Charles Tolliver

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Charles Tolliver

Charles Tolliver (* 6. März 1942 in Jacksonville, Florida) ist ein amerikanischer Jazz- Trompeter, Flügelhornist, Bandleader und Komponist des Modern Jazz.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Tolliver wuchs in Harlem auf und besuchte die Hartnet Musical School in New York. Er studierte Pharmazie in Washington, D.C.. Im Jahr 1960 spielte er gemeinsam mit Gary Bartz in der Band von Max Roach (Album Member Don’t Git Weary). Danach spielte Tolliver in der Band von Jackie McLean, an dessen Blue-Note-Album Jacknife er 1965 mitwirkte, sowie an It’s Time. McLean stellte ihn nicht nur als Trompeter, sondern auch als Komponisten der Titel Cancellation, Revillot und Truth vor.

Anschließend arbeitete Tolliver in den Bands von Joe Henderson, Edgar Bateman, Art Blakey (1965), Booker Ervin und schließlich Horace Silver. 1966 ging er mit Willie Bobo nach Los Angeles und gehörte kurz dem Orchester von Gerald Wilson an. Im Jahr 1968 wurde er im Down-Beat-Poll als Trompeter ausgezeichnet und konnte eine erste Europatournee mit einer eigenen Formation machen. In diesem Jahr spielte er auch in der Band seines langjährigen Partners Gary Bartz und nahm mit ihm dessen Album Libra/Anothers Earth auf. Außerdem entstanden erste Aufnahmen unter eigenem Namen (auf Arista Records), begleitet von Herbie Hancock, Ron Carter und Joe Chambers. Das Album enthielt auch seine Kompositionen Paper Man und Peace By Myself.

Der Trompeter und Komponist gilt im Avantgarde Jazz als wichtige Stimme; gemeinsam mit Stanley Cowell, mit dem er 1969 das Quartett Music Inc. gründete und auch eine um Streicher verstärkte Big Band leitete, hat er das Label Strata-East gegründet und damit zirka 60 Alben veröffentlicht. Der Verdienst wurde hauptsächlich zu Anfang zu 90 % an die Musiker weitergeleitet, die auch ihre Rechte innehatten. Als Indielabel hatte es Vorbildfunktion in den 1970ern. Mit Gil Scott-Heron war das Label sehr erfolgreich. Max Roach gab ihm 1972 einen Kompositionsauftrag für das Montreux Jazz Festival (Singin’ Wid A Sword In Ma Han’). Mit der New York Jazz Repertory Company folgte 1974 in der Carnegie Hall die Uraufführung seiner Collection Suite. Ende der 1980er Jahre trat er mit dem Sextett von Louis Hayes auf. 2003 wiederbelebte er sein Bigband-Projekt, dessen Album With Love 2007 veröffentlicht wurde.

Sein Stil auf der Trompete erinnert an Clifford Brown; er verarbeitete aber auch Einflüsse von Kenny Dorham, Freddie Hubbard und des Free Jazz.[1]

Auswahldiskographie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Kunzler: Jazzlexikon. Reinbek, Rowohlt, 1988

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. nach Martin Kunzler