Charles Birkin

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Sir Charles Lloyd Birkin (* 24. September 1907; † 1986) war ein britischer Autor des Unheimlichen und Übernatürlichen.

Birkin veröffentlichte zwischen 1936 und etwa 1971 mehrere Geschichtensammlungen, die heute als die berühmtesten Horror-Klassiker Englands in dieser Periode gelten. Birkin war darüber hinaus auch Herausgeber bedeutender Horror-Anthologien anderer Autoren. Während der Autor in Deutschland von Anfang an ausschließlich als Charles Birkin bekannt wurde, kennt man ihn in seinem Heimatland vor allem unter dem Pseudonym Charles Lloyd. In Deutschland wurden nur zwei seiner Bücher (immerhin jedoch sehr essentielle) veröffentlicht, Der Finger der Furcht und So bleich, so kalt, so tot, beide Werke Anfang der Siebziger bei Heyne; diese beiden schmalen Bände, die immerhin einige Nachauflagen erlebten, sind heute gesuchte Sammlerraritäten.

Werk[Bearbeiten]

Birkins Spezialgebiet war die Horror-Kurzgeschichte in alle ihren Facetten und Genres: Krimi, SF, Geistergeschichten, Übersinnliches, Drama, Psycho- und Monsterstorys. Die Kritik hat in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts seine fein gesponnenen, scheinbar sehr nüchtern erzählten Geschichten häufig mit Edgar Allan Poe verglichen, jedoch dürfte er inhaltlich und der ganzen Art nach, so denn Vergleiche sein müssen, einem englischen Robert Bloch näherkommen, wenngleich sein Stil wesentlich geschliffener und gewählter als der seines amerikanischen Kollegen ist. In den meisten Fällen, und darauf hat sich Birkin geradezu meisterhaft spezialisiert, lesen sich seine Erzählungen wie Alltagsgeschichten in die plötzlich ein auf die Spitze getriebenes tragisches Ereignis einbricht und die Dämonie der gesamten vorherigen, so harmlos erschienenen Ereignisse offenbart. So zum Beispiel in der berühmten Erzählung Kitty Fischerin, in der mit einem vom Autor geschickt gesponnenen psychologischen Netz aus Beschwichtigungen, Beschönigungen und Verharmlosungen über den wahren Zustand einer zunächst völlig alltäglich wirkenden Familie hinweggetäuscht wird - bis zum Ende die Katastrophe für alle eintritt. Ein Markenzeichen Birkins ist es, nahezu jede seiner Geschichten mit einem begütigenden Klang enden zu lassen, als hätte der Autor das Schreckliche, das er soeben noch schilderte, selber völlig übersehen. Ein weiteres, sehr wichtiges Kennzeichen seiner Geschichten liegt in der raffinierten und überaus eleganten Wahl ihrer Titel, die in der Rückschau besonders ironisch wirken oder das Tragische des Inhalts unterstreichen.

Adelstitel[Bearbeiten]

Charles Birkin trägt den Titel 5th Baronet Of The Baronetage of The United Kingdom

Anthologien[Bearbeiten]

  • 1936: Devil's Spawn
  • 1964: The Kiss Of Death & Other Horror Stories
  • 1965: The Smell of Evil
  • 1966: Where Terror Stalked & Other Horror Stories
  • 1968: Dark Menace
  • 1970: My Name Is Death & Other New Tales of Horror (dt. Der Finder der Furcht)
  • 1970: So Pale, So Cold, So Fair (dt. So bleich, so kalt, so tot)
  • 1970: Spawn of Satan

Weblinks[Bearbeiten]