Charette-Varennes

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Charette-Varennes
Charette-Varennes (Frankreich)
Charette-Varennes
Region Burgund
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Canton de Pierre-de-Bresse.
Koordinaten 46° 55′ N, 5° 12′ O46.9116666666675.1994444444444185Koordinaten: 46° 55′ N, 5° 12′ O
Höhe 173–196 m
Fläche 16,47 km²
Einwohner 437 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 27 Einw./km²
Postleitzahl 71270
INSEE-Code
Kirche von Charette mit Annex der Heiligen Jungfrau

Charette-Varennes ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Burgund; sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Canton de Pierre-de-Bresse. Der Ort hat 437 Einwohner (Stand 1. Januar 2011). Die Einwohner von Charette werden Charettois[1] resp. Charettoises genannt. Die Gemeinde Charette hat sich 1997 mit der damaligen Gemeinde Varennes-sur-le-Doubs zusammengeschlossen.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Charette liegt in der Landschaft Bresse, auf einem Hügel am linken (südlichen) Ufer des Doubs, am Fluss La Guyotte. Varennes liegt etwas nordwestlich in einer Doubsschleife. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler: Bas-de-Charette, Boucherie, Bourg-Neuf, Chapelle, Longbois, Maison-Rouge, Palette, Pommelée, Quintin, Rapilles, Recule, Reppe.

Etymologie[Bearbeiten]

Varennes entstand wohl aus dem mittellateinischen Varenna als Bezeichnung für unkultiviertes, sumpfiges Land, hatte aber auch die Bedeutung von Wäldchen, das zumeist dem Grundherrn für die Jagd vorbehalten war. Charette scheint seinen Namen von der Tatsache abzuleiten, dass die Bewohner von Quintin ihre Wagen dort abzustellen pflegten.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 10. und 11. Jahrhundert war der Ortsteil Charette von Leprakranken bewohnt, das Dorf entstand hier erst im 15. Jahrhundert. Bis dahin bildete Quintin (heute ein Weiler SSW von Charette) das hauptsächliche Siedlungsgebiet. Quintin und der benachbarte Weiler Longbois waren ein Lehen der Herren von Verdun. Im Weiler Quintin sind noch Reste der ehemaligen Burg zu sehen, die dort im 14. Jahrhundert bestand. Die Bewohner zogen es damals vor, in Quintin zu wohnen, wo das Klima weniger feucht war, pflegten jedoch ihre Karren und Wagen (frz.: la charrette) im heutigen Siedlungsgebiet abzustellen, wodurch später der Ortsname entstand.

Eine Kapelle aus dem 13. Jahrhundert befand sich nahe am Flussufer, beherbergte eine Heilige Jungfrau der Kranken und der Schiffer, überstand mehrere Überschwemmungen, bis sie schließlich 1920 endgültig zerstört wurde. Die heutige Kirche stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, in einem Annex befindet sich die gerettete Heilige Jungfrau. Gemäß dem Rodel von 1481 waren die Bewohner von Charette gehalten, ihr Brot im Ofen des Grundherrn zu backen. Als Backlohn hatten die Leute das 18. Brot abzuliefern.

1880 bestand noch eine Ziegelei (gegründet durch Emile Jacob[2]). Die Mairie (Gemeindehaus und Schule) wurde 1907 fertiggestellt.

Schloss der de Truchis in Varennes

Die Herrschaft von Varennes war ein Lehen von Longepierre (Gemeinde nördlich des Doubs) und wurde durch die Familie de Vienne am Ende des 13. Jahrhunderts den Grafen von Burgund verkauft. 1729 wurde die Herrschaft durch die Familie de Truchis übernommen, die noch heute Besitzer des neuen Schlosses (erbaut anfangs 19. Jahrhundert) sind.

Kreuz in Varennes zur Erinnerung an die zerstörte Kirche

Ein großes Kreuz im Zentrum des Dorfes wurde 1862 errichtet und erinnert daran, dass die Kirche 1793 zerstört worden war. Seit damals gehören die Leute von Varennes zur Pfarrei Charette. Die Schule, die später Mairie wurde, wurde 1847 erbaut.

Lage der Gemeinde im Kanton
Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [3])
1800 1879 1901 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
640 798 680 406 380 352 349 316 354 371

Infrastruktur[Bearbeiten]

Heute ist Charette-Varennes ein landwirtschaftlich geprägter Ort. Er verfügt über die Mairie (Gemeindehaus) und eine Kirche (dem Heiligen Remi geweiht, der Turm mit glasierten Ziegeln bedeckt). Ferner befinden sich im Ort eine Bäckerei, ein Gartenbaubetrieb, ein Altersheim und rund zehn landwirtschaftliche Betriebe. Ein Hotel-Restaurant nebst verschiedenen Möglichkeiten zum Fischen bilden die touristische Infrastruktur.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bezeichnung der französischen Gemeindebewohner
  2. Tuiles Jacob. Abgerufen am 21. Oktober 2011 (französisch).
  3. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 20. Oktober 2011 (französisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Charette-Varennes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien