Challengertief

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Marianengraben im Pazifik

Das Challengertief ist ein Meerestief im Marianengraben im Pazifischen Ozean und befindet sich circa 10.994 Meter (± 40 m) unter dem Meeresspiegel.[1]

„The deepest valid sounding ... obtained in this survey was 10,994 m at latitude 11.326344°N, longitude 142.187248° E. This measured depth has an estimated uncertainty of ±40 m.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Etwa 1.800 km östlich der Philippinen befindet sich das Challengertief im südwestlichen Teil des Marianengrabens, einer Tiefseerinne im westlichen Pazifik. Es liegt etwa 500 km südwestlich der Insel Guam, eine Insel der Marianen, die zu den mikronesischen Inseln gehört, etwa bei 12° nördlicher Breite und 143° östlicher Länge.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits im Jahr 1951 wurde im Marianengraben von der Besatzung des englischen Vermessungsschiffs Challenger II eine Meerestiefe von 10.899 m mittels Echolot (10.863 m per Drahtlotung) ermittelt; dieser Stelle gab man den Namen Challengertief.

Am 23. Januar 1960 tauchten Jacques Piccard und Don Walsh als erste Menschen im Tauchboot Trieste auf den Grund des Tiefs. Der genaue Ort des Tauchganges wird daher auch als Triestetief bezeichnet. Piccard und Walsh hatten eine Tiefe von 10.916 m gemessen.

Das unbemannte japanische Tauchboot Kaikō sammelte dort im März 1995 Sedimentproben und bestimmte eine Tiefe von 10.911 m.

Am 31. Mai 2009 erreichte die ebenfalls unbemannte Nereus der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) in Massachusetts das Challengertief und entnahm Bodenproben. Der dort vorgefundene Schlamm besteht zum allergrößten Teil aus Foraminiferen. Bei diesem Tauchgang wurde eine Tiefe von 10.902 m angezeigt.[3]

Zwei Jahre später, am 7. Dezember 2011, veröffentlichten Forscher um Jim Gardner von der University of New Hampshire Ergebnisse des Tauchgangs eines Unterwasserroboters, bei dem mittels Schallwellen eine Tiefe von 10.994 Metern ermittelt wurde. Das Ergebnis sei bis auf 40 Meter genau.[1]

In den vergangenen Jahren arbeiteten vier Gruppen unabhängig voneinander daran, wieder ein bemanntes Boot zum Grund des Challengertiefes zu schicken[4]. Das Rennen gewann am 26. März 2012 der Filmmacher James Cameron, der mit der Deepsea Challenger als erster Mensch alleine und als dritter Mensch überhaupt den Grund erreichte[5].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAxel Bojanowski: Die Erde am absoluten Tiefpunkt. In: Spiegel Online. 7. Dezember 2011, abgerufen am 01. Dezember 2014.
  2. Andrew A. Armstrong: Cruise Report - UNH-CCOM/JHC Technical Report 11-002. NOAA/UNH Joint Hydrographic Center University of New Hampshire, 22. Dezember 2011, S. 12, abgerufen am 1. Mai 2012 (PDF; 7,2 MB).
  3. FAZ vom 11. Juni 2009: Weit und breit nur Foraminiferen
  4. http://www.bbc.co.uk/news/science-environment-17041435
  5. http://news.nationalgeographic.com/news/2012/03/120325-james-cameron-mariana-trench-challenger-deepest-returns-science-sub/

11.366388888889142.59972222222-10899Koordinaten: 11° 21′ 59″ N, 142° 35′ 59″ O