Chaotic Dischord

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Chaotic Dischord (anfangs auch Chaotik Discord) war der Name eines Musikprojekts, das in den frühen 1980ern als Scherz ins Leben gerufen wurde, aber noch heute als Vertreter des brachialen Punkrock-Sounds der 1980er bekannt ist. Chaotic Dischord trieben das Verstümmeln der Liedstruktur auf die Spitze, so kamen teilweise fast unhörbare Musikstücke zustande. Die Texte, wenn überhaupt verständlich, überbieten sich in Verdammung aller Werte und besingen teils Gewalt, Tierquälerei, Vergewaltigung und - sehr häufig - Drogenkonsum und Alkoholmissbrauch.

Entstehung[Bearbeiten]

Die "Gruppe" wurde bekannt, nachdem dem Inhaber des Riot City Plattenlabels, Simon Edwards, eine Demokassette zugespielt worden war, als dieser die erste Langspielerveröffentlichung plante, die eine Compilation werden sollte, für die er Bands suchte. Die Kassette, die mit "Chaotik Discord" beschriftet war, stammte in Wirklichkeit von Musikern und Roadies der bekannten Punkband Vice Squad, die 1980 Mitbegründer von Riot City gewesen waren. Bei dem Demomaterial handelte es sich um ein atonales, mit extrem verzerrten Gitarrenstakkatos und vulgären Unsinn grölendem Gesang versehenes Stück. Edwards durchschaute den Scherz jedoch nicht und nahm den Titel "Glue Accident" in seine Veröffentlichung auf, nahm die Gruppe unter Vertrag und finanzierte ihre ersten Veröffentlichungen, die Singles "Fuck the World" (Platz 7 der UK-Independentcharts) und "Never Trust a Friend". Erst 1983 erfuhr er von der Identität der Musiker und dem Streich, den man ihm gespielt hatte.

Erste Alben (1983-1984)[Bearbeiten]

Nach den beiden erfolgreichen Singles setzten Chaotic Dischord auf dem ersten Album "Fuck Religion, Fuck Politics, Fuck the Lot of You" (1983) ihren Feldzug gegen die Regeln der Musik fort und verkauften etwa 10.000 Exemplare. Auf der Mini-LP "Don't Throw It All Away" waren als Gastmusiker Captain Sensible von The Damned und Knox von The Vibrators zu hören. 1984 erschien schließlich das Album "Live in New York", bei dem es sich entgegen der Behauptung des Titels natürlich nicht um ein Livealbum handelte, sondern um Studiomaterial, das mit Tonaufnahmen einer tobenden Menschenmenge unterlegt worden war. Es war zugleich die letzte Plattenveröffentlichung des Labels, Riot City musste schließen. Noch im gleichen Jahr erschien auf dem Label Syndicate die LP "Fuck Off You Cunt", die auch mit dem Namen der Band betitelt ist. Möglicherweise ist auf der Platte die Stimme von Beki Bondage von Vice Squad zu hören.

Spätere Veröffentlichungen (1985-1988)[Bearbeiten]

Das Erscheinen der Best Of-Compilation "Now That's What I Call a Fucking Racket" auf Not Very Nice Records zeigte, dass weiter Interesse an Chaotic Dischord bestand, die nun auch tatsächlich als Band im herkömmlichen Sinne zu arbeiten begannen und 1986 den Langspieler "Goat Fucking Virgin Killers from Hell" herausbrachten, das weniger unzusammenhängend und irrsinnig als die bisherigen Arbeiten war, besser produziert und aufgenommen worden war und tatsächlich auch verständliche Texte enthielt. Das Niveau von Derbheiten und Geschmacklosigkeiten blieb allerdings mindestens auf dem üblichen Stand. 1988 erschien noch "Very Fuckin' Bad" als Parodie auf Michael Jacksons damaligen Bestseller Bad. Danach erschienen keine Neuveröffentlichungen mehr.

Nachwirkung[Bearbeiten]

Trotz des anarchischen Sounds, der oft zu völligem Zusammenbrechen der Songstruktur führt, gehören Chaotic Dischord heute noch zu den bekannten Gruppen aus der Ära des harten UK-Punk der 1980er. Ihre alten Platten erscheinen auch heute noch in Neuauflagen.

Diskographie[Bearbeiten]

  • "Fuck The World" (Single, Riot City, 1982)
  • "Never Trust a Friend" (Single, Riot City, 1982)
  • "Fuck Religion, Fuck Politics, Fuck the Lot of You" (LP, Riot City, 1983)
  • "Don't Throw It All Away" (Mini-LP, Riot City, 1983)
  • "Live in New York" (LP, Riot City, 1984)
  • "Fuck Off You Cunt" (LP, Syndicate Records, 1984)
Zuschreibung unsicher, 1995 Re-Release bei Step 1 Rec. als "You Got to Be Obscene to be Heard"
  • "Goat Fucking Virgin Killers from Hell" (LP, Not Very Nice Rec., 1986)
  • "Very Fuckin' Bad" (LP, Not Very Nice Rec., 1988)

Compilations[Bearbeiten]

  • "Now That's What I Call a Fucking Racket" (Best-Of-LP, Not Very Nice Rec., 1985)
  • "Their Greatest Fuckin' Hits" (Compilation, Anagram 1996)
  • "The Riot City Years: 1982-1984" (Compilation, Anagram 1996)