Chantal Mouffe

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Chantal Mouffe (* 1943 in Charleroi) ist eine belgische Politikwissenschaftlerin und Professorin für Politische Theorie an der University of Westminster in London.

Leben[Bearbeiten]

Mouffe hat an zahlreichen Universitäten in Europa, Nord- und Lateinamerika gelehrt und geforscht. Sie ist Mitglied des Collège international de philosophie in Paris. Derzeit arbeitet sie an einem nicht-rationalistischen Ansatz in der politischen Theorie und beteiligt sich an Forschungsprojekten über den Aufschwung des Rechtspopulismus in Europa.

Ihr wohl wichtigstes Werk, Hegemonie und radikale Demokratie. Zur Dekonstruktion des Marxismus, veröffentlichte sie 1985 gemeinsam mit ihrem Ehemann Ernesto Laclau (1935–2014).[1] Unter anderem entwickeln die beiden Autoren in diesem Werk die Hegemonietheorie Antonio Gramscis weiter. Die Hegemonie- und Diskurstheorie von Laclau und Mouffe hat sich zu einem zentralen Fluchtpunkt poststrukturalistischer Theoriebildung entwickelt und zahlreiche empirische Arbeiten der Diskursforschung inspiriert und angeleitet. Im Zentrum der Arbeiten von Laclau und Mouffe steht das Interesse, gesellschaftliche Strukturen und Prozesse sowie die damit zusammenhängenden Machtverhältnisse zu hinterfragen und in ihrer Kontingenz offenzulegen, d. h. deutlich zu machen, dass diese immer das Ergebnis politischer Aushandlungsprozesse und damit prinzipiell veränderlich sind.[2]

Ihrem Denken nach ist Mouffe dem Postmarxismus zuzurechnen.

Sie ist Mitglied im Kuratorium des Institut Solidarische Moderne.

Ausgewählte Publikationen[Bearbeiten]

  • Gramsci and Marxist Theory, 1979.
  • Hegemonie und neue politische Subjekte. Eine neue Konzeption von Demokratie, 1988, in: kultuRRevolution nr. 17/18, 37-41.
  • Dimensions of Radical Democracy: Pluralism, Citizenship, Community, 1992.
  • Deconstruction and Pragmatism, 1996; deutsch: Dekonstruktion und Pragmatismus, 1999.
  • The Challenge of Carl Schmitt 1999.
  • Hegemony and Socialist Strategy: Towards a Radical Democratic Politics, mit Ernesto Laclau, 1985, deutsch: Hegemonie und radikale Demokratie, Aus dem Engl. übersetzt und mit einer Einleitung von Michael Hintz und Gerd Vorwallner, Wien: Passagen Verlag 1991
  • The Return of the Political, 1993.
  • The Democratic Paradox, 2000, Deutsch: Das demokratische Paradox, Aus dem Engl. übersetzt und mit einer Einleitung versehen von Oliver Marchart, Wien: Turia + Kant 2008, ISBN 978-3-85132-521-8.
  • Deliberative Democracy or Agonistic Pluralism. Wien; Dezember 2000 PDF
  • Exodus und Stellungskrieg. Die Zukunft radikaler Politik, Mit einer Einleitung von Oliver Marchart, Wien: Turia + Kant 2005, ISBN 3-85132-422-6.
  • On the Political, 2005. Deutsch: Über das Politische, Wider die kosmopolitische Illusion. Suhrkamp, Frankfurt 2007, ISBN 978-3-518-12483-3.
  • Hegemony, Radical Democracy, and the Political, hrsg. v. James Martin, 2013.
  • Agonistics: Thinking The World Politically, 2013.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Hintz, Gerd Vorwallner: Marxismus als radikaler Relationismus. Anmerkungen zur politischen Philosophie von E. Laclau und Ch. Mouffe, 1988, in:kultuRRevolution nr. 17/18, 58-63.
  • Michael Hintz, Gerd Vorwallner: Der Sozialismus wird demokratisch sein oder gar nicht. In: Chantal Mouffe, Ernesto Laclau: Hegemonie und radikale Demokratie. Zur Dekonstruktion des Marxismus („Hegemony and socialist strategy“). Aus dem Engl. übersetzt und herausgegeben von Michael Hintz und Gerd Vorwallner, mit einem Vorwort zur deutschen Ausgabe, 2. Aufl. Passagen-Verlag Wien 2000, ISBN 3-85165-453-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachrufe auf spiegel.de, abgerufem am 16. April 2014
  2. "Die Hegemonie- und Diskurstheorie von Laclau und Mouffe" (PDF-Datei; 149 kB) Georg Glasze, Annika Mattissek; In: Handbuch Diskurs und Raum Theorien und Methoden für die Humangeographie sowie die sozial- und kulturwissenschaftliche Raumforschung