Charles Joseph Chaput

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Charles Joseph Chaput

Charles Joseph Chaput OFMCap (* 26. September 1944 in Concordia, Kansas, USA) ist Erzbischof von Philadelphia.

Leben[1][Bearbeiten]

Charles Joseph Chaput trat 1965 dem Kapuzinerorden bei. Nach seiner theologischen Ausbildung studierte er Philosophie am St. Fidelis College Seminary in Herman, Pennsylvania, und Psychologie an der Catholic University in Washington D.C. sowie Erziehungswissenschaften am Capuchin College in Washington D.C. Am 29. August 1970 empfing er durch den Bischof von Salina, Cyril Vogel, die Priesterweihe. 1971 absolvierte er den Master in Theologie an der University of San Francisco. Er war von 1971 bis 1974 als Professor an St. Fidelis tätig und von 1974 bis 1977 Kommunikationschef der Ordensprovinz der Kapuziner bei Pittsburgh. 1977 wurde er Pfarrer in der Gemeinde Holy Cross Parish in Thornton, Colorado, sowie zudem Vikar der Ordensprovinz der Kapuziner für die Mitte Amerikas. Er wurde 1980 Sekretär und Finanzbeauftragter der Ordensprovinz und schließlich 1983 Provinzial.

Papst Johannes Paul II. ernannte ihn zum Bischof von Rapid City, South Dakota. Die Bischofsweihe spendete ihm am 26. Juli 1988 der damalige Apostolische Pro-Nuntius Pio Laghi. Mitkonsekratoren waren John Robert Roach, Erzbischof von Saint Paul and Minneapolis, und James Francis Stafford, damals Erzbischof von Denver.

Am 18. März 1997 wurde Chaput zum Erzbischof von Denver ernannt. Er gewann bald ein nationales Profil durch seine ausgesprochene Treue zum Heiligen Stuhl; als andere Bistümer ihre Priesterseminarien wegen Hörermangel schließen mussten, gründete er 1999 das St. John Vianney Theological Seminary und gliederte es in die Päpstliche Lateranuniversität ein. In den Jahren von 1998 bis 2011 weihte Chaput 71 Priester für die Erzdiözese Denver. Eine weitere erfolgreiche Bildungsinitiative war die das Augustinus Institut, eine von Laien betriebene Katechetenakademie für Laien, die sich an der Neuevangelisierung Nordamerikas beteiligen wollen.

Im internationalen Austausch ist Erzbischof Chaput wiederholt aufgetreten. Er diente als Mitglied des U.S. Commission on International Religious Freedom (2003-2006). 2005 war er in Córdoba für die Antisemitismus-Konferenz der OSCE. 2009 wurde er mit dem Canterbury Medal für die Förderung der Religionsfreiheit ausgezeichnet.

Er ist derzeit Mitglied des Board of Directors des weltweit größten religiösen Fernsehsenders EWTN, des St. John Vianney Theological Seminary in Northern Colorado, der Fellowship of Catholic University Students, der Catholic Association of Latino Leaders und der World Youth Alliance International.

Chaput wurde wiederholt bei prominenten disziplinären Verhandlungen vom Papst zum Visitator ernannt. 2005/2006 war er Apostolischer Visitator der nordamerikanischen Priesterseminare, 2007 visitierte er Bischof William Martin Morris in Toowoomba, Australia, worauf Morris zurücktreten musste.[2] 2009/2010 wirkte er bei der Visitation der skandalumwitterten Legionäre Christi mit.

Am 19. Juli 2011 wurde er zum Erzbischof von Philadelphia ernannt und am 8. September 2011 feierlich installiert.[3]

Charles Joseph Chaput gehört dem Indianerstamm der Prairie Band of the Potawatomi an. Er ist der zweite Native American, der in den USA zum Bischof geweiht wurde; er ist der erste mit diesem ethnischen Hintergrund, der Erzbischof wurde.

Einsatz für den Schutz der Ungeborenen[Bearbeiten]

Chaput hat mehrmals verkündet, dass Katholiken, die im Stand der schweren Sünde leben oder die Lehre der Kirche leugnen, sich freiwillig vom Kommunionempfang zurückhalten sollen.[4]

In einem Interview mit The New York Times im Jahr 2004 hat Chaput verlautbart, dass es als sündhaftes Verhalten gilt, den Präsidentschaftskandidaten John Kerry zu wählen, da Kerry ein Unterstützer der Abtreibung ist. Der Erzbischof gilt seither als politisch engagierter Bischof und wird dafür auch kritisiert.[5]

Chaput kritisierte Barack Obama wiederholt, ebenso aufgrund der Abtreibungspolitik des Präsidenten. Er wirft ihm vor, die amerikanische Kultur in den Bereichen Ehe, Familie, Sexualität, Bioethik und Religion im öffentlichen Leben umpolen zu wollen.[6]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Biographie der Erzdiözesanen Pressestelle Denver
  2. Sacked Australian bishop hits Chaput visitation.
  3. Vatican News berichtete.
  4. Eric Gorski: Denver archbishop: Catholics must accept church's teachings, The Denver Post. 29. Mai 2004. Abgerufen am 26. Februar 2009. 
  5. Group of Bishops Using Influence to Oppose Kerry
  6. Denver Archbishop Warns of „Spirit of Adulation“ Surrounding Obama, Catholic News Agency. 24. Februar 2009. Abgerufen am 26. Februar 2009. 

Weblinks[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Harold Joseph Dimmerling Bischof von Rapid City
1988−1997
Blase Joseph Cupich
James Francis Stafford Erzbischof von Denver
1997−2011
Samuel Joseph Aquila
Justin Francis Kardinal Rigali Erzbischof von Philadelphia
seit 2011