Charles Misner

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Charles Misner (2009).

Charles W. Misner (* 13. Juni 1932 in Jackson (Michigan)) ist ein US-amerikanischer theoretischer Physiker, der sich mit der Gravitationstheorie beschäftigt.

Misner machte seinen Bachelor-Abschluss 1952 an der University of Notre Dame, seinen Master 1954 an der Princeton University, wo er 1957 bei John Archibald Wheeler promovierte („Outline of Feynman Quantization of General Relativity“[1]). Ab 1956 war er „Instructor“ in Princeton und ab 1959 Assistant Professor. 1963 ging er als Associate Professor an die University of Maryland in College Park, wo er 1966 bis 2000 Professor für Physik war. Seitdem ist er dort Professor Emeritus und Senior Research Scientist in der Gruppe für Gravitationsphysik. Er war unter anderem Gastprofessor 1966/7 und 1976 in Cambridge in England, 1959 und 1976 am Niels-Bohr-Institut in Kopenhagen, 1971 am Institut für physikalische Probleme der Akademie der Wissenschaften in Moskau, 1972 am Caltech, 1973 am All Souls College in Oxford, 1980/81 und 2000 an der University of California in Santa Barbara und 2000–2002 und 2005 am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam.

1958 bis 1962 war er Sloan Fellow und 1972/73 Guggenheim Fellow. 1994 erhielt er mit Stanley Deser und Richard Arnowitt den Dannie-Heineman-Preis für mathematische Physik. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.

Bekannt ist Misner für seinen kosmologischen Ansatz des „Mixmaster Universums“[2] (als Modell einer chaotischen, oszillierenden kosmologischen Entwicklung), die Arnowitt-Deser-Misner-Massendefinition[3] und die Arnowitt-Deser-Misner (ADM) Form der Feldgleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie (in einer „Hamiltonschen Form“ von Bewegungsgleichungen durch Aufteilung in dreidimensionale raumartigen Hyperflächen und einer zeitartigen Koordinate).[4] Mit seinem Studenten Beckedorff[5] gab er sehr früh in den 1960er Jahren in einer Fortentwicklung der Oppenheimer-Snyder-Behandlung eines Gravitationskollapses eine Lösung der Feldgleichungen für das, was später Schwarzes Loch genannt wurde. Später beschäftigte sich Misner u.a. mit numerischer Behandlung der Allgemeinen Relativitätstheorie.

Mit seinem Lehrer John Wheeler und Kip Thorne verfasste er 1973 das Lehrbuch Gravitation (Freeman, 1279 Seiten), welches bis heute (2008) als Standardwerk gilt. Mit Patrick Cooney veröffentlichte er 1991 das Buch Spreadsheet Physics über die Verwendung von Tabellenkalkulationsprogrammen im Physik-Unterricht.

Zu seinen Doktoranden zählt Carl H. Brans.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. veröffentlicht in den Reviews of Modern Physics. Band 29, 1957, S. 497
  2. Physical Review Letters. Band 22, 1969, S. 1071
  3. Physical Review. Band 122, 1961, S. 997
  4. Dynamical structure and definition of energy in General Relativity. In: Physical Review. Band 116, 1959, S. 1322; Canonical Variables in General Relativity. In: Physical Review. Band 117, 1960, S. 1595
  5. Thesis 1962, Vortrag von Misner 1963 in Gold „The nature of Time“ 1967 als „Infinite Redshift in General Relativity“. Sie stückelten eine Friedmann-Lösung mit verschwindendem Druck im Innern einer Kugel und den Außenraum der Schwarzschild-Lösung zusammen.