Charles Aznavour

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Aznavour (1988)
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Aznavour Sings Aznavour Vol.3
  UK 19 29.06.1974 (8 Wo.) [1]
A Tapestry Of Dreams
  UK 9 07.09.1974 (13 Wo.) [1]
His Greatest Love Songs
  UK 73 02.08.1980 (1 Wo.) [1]
Aznavour 2000
  CH 98 12.11.2000 (2 Wo.) [2]
Je voyage
  CH 80 21.12.2003 (4 Wo.) [2]
Colore ma vie
  CH 50 04.03.2007 (4 Wo.) [2]
Duos
  AT 42 30.01.2009 (3 Wo.) [3]
  CH 53 21.12.2008 (7 Wo.) [2]
Charles Aznavour & The Clayton Hamilton Jazz Orchestra
  CH 89 13.12.2009 (1 Wo.) [2]
Toujours
  CH 63 11.09.2011 (… Wo.) [2]
Singles
Du läßt dich geh'n
  DE 14 10.03.1962 (21 Wo.) [4]
The Old Fashioned Way
  UK 34 22.09.1973 (6 Wo.) [1]
She
  DE 33 12.08.1974 (6 Wo.) [4]
  AT 19 15.10.1974 (4 Wo.) [3]
  UK 1 22.06.1974 (14 Wo.) [1]
[4]

[3] [2]

[1]

Charles Aznavour ( anhören?/i; eigentlich Schahnur Waghinak Asnawurjan, armenisch Շահնուր Վաղինակ Ազնավուրյան / Šahnowr Vałinak Aznavowryan, auch Charles Aznavourian; * 22. Mai 1924 in Paris, Frankreich) ist ein armenisch-französischer Chansonnier, Liedtexter, Komponist und Filmschauspieler. Daneben ist er armenischer Botschafter in der Schweiz und bei den Vereinten Nationen in Genf.[5][6][7]

Leben[Bearbeiten]

Aznavour gehört seit über einem halben Jahrhundert zu den herausragenden Persönlichkeiten des französischen Chansons. Der Durchbruch gelang ihm 1946, als Édith Piaf auf ihn aufmerksam wurde und ihn auf eine Tournee durch Frankreich und die Vereinigten Staaten mitnahm. Aznavour hat über tausend Chansons geschrieben und sie in fünf Sprachen interpretiert (darunter auch Deutsch, in der Übertragung von Ernst Bader, Walter Brandin, Michael Kunze und Jacky Dreksler). Die deutsch gesungene CD „Das Beste auf Deutsch“ erschien 2004 beim Label EMI. Im Laufe der Jahre sind über hundert Schallplatten entstanden. Er gilt als der international bekannteste französische Sänger.

Die Texte seiner Lieder behandeln oft die Liebe. Einige seiner bekanntesten Chansons sind La Bohème, La Mamma, Que c’est triste Venise, She, Mourir d’aimer, Paris au mois d’août, Je m’voyais déjà, Les Comédiens, Tu t’laisses aller, Emmenez-moi, Comme ils disent, Pour faire une jam.

Als Schauspieler wirkte Aznavour in über 70 Filmen mit, unter anderem 1979 in der Oscar-prämierten Verfilmung Die Blechtrommel von Volker Schlöndorff und 2002 in Atom Egoyans Reflexion über Künstler, Erinnerung und die armenische Geschichte Ararat. 2006 war er in seiner bislang letzten Rolle zu sehen: The Colonel. In einem Interview mit der FAZ gab er 2008 an, dass er keine weiteren Filme mehr drehen möchte.[8]

Am 20. Februar 2006 endete Aznavours internationale Abschiedstournee in Essen; das dortige Konzert galt als sein letztes öffentliches Konzert. Aznavour hatte schon mehrfach Abschiedskonzerte gegeben; auch das in Essen blieb nicht sein letztes. Im September 2006 startete er eine Nordamerika-Tournee; im November 2007 trat er im Pariser Palais des Congrès auf. Im Frühjahr 2008 gab er in Montréal (Kanada) ein weiteres Konzert. Auf der Bühne konnte er bis zuletzt mit körperlicher Fitness und grandioser Stimme vor stets ausverkauften Häusern überzeugen, wobei er ohne Teleprompter oder andere Hilfsmittel auftritt und häufig in mehreren Sprachen singt. 2009 arbeitete er mit dem Arrangeur John Clayton zusammen, der seine Chansons neu arrangierte und zusammen mit Aznavour und seiner Clayton/Hamilton-Big Band neu aufnahm.

Am 30. September 2006 trat Aznavour vor 50.000 Zuschauern auf dem Platz der Republik in der armenischen Hauptstadt Jerewan auf und wandte sich auch auf Armenisch an sein Publikum. Anlass war der erste Staatsbesuch eines französischen Präsidenten (1995-2007 Jacques Chirac) in der Republik Armenien. Aznavour zählt zu den prominentesten Armeniern weltweit und hat sich vor allem seit dem verheerenden Erdbeben dort 1988 immer wieder für das Land eingesetzt. Im Dezember 2008 wurde Aznavour, der auch Vertreter Armeniens bei der UNICEF ist, die armenische Staatsbürgerschaft verliehen.[9]

Seit Juni 2009 ist Aznavour in Genf armenischer Botschafter in der Schweiz. Zudem vertritt er sein Land an der Genfer Niederlassung der Vereinten Nationen.

Am 7. Oktober 2011 wurde in Jerewan in seiner Gegenwart sowie der des französischen und des armenischen Präsidenten ein nach ihm benanntes Kulturzentrum eröffnet.[10]

Privat[Bearbeiten]

Aznavour war mehrere Male verheiratet: 1946 ehelichte er Micheline Rugel, ein Jahr später wurde Tochter Séda geboren, die ihm als Sängerin ins Showgeschäft folgte.[11] 1952 kam Sohn Charles auf die Welt. 1955 heiratete Aznavour Evelyne Plessis, die Ehe hielt bis 1960. Aus dieser Verbindung ging Sohn Patrick (* 1956) hervor. Am 11. Januar 1967 nahm Aznavour die Schwedin Ulla Ingegerd Thorssell zur Frau. Am 12. Januar 1968 wurden sie vom armenischen Erzbischof in Paris kirchlich getraut. Mit ihr hat der Künstler drei weitere Kinder: Katia (* 1969), Mischa Lev (* 1971) und Nicolas (* 1977).[12]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Charles Aznavour – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Charles Aznavour in den UK-Charts
  2. a b c d e f g Charles Aznavour in den Swiss-Charts
  3. a b c Charles Aznavour in den Austria-Charts
  4. a b c Hit-Bilanz, deutsche Chart-Singles auf CD-ROM, Taurus Press
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatChansonnier ist Botschafter in der Schweiz. In: tagesanzeiger.ch. 12. Februar 2009, abgerufen am 8. Dezember 2012.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEmbassy of the Republic of Armenia in the Swiss Confederation. Abgerufen am 8. Dezember 2012.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatUN Offices at Geneva. Abgerufen am 8. Dezember 2012.
  8. Interview 2008, FAZ
  9. AFP: „Charles Aznavour erhält armenische Staatsbürgerschaft“, 26. Dezember 2008
  10. Meldung der Berliner Morgenpost vom 7. Oktober 2011, abgerufen am 8. Oktober 2011
  11. Offizielle Homepage Seda Aznavour
  12. Biografie, Radio France Internationale

Literatur[Bearbeiten]

  • Mit leiser Stimme: Mein Leben - ein Chanson (Autobiographie, Originaltitel: A voix basse, übersetzt von Sabine Schwenk) Graf, München 2010, ISBN 978-3-86220-008-5.
  • Le temps des avants : der einzige Zufall in meinem Leben bin ich (Autobiographie, Originaltitel: Le temps des avants. übersetzt von Alexander Drechsel und Henrike Rohrlack), Militzke, Leipzig 2005, ISBN 978-3-86189-731-6.
  • Aznavour über Aznavour - Erinnerungen (Originaltitel: Aznavour par Aznavour, übersetzt von Karin von Zabiensky). DVA, Stuttgart 1971, ISBN 3-421-01576-7.