Charles Lefebvre-Desnouettes

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Charles Lefebvre Desnouettes

Charles Lefebvre-Desnouettes, seltener Charles Lefèbvre-Desnoëttes (* 14. September 1773 in Paris ; † 22. Mai 1822 an der Küste von Irland, Schiffsunglück) war ein französischer Divisionsgeneral der Kavallerie.

Leben[Bearbeiten]

1792 kam Lefebvre-Desnouettes zur Armee und diente erst in der Nordarmee, später dann in der Rheinarmee. Nach ersten Beförderungen berief man ihn 1798 zum Aide-de-camp von Napoleon und als solcher kämpfte er unter anderem bei Marengo (14. Juni 1800).

Nach weiteren Beförderungen konnte er sich bei Elchingen (14. Oktober 1805) und Austerlitz (2. Dezember 1805) durch Tapferkeit auszeichnen. Im darauffolgenden Jahr sah man ihn bereits als General und als solcher wurde er nach Spanien befohlen, um dort die Napoleonischen Interessen durchzusetzen.

Lefebvre-Desnouettes war 1808 - neben Bon-Adrien-Jeannot de Moncey und Jean-Antoine Verdier - an der Belagerung von Saragossa beteiligt. Er kämpfte bei Benavente (29. Dezember 1808) und fiel dabei britischen Truppen unter Henry William Paget in die Hände. Als offizieller Kriegsgefangener wurde Lefebvre-Desnouettes nach Großbritannien gebracht und verbrachte über zwei Jahre bei Cheltenham (Gloucestershire). 1811 brach er sein Ehrenwort und floh zurück nach Frankreich.

1812 nahm er an Napoleons Russlandfeldzug teil und kämpfte tapfer bei Borodino (7. September 1812) und an der Beresina (26./28. November 1812).

In der Schlachten von Brienne (29. Januar 1814), La Rothière (1. Februar 1814), Montmirail (11. Februar 1814), Vauchamps (14. Februar 1814) und Arcis-sur-Aube (20./21. März 1814) konnte sich Lefebvre-Desnouette wiederum durch Mut und Tapferkeit auszeichnen.

Als Napoleon die Insel Elba verlassen hatte und die „Herrschaft der Hundert Tage“ begannen, schloss sich Lefebvre-Desnouette sofort wieder dem Kaiser an und führte eine Kavallerie Division. Mit dieser beteiligte er sich unter anderem an den Kämpfen bei Quatre-Bras (16. Juni 1815) und in der Schlacht bei Waterloo (18. Juni 1815).

Während der Restauration wurde Lefebvre-Desnouettes als Günstling Napoleons angeklagt und zum Tode verurteilt. Er konnte aber in die USA fliehen und lebte dort ab 1817 für einige Jahre in der Société coloniale de la vigne et de l'olivier in Alabama; eine Gründung von und für französische Bonapartisten im Exil, ähnlich des Champ d'Asile von François Antoine Lallemand.

Des Öfteren ließ Lefebvre-Desnouettes König Ludwig XVIII. Bittgesuche und Ergebenheitsadressen zukommen. Seiner Rückkehr unsicher, verkaufte er 1821 seinen Besitz, Château des Nouettes, an die Schriftstellerin Sophie de Ségur. Im Frühjahr 1822 wurde ihm Straffreiheit zugesichert und eine Rückkehr nach Frankreich erlaubt. Lefebvre-Desnouette segelte mit dem Schiff „Albion“ Richtung Europa, erlitt aber am 22. Mai 1822 an der Küste von Irland Schiffbruch, bei dem nahezu die gesamte Besatzung unterging. Sein Leichnam wurde nie gefunden.

Zum Gedenken an ihn und an alle, die mit ihm starben, ließ seine Witwe auf einem Hügel in Sainte-Adresse (heute ein Vorort von Le Havre) an der Rue Charles Alexandre Lesueur einen Kenotaph (Obelisk) errichten; im Volksmund Pain de Sucre genannt.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kevin F. Kiley: Once there were titans. Napoleon's generals and their battles 1800–1815. Greenhill, London 2007, ISBN 978-1-85367-710-6.
  • Charles Mullié: Biographie des celébrités militaires des armées de terre et de mer de 1789 à 1850. Poignavant, Paris 1851 (2 Bde.).
  • Stephen Poe: The Cassell Dictionary of the Napoleonic Wars. Cassell, London 1999, ISBN 0-304-35229-2.
  • Digby Smith: The Napoleonic Wars Data Book. Greenhill, London 1998, ISBN 1-85367-276-9.