Charles Vignoles

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Charles Blacker Vignoles
Charles Vignoles' Grab auf dem Brompton Cemetery in London

Charles Blacker Vignoles (* 31. Mai 1793; † 17. November 1875) war ein früher Eisenbahningenieur. Sein Name ging auf eine Standardform der Eisenbahnschienen über.

Leben[Bearbeiten]

Früh schon ein Waise, wurde er von seinem Großvater, einem Professor an der Woolwich Royal Military Academy, aufgezogen. Er bildete sich vor allem in Mathematik und in Recht weiter. Seit 1814 diente er in der britischen Armee, für die er in Holland, Kanada und in den USA im Einsatz war.

Nach 1820 kehrte er nach Großbritannien zurück, wo er im Dienst von James Walker die Docks von London überwachte. Später arbeitete er für die London and Brighton Railway. Er wirkte beim Bau der Liverpool and Manchester Railway mit und war bei zwei weiteren Bahngesellschaften engagiert, der Wigan Branch Railway und der St. Helens und Runcorn Gap Railway.

Aufgrund seiner vielfältigen technischen Erfahrungen kam Vignoles bei großen Bahnprojekten zum Zug, besonders bei Bahnbauten in Irland, zum Beispiel bei der Dublin and Kingston Railway. Für die 1839 eröffnete Midland Counties Railway, welche Nottingham, Derby und Leicester verband, diente er als leitender Ingenieur. Außerdem plante er Bauarbeiten der Sheffield, Ashton-Under-Lyne and Manchester Railway und besonders den ersten Woodhead Tunnel.

Im Jahr 1836 empfahl Vignoles der Gesellschaft der London and Croydon Railway die Verwendung von Schienenprofilen mit flachem Fuß, die zuerst vom Eisenbahningenieur Robert Stevens um 1830 vorgestellt worden waren. Dieser Schienentyp wurde bald zum Standard im Eisenbahnbau und ist in der technischen Terminologie als Vignolschiene bekannt.

1843 wurde er von der württembergischen Regierung als Gutachter berufen, um die Planung für die dortigen Hauptbahnen zu beurteilen und zu überarbeiten, die u.a. wegen der Überquerung der Schwäbischen Alb besonders schwierig war. Da Vignoles stärkere Steigungen als 1:100 für unmöglich erachtete, waren seine Vorschläge jedoch von übertriebener Vorsicht geprägt und hätten zu längeren und teureren Bahnbauten geführt. Sie wurden daher verworfen, und die Bahnen wurden stattdessen nach den Plänen von Karl Etzel gebaut.

Danach arbeitete Vignoles für mehrere europäische Bahngesellschaften. Um 1850 baute er die große Nikolaus-Kettenbrücke von Kiew über den Dnepr, die längste Kettenbrücke Europas. Ab 1853 arbeitete er für die Wiesbadener Eisenbahngesellschaft und ihre Nachfolgerinnen an der Nassauischen Rheinbahn von Wiesbaden nach Oberlahnstein. Von 1857 bis 1864 stand der Ingenieur im Dienst der Tudela-Bilbao-Bahn in Spanien.

Seit 1827 Mitglied des Institution of Civil Engineers, wurde Vignoles 1841 zum ersten Professor für Ingenieurwissenschaften am University College in London ernannt. Seit 1855 trug er den Titel Fellow of the Royal Society.

Literatur[Bearbeiten]

  • Philip J. Ransom: The Victorian Railway and how it evolved. Heinemann, London 1990, ISBN 0-434-98083-8

Weblinks[Bearbeiten]