Charlotte Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Charlotte Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel

Charlotte Christine Sophie (* 28. August 1694 in Wolfenbüttel; † 22. Oktoberjul./ 2. November 1715greg. in Sankt Petersburg), Prinzessin von Braunschweig-Wolfenbüttel, Zarewna von Russland, war die dritte Tochter des Herzogs Ludwig Rudolf von Braunschweig-Wolfenbüttel und dessen Gemahlin Christine Luise von Öttingen.

Leben[Bearbeiten]

Am 25. Oktober 1711 wurde Charlotte Christine mit dem Zarewitsch Alexei von Russland, dem Sohn des russischen Zaren Peter I., verheiratet. Die Zeremonie fand in Torgau an der Elbe am Hof der sächsischen Kurfürstin Christiane Eberhardine statt, wo Charlotte erzogen worden war.

Charlotte genoss zwar die Zuneigung Peters I., wurde jedoch von ihrem unberechenbaren und trunksüchtigen Gatten bald misshandelt. 1714 gebar sie ihre Tochter Natalija († 1728), und starb Anfang November 1715, einige Tage nach der Geburt des späteren Zaren Peter II., an Kindbettfieber.

Als erstes Mitglied des Kaiserhauses wurde sie in der damals noch unvollendeten Peter- und Paul-Kathedrale in Sankt Petersburg beigesetzt.

Literarisches Nachleben[Bearbeiten]

50 Jahre nach ihrem Tod tauchten Gerüchte auf, Charlotte sei damals nicht gestorben, habe später als Frau eines französischen Offiziers in Amerika gelebt und ihren Lebensabend, finanziell unterstützt von ihrer Nichte Kaiserin Maria Theresia von Österreich, in Europa verbracht.

Dieses Schicksal wurde vom Schriftsteller Heinrich Zschokke in einer Novelle thematisiert. Die Schauspielerin und Schriftstellerin Charlotte Birch-Pfeiffer verarbeitete das Leben Charlotte Christines später in einem Opernlibretto, zu dem Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha die Musik komponierte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ferdinand Spehr: Charlotte Christine Sophie. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 4, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 103.
  • Charlotte Birch-Pfeiffer: Santa Chiara oder die Auferstandene. Romantische Oper in drei Aufzügen, Reclam, Leipzig 1900
  • Je.W. Ptschelow: Monarchen von Russland (Монархи России), Olma-Press, Moskau 2003, Seite 428
  • Johann Christian Lünig. Theatrum Ceremoniale oder Historisch-Politischer Schauplatz aller Ceremonien. 2.Teil. Ceremoniell bei dem zu Torgau zelebrierten Beilager des Zarischen Kronprinzen, Herrn Alexej Petrowitz, de anno 1711, S.479.
  • Wladimir Guerrier. Die Kronprinzessin Charlotte von Rußland/Schwiegertochter Peters des Großen nach ihren noch ungedruckten Briefen 1707-1715, Bonn 1875

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Charlotte Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien