Charles l’Éplattenier

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Charles L’Éplattenier (* 9. Oktober 1874 in Neuchâtel; † 7. Juni 1946 bei Les Brenets) war ein Schweizer Maler und Architekt.

L’Éplattenier gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Schweizer Jugendstils (Art nouveau), auch wenn er nur selten ausserhalb der Stadt La Chaux-de-Fonds wirkte, wo er seit 1897 an der Kunstgewerbeschule unterrichtete. Zu seinen Schülern gehörte u.a. der Architekt Le Corbusier, der sich bei der Wahl seines Pseudonyms möglicherweise vom Namen seines Lehrers beeinflussen liess.

La Chaux-de-Fonds entwickelte sich damals zu einem der führenden Zentren der Schweizer Uhrenindustrie, und der wirtschaftliche Boom sorgte bei den wohlhabenden Bürgern der Stadt für eine grosse Nachfrage nach Immobilien und Kunstgegenständen im Stil der Zeit. L’Éplattenier entwickelte mit seinen Schülern eine eigene Ausprägung des Art nouveau, die nach einem häufig wiederkehrenden Motiv auch style sapin („Tannenstil“) genannt wird und vor allem an einem intensiven Studium der Natur und an einer künstlerischen Stilisierung der dort vorgefundenen Strukturen interessiert war.

Zu seinen wichtigsten Werken gehören die in La Chaux-de-Fonds aufgestellten Denkmäler für die Republik und für den Bundesrat Numa Droz sowie Figuren und dekorative Elemente im Krematorium und auf dem Friedhof der Stadt. Ausserdem wurde das städtische Museum der Schönen Künste nach seinen Entwürfen gestaltet.

1946 verunglückte er tödlich auf der Motivsuche im felsigen Gelände am Fluss Doubs.

Literatur[Bearbeiten]

  • Die kleine Enzyklopädie, Encyclios-Verlag, Zürich, 1950, Band 2, Seite 41
  • Udo Weilacher, Peter Wullschleger, Landschaftsarchitekturführer Schweiz, Birkhäuser Verlag, Basel Berlin Boston, 2002, Seite 82