Charly Hübner

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Charly Hübner (2010)

Charly Hübner (eigentlich Carsten Johannes Marcus Hübner; * 4. Dezember 1972 in Neustrelitz) ist ein deutscher Theater-, Film- und Fernsehschauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn der Gastwirte Johannes und Margitta Hübner wuchs Charly Hübner in Feldberg (Kreis Neustrelitz) auf. Nach seinem Abitur 1991 arbeitete er am Landestheater Neustrelitz als Schauspieleleve und Regieassistent.

1993 begann er sein Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Schon während des Studiums lernte er die Theaterregisseure Tom Kühnel und Robert Schuster kennen. Gemeinsam erarbeiteten sie Inszenierungen für das Maxim-Gorki-Theater und die Schaubühne in Berlin, ab 1997 auch für das Schauspielhaus und das TAT in Frankfurt am Main. In den Jahren 1996 bis 2002 arbeitete Hübner unter anderem mit den Regisseuren Amélie Niermeyer, Peter Eschberg, Hans Hollmann und Christian Tschirner zusammen. 2008 setzte er nach längerer Unterbrechung seine Theaterarbeit am Schauspielhaus Zürich fort. Ab 2011 spielte er am Schauspiel Köln unter der Leitung von Karin Beier, der er 2013 ans Deutsche Schauspielhaus Hamburg folgte.

2003 wechselte Hübner von der Bühne vor die Kamera. In vielen Film-Nebenrollen trat er zunächst als Darsteller der ‚kleinen Leute‘ oder als ‚guter Freund‘ auf. Allein im Jahr 2005 nahm er so an 17 Filmprojekten teil. Zusätzliche Bekanntheit erlangte er durch einen Werbespot für die Dresdner Bank.[1] Einen Karriereschub erfuhr er 2006 durch seinen Auftritt im Oscar-prämierten Spielfilm Das Leben der Anderen, wo er einen Stasi-Oberfeldwebel spielte, der bei der Überwachung die Nachtvertretung des von Ulrich Mühe dargestellten Offiziers übernimmt.[2]

2007 erhielt Hübner eine Hauptrolle als Gerichtsmediziner Dr. Thomas Renner in der RTL-Krimiserie Post Mortem. Hauptrollen spielte er auch im Kinofilm Autopiloten und im ZDF-Sozialdrama Über den Tod hinaus. In der Sat.1-Comedyserie Ladykracher tritt er seit 2008 als Sketchpartner von Anke Engelke auf. Seit 2010 bilden Charly Hübner als Kriminalhauptkommissar Sascha Bukow und Anneke Kim Sarnau das Ermittlerduo in den Rostocker Polizeiruf 110-Folgen des NDR. Für die Fälle Feindbild und … und raus bist du erhielten die beiden eine Nominierung für den Grimme-Preis 2012,[3] die Folge Fischerkrieg brachte Hübner 2013 den Bayerischen Fernsehpreis ein. Viel Lob von der Kritik[4][5] bekam er auch für seine Hauptrolle als Soziopath im Psychodrama Unter Nachbarn, für die er zudem die Goldene Kamera 2013 als „Bester deutscher Schauspieler“ erhielt. 2012 war er in der international koproduzierten Action-Serie Transporter als Mechaniker Dieter zu sehen. 2013 drehte Charly Hübner seinen ersten kleinen Dokumentarfilm als Regisseur. Für die ARD-Dokumentation 16 × Deutschland lieferte er den Teil über Mecklenburg-Vorpommern.

Charly Hübner ist mit der Schauspielerin Lina Beckmann verheiratet[6] und lebt in Hamburg sowie auf dem Land im Landkreis Mecklenburg-Strelitz.

Theater (Auswahl)[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2012: Nominierung für den Grimme-Preis Spezial für Polizeiruf 110: Feindbild und Polizeiruf 110: … und raus bist du (gemeinsam mit Anneke Kim Sarnau)
  • 2012: Bester Schauspieler beim Fancine festival de cine fantástico de la Universidad de Málaga für Unter Nachbarn[8]
  • 2012: Deutscher Regiepreis Metropolis „Bester Schauspieler“ für Unter Nachbarn und Polizeiruf 110: Einer trage des anderen Last
  • 2013: Goldene Kamera in der Kategorie „Bester deutscher Schauspieler“ für Unter Nachbarn
  • 2013: Bayerischer Fernsehpreis als bester Schauspieler in der Kategorie „Serien und Reihen“ für Polizeiruf 110: Fischerkrieg
  • 2014: Jupiter als bester TV-Darsteller für Polizeiruf 110: Zwischen den Welten

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Charly Hübner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. David Denk: Viele Wege führen zum Ruhm. In: taz vom 12. Oktober 2009
  2. Rainer Tittelbach: Porträt Charly Hübner, abgerufen am 2. Oktober 2010
  3. Grimme-Institut: Wettbewerbskontingent Fiktion / Spezial, abgerufen am 19. Januar 2012
  4. Christian Buß: Mein Nachbar, der Psycho. In: Spiegel Online vom 30. Mai 2012
  5. Thomas Thiel: Wenn der Nachbar zweimal klingelt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29. Mai 2012, S. 33 (online)
  6. Lisa Seiler: „Einen Jungen in dem Alter und mit Bauch hammwa noch nicht“ Interview mit Charly Hübner in: muensterschezeitung.de vom 25. August 2013
  7. FAZ.NET-Tatortsicherung „Wie böse ist Bukow?“, FAZ vom 2. November 2014
  8. Premios Fancine 2012 – Relación de premiados, abgerufen am 17. Dezember 2012