Charlene Holt

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Charlene Holt (* 28. April 1928 in Snyder, Scurry County, Texas; † 5. April 1996 in Brentwood, Williamson County, Tennessee; geboren als Verna Charlene Staveley; verheiratete Tishman) war eine amerikanische Schauspielerin und Model. Sie wurde vor allem bekannt durch Rollen in Filmen von Howard Hawks.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nachdem sie das College abgebrochen hatte, begann sie in den 1950er Jahren eine Karriere als Model. 1956 wurde sie Miss Maryland und arbeitete im Anschluss daran zunächst als Model für Bademoden. Sie übersiedelte nach New York City und wurde von der renommierten Modelagentur von Eileen Ford, Ford Models, unter Vertrag genommen. In der Folgezeit machte sie sich vor allem mit Werbung für hochpreisige Kosmetikprodukte einen Namen, wurde als Miss Sweater Girl Werbeträgerin für den Lobby-Verband Wool Bureau der US-amerikanischen Wollindustrie, war in zahlreichen Werbespots im Kino und im Fernsehen zu sehen und stieg zu einem der bestbezahlten amerikanischen Models ihrer Zeit auf.

Seit Anfang der 1960er Jahre begann sie, in kleinen Nebenrollen in Film und Fernsehen in Erscheinung zu treten, häufig in Krimiserien wie Perry Mason. Dabei verkörperte sie wegen ihrer hochgewachsenen und extravaganten Erscheinung meist selbstbewusste und glamouröse Frauentypen. Für den A-Film in Hollywood entdeckte sie der Erfolgsregisseur Howard Hawks, als er sie in einem Werbespot für Lippenstifte der Marke Revlon sah. In der Folgezeit besetzte er sie in dreien seiner Filme neben hochkarätigen leading men des Hollywoodkinos: 1964 war sie in Ein Goldfisch an der Leine die texanische Verlobte Tex Connors der von Rock Hudson verkörperten männlichen Hauptfigur; 1965 spielte sie in dem Actionfilm Rote Linie 7000 als Lindy Bonaparte eine der Freundinnen des von James Caan verkörperten Rennfahrers Mike. Den Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss ihrer Filmkarriere bildete 1966 die Rolle der Hotelbesitzerin Maudie in dem Western El Dorado. Als Frau zwischen zwei Männern – dargestellt von John Wayne und Robert Mitchum – spielte sie die erste und einzige ausgebaute Nebenrolle im Rahmen ihrer Filmtätigkeit und überzeugte sowohl Publikum als auch Kritiker. Der Film wurde ein Erfolg an der Kinokasse.

Nach den Dreharbeiten zu El Dorado heiratete sie im selben Jahr den wohlhabenden Bauunternehmer William A. Tishman. Dabei kam heraus, dass sie sich zehn Jahre jünger gemacht hatte. Danach endete ihre Filmkarriere abrupt und sie trat nur noch gelegentlich in kleinen Rollen in B-Movies und im Fernsehen auf, zum Beispiel 1968 in zwei Episoden der Krimiserie Ihr Auftritt, Al Mundy neben Robert Wagner sowie 1974 in der ersten Fernsehverfilmung des Comicstoffs Wonder Woman, worin sie neben Cathy Lee Crosby in der Titelrolle die Amazonenkönigin Hippolyte gibt. Die Ehe mit Tishman wurde 1973 geschieden. In dem Spielfilm Melvin und Howard von Jonathan Demme hatte sie 1980 in einer winzigen Nebenrolle als Mrs. Worth ihren letzten Auftritt auf Leinwand oder Bildschirm überhaupt. Sie zog sich völlig aus dem Showbusiness zurück und starb von der Filmwelt vergessen mit 67 Jahren in Tennessee.

Bewertung als Schauspielerin[Bearbeiten]

Die Gestaltung der Rolle der Maudie durch Holt wurde sowohl von Howard Hawks als auch von Martin Scorsese positiv hervorgehoben. Hawks lobte in einem Interview, sie sei vor allem in El Dorado eine „wirklich gute Schauspielerin gewesen“, nur habe sie zur sehr ein Star sein wollen, auf den Effekt beim Publikum hin gespielt und sei zudem privat unberechenbar (Hawks sagt „dangerous“) gewesen.[1] Martin Scorsese hingegen zollte ihr uneingeschränkt Lob für ihre schauspielerische Leistung in El Dorado und zeigte sich angetan von ihrer „lässigen Art“ und „angenehm rauchigen Stimme“ („easygoing manner“; „likably husky voice“). Wäre sie ein paar Jahrzehnte früher geboren worden, so Scorsese, wäre sie vermutlich ein großer Star geworden.[2]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Kino (Auswahl)[Bearbeiten]

Fernsehen (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Charlene Holt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Howard Hawks: A Private Interview. Peter Lehmann and Stuff 1976, abgedruckt in: Scott Breivold (Hrsg.): Howard Hawks: Interviews (Conversations with Filmmakers), University Press of Mississippi 2006, S. 207.
  2. Martin Scorsese über Charlene Holt, auf: jwaynefan.com