Charles E. Rosendahl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Admiral Charles E. Rosendahl (um 1930)

Admiral Charles Emery Rosendahl (* 15. Mai 1892 in Chicago, Illinois; † 17. Mai 1977 in Philadelphia, Pennsylvania) war eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der amerikanischen Marine-Luftschifffahrt.

Leben[Bearbeiten]

Während des Ersten Weltkrieges diente er auf dem amerikanischen Kreuzer USS Huntington und war an der Indienststellung der USS McKean beteiligt.

Auf dem ersten amerikanischen Starrluftschiff USS Shenandoah diente Rosendahl als Landemastoffizier und Navigator. Bei der Havarie des Schiffes zeichnete er sich dadurch aus, dass er den Bug des zerbrochenen Schiffes sicher zur Erde brachte und fortan als Held der Shenandoah-Katastrophe[1] in die Geschichte einging. Von 1931 bis 1933 war er bis kurz vor ihrem Verlust Kommandant der USS Akron und war auch während der Weltfahrt von LZ 127 „Graf Zeppelin“ mit an Bord.

Bei der Katastrophe der LZ 129 "Hindenburg" am Abend des 6. Mai 1937 war er der Kommandant der Bodenmannschaft in Lakehurst.

Wirken im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges koordinierte Rosendahl die Luftschiffaktivitäten der US-Marine, wählte Luftschiffbasen aus und etablierte ein Schulungsprogramm. Er kommandierte von August 1942 bis zum April 1943 den schweren Kreuzer USS Minneapolis (CA-36). Am 30. November 1942 nahm er an der Schlacht bei Tassafaronga teil. Das Schiff verlor durch einen japanischen Torpedotreffer seinen Bug, konnte jedoch nach Pearl Harbor zurückkehren. Dafür erhielt Rosendahl das Navy Cross.

Rosendahl im Rentenalter[Bearbeiten]

Im Frühjahr 1943 kehrte er nach Lakehurst zurück, um an der Ausbildung der Luftschiffer zu arbeiten. Dort wurde er zum Konteradmiral befördert.

1946 wurde Rosendahl aus dem Dienst der Marine entlassen. Zuvor kontaktierte er jedoch Hugo Eckener, indem er Leutnant Godon Vaeth an den Bodensee schickte, um die Fortführung des Luftschiffbaus, den Verbleib der deutschen Luftschifftechnologie und die Bereitschaft, mit deutscher Hilfe weiter Luftschiffe zu bauen, zu besprechen.

Einen großen Teil seines Ruhestandes widmete Rosendahl der Leichter-als-Luft-Technologie. Im Jahr 1955 kam er erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder nach Deutschland und war von den Bestrebungen des Frankfurter Kreises, welche mit dem LZ 132 ein neues Luftschiff konstruieren wollten, sehr angetan.[2] In den 1960er Jahren wurde Rosendahl gar Partner von Henry Irwin and Associates, einem Unternehmen welches plante, atombetriebene Frachtluftschiffe zu entwickeln.[3]

Die History of Aviation Collection der University of Texas at Dallas (UTD) enthält unter anderem die Sammlung Rosendahls. Sie ist unter der Bezeichnung Vice Admiral Charles E. Rosendahl Lighter-than-Air Collection einzusehen.[4]

In Zeppelinheim ist eine Straße nach ihm benannt worden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bleibler, J. (2002): Die fünfziger und sechziger Jahre - Großluftschiffprojekte in Deutschland und den USA, in: Meighörner, W. (Hrsg.): Luftschiffe die nie gebaut wurden, Friedrichshafen, S. 161
  2. Bleibler, J. (2002): Die fünfziger und sechziger Jahre - Großluftschiffprojekte in Deutschland und den USA, in: Meighörner, W. (Hrsg.): Luftschiffe die nie gebaut wurden, Friedrichshafen, S. 161
  3. Bleibler, J. (2002): Die fünfziger und sechziger Jahre - Großluftschiffprojekte in Deutschland und den USA, in: Meighörner, W. (Hrsg.): Luftschiffe die nie gebaut wurden, Friedrichshafen, S. 165
  4. utdallas.edu: The University of Texas at Dallas - Vice Admiral Charles E. Rosendahl Collection, abgerufen am 20. Juli 2010.