Charles de Valois, duc de Berry

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Charles de Valois (deutsch auch Karl von Valois, * 28. Dezember 1446 in La Riche; † 12. Mai 1472 in Bordeaux) war der jüngste Sohn des Königs Karl VII. von Frankreich und der einzige überlebende Bruder von dessen Nachfolger Ludwig XI..

Er wurde im Schloss Plessis-lès-Tours geboren.

Nach dem Tod seines Vaters 1461, stattete ihn sein Bruder Ludwig XI. mit einer Apanage aus. Er bekam das Herzogtum Berry, wodurch er Pair von Frankreich wurde. Da Charles mit diesem Erbanteil unzufrieden war schloss er sich dem Aufstand Karls von Charolais und dessen Liga für das Allgemeinwohl (Ligue du Bien public) an. 1465 schloss der König mit den Aufständischen den Frieden von Conflans und gestattete Charles in diesem Zusammenhang Berry gegen das Herzogtum Normandie zu tauschen.

Charles erwies sich als unfähig die Kontrolle über das Herzogtum Normandie zu festigen und geriet in Konflikt mit seinem ehemaligen Verbündeten Franz II. von Bretagne. Ludwig XI. ließ daraufhin die Normandie von königlichen Truppen besetzen, Charles floh an den Hof Franz II., mit dem er sich wieder versöhnte. Er blieb bis 1468 im Exil, als Franz II. sich mit Ludwig XI. in Ancenis Frieden schloss.

Im Frieden von Péronne zwischen Ludwig XI. und Karl von Charolais (inzwischen Herzog von Burgund) erhielt Charles 1468 die Champagne und das Brie. 1469 tauschte er diese Besitzungen sowie seine Ansprüche auf die Normandie gegen das Herzogtum Guyenne.

Charles erlag 1472 in Bordeaux einem Giftanschlag. Er wurde dort in der Kathedrale Saint-André begraben. Er war unverheiratet und hinterließ keine legitimen Erben. Seine Ländereien fielen nach seinem Tod der Krondomäne zu.

Wappen[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Karl I. Herzog von Berry
1461–1465
französische Krondomäne
französische Krondomäne Herzog von Normandie
1465–1466/69
französische Krondomäne
französische Krondomäne Herzog von Champagne
1468–1469
französische Krondomäne
französische Krondomäne Herzog von Guyenne
1469–1472
französische Krondomäne