Charo

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Charo (2004)

Charo (* 13. März 1951 in Murcia, Spanien; eigentlicher Name María Rosario Pilar Martínez Molina Gutiérrez de los Perales Santa Ana Romanguera y de la Hinojosa Rasten) ist eine US-amerikanische Sängerin, Schauspielerin und klassische Gitarristin.

Karriere[Bearbeiten]

Charo erlernte das Spiel der klassischen Flamenco-Gitarre bei Andrés Segovia und wurde später zweifach im Magazin Guitar Player als "Bester Flamenco-Gitarrist" ausgezeichnet.[1] 1966 heiratete sie den 66 Jahre alten Orchesterleiter Xavier Cugat, der sie mit in die USA nahm. Zunächst trat sie zusammen mit dem Orchester ihres Mannes in New York City und Las Vegas auf. Ab Mitte der 1960er Jahre begann sie mit Auftritten in US-amerikanischen Unterhaltungsshows.

Nach den offiziellen spanischen Geburtsdokumenten wurde Charo bereits 1941 geboren. Die Angelegenheit landete schließlich 1977 vor einem US-amerikanischen Gericht. Sie gab an, ihr Alter falsch angegeben zu haben, um damals 15-jährig den viel älteren Cougat legal heiraten zu können. Letztlich wurde 1951 nach Beeidigung ihrer Eltern als Geburtsjahr beglaubigt. Nachdem sie im selben Jahr die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erlangt hatte, ließ sie sich von Cugat scheiden.

In den 1970er Jahren hatte sie wie auch Frank Sinatra, Ray Charles und Dean Martin ihre eigenen Shows in Las Vegas. Charo trat in dieser Zeit in den verschiedensten TV-Formaten auf, zu Gastrollen in Serien wie Love Boat und Fantasy Island kamen Auftritte in zahlreichen Talkshows, darunter allein 16 bei Johnny Carsons Tonight Show. Hier fiel sie durch ihre lebhafte Persönlichkeit, ihren starken spanischen Akzent und den Ausspruch Cuchi-Cuchi auf, der zu ihrem Markenzeichen wurde.[2] Außerdem wählte Charo diesen auch für ihr erstes Album aus, das 1977 bei dem Disco-Label Salsoul erschien und mit dem Salsoul Orchestra eingespielt wurde. Der Song Dance a Little Bit Closer entwickelte sie zum Hit in den amerikanischen Disco-Charts (Platz 18)[3] und platzierte sich auch auf Platz 44 in Großbritannien.[4] Charo nahm noch bis Anfang der 1980er Jahre Disco-Platten auf, Olé Olé (1978) und Stay With Me (1979) waren ebenfalls in den entsprechenden Charts erfolgreich.[3] Darüber hinaus nahm sie den Titelsong der TV-Serie Love Boat im Disco-Sound [5] und 1981 die ABBA-Ballade Chiquitita auf.

Während der 1980er Jahre zog sich Charo weitgehend aus dem Showgeschäft zurück und zog nach Hawaii. Sie trat jedoch weiterhin gelegentlich in Fernsehshows wie The New Hollywood Squares auf. Erst Ende der 1990er Jahre trat sie wieder häufiger in Erscheinung, unter anderem in Werbekampagnen für Sprint Nextel und Geico. 2004 war sie in der Reality-Show The Surreal Life zu sehen.

2008 veröffentlichte sie die Single España Cañi.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1977: Cuchi-Cuchi (mit dem Salsoul Orchestra)
  • 1978: Olé Olé (mit dem Salsoul Orchestra)
  • 1981: Bailando con Charo
  • 1994: Guitar Passion
  • 1996: Blame It on the Macarena
  • 1997: Gusto
  • 2005: Charo and Guitar

Filmografie (Auszug)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charo-Biografie auf mda.org (englisch)
  2. "Contemporary Hispanic quotations", Daniel E. Stanton, Edward F. Stanton, 2003, Seite 41
  3. a b [Joel Whitburn: Hot Dance/Disco 1974-2003, 2004, Seite 55, ISBN 0-89820-156-X]
  4. Chartsinfo Großbritannien, Chartstats.com
  5. LP-Info, Discogs.com