenannten Monophysiten und zur Trennung der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien, der armenisch-apostolischen wie der koptischen Kirche führte. Später wurde das bisherige Bistum Chalkedon zum Erzbistum erhoben und ist bis heute Sitz eines Metropoliten des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel sowie ein Titularerzbistum der römisch-katholischen Kirche.

Chalkedon wurde wiederholt von Angriffen diverser Völker überzogen, nachdem diese Byzanz angegriffen hatten und diente von 616 bis 626 als Versorgungsplatz der Perser unter Chosrau II. Die Stadt diente den Türken Jahrhunderte später als Steinbruch für den Ausbau Istanbuls.

Lage[Bearbeiten]

Chalkedon liegt am Südausgang des Bosporus ins Marmarameer direkt gegenüber Byzantion, südlich von Skutari (früher Chrysopolis, heute Istanbuls Stadtteil Üsküdar). Der griechische Geschichtsschreiber Polybios (2. Jh. v. Chr.) vermerkt in seinem Geschichtswerk (Buch IV.43–44), dass Chalkedon aufgrund seiner Lage an der asiatischen Küste durch die Strömung im Marmarameer, die die Schiffe Richtung Byzantion an die europäische Küste trieb, vor allem wirtschaftlich benachteiligt war.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Südlich befinden sich die Ruinen von Panteichion (Pendik), die als ehemaliger Alterssitz des Belisar gelten.

Berühmte Bürger[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Chalkedon ist Namensgeber des Minerals Chalcedon.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chalcedon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c "Lexikon der Alten Welt", 1990 Artemis Verlag Zürich und München, ISBN 3-89350-960-7, Band 2, S. 1463

40.98888888888929.027777777778Koordinaten: 40° 59′ N, 29° 2′ O