Charoen Pokphand

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Charoen Pokphand Group
เครือเจริญโภคภัณฑ์
Rechtsform Privat
Gründung 1921
Sitz Bangkok, ThailandThailand Thailand

Leitung

Mitarbeiter 280.000
Umsatz 13 Mrd. USD (2002)
Branche * Landwirtschaft und Nahrungsmittel
  • Einzel-, Groß- und Außenhandel
  • Automobilindustrie
  • Telekommunikation
Website www.cpthailand.com

Die Unternehmensgruppe Charoen Pokphand (CP) (thailändisch เครือเจริญโภคภัณฑ์, RTGS: Khruea Charoen Phokphan, Aussprache: [kʰrɯa t͡ɕàrɤːn pʰôkpʰan]) ist ein multinationales Unternehmen mit Sitz in Thailand. Die Kerngeschäfte des Mischkonzerns sind Agrar- und Nahrungsmittelindustrie, Vertrieb und Handel sowie die Telekommunikationsindustrie. Die CP Gruppe wurde 1921 gegründet und beschäftigt heute 280.000 Angestellte in Standorten auf der ganzen Welt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1921 gründeten die aus China nach Thailand (damals Siam) eingewanderten Brüder Ek Chor und Siew Whooy ein Geschäft für Saatgut in Bangkoks Chinatown. Sie importierten Saatgut und Gemüse aus China und exportierten Geflügel, Schweine und Eier nach Hongkong. 1946 wurde die Firma in Charoen Pokphand (CP) umbenannt. In den 1970er-Jahren hatte CP den thailändischen Markt für Hühner und Eier fast vollständig unter Kontrolle.[1]

Die Firma wurde berühmt für ihre horizontale Integration verschiedener Geschäftsbereiche: Tierzucht, Schlachthäuser, industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln und später mit einer eigenen Restaurantkette. CP expandierte auch ins Ausland. 1972 wurde eine Getreidemühle in Indonesien gegründet, ab 1973 wurden Hühner nach Japan exportiert und 1976 wurde eine Tochterfirma in Singapur gegründet.[2]

Als sich China in den 1980ern für ausländische Unternehmen öffnete, konnte sich CP durch gute Verbindungen zum Vaterland China als erste ausländische Firma in der neu geschaffenen Sonderwirtschaftszone von Shenzhen niederlassen wo die Tochterfirma Chia Tai gegründet wurde. CP wurde ein bevorzugter Partner für internationale Unternehmen wie Honda, Wal Mart und Tesco. Bis zu den frühen 1990ern hat CP rund 200 Tochterfirmen in China gegründet.[3]

1989 hat CP zusammen mit dem belgischen Chemiekonzern Solvay die Firma Vinythai gegründet, die PVC herstellt.[4] Im nächsten Jahr schloss CP eine Partnerschaft mit der U.S. amerikanischen Telekommunikationsfirma NYNEX um die Tochterfirma TelecomAsia zu gründen, die ein eigenes Glasfasernetz aufbaute.[2]

Ab 1993 wurden viele Tochterunternehmen an die Börse gebracht. TelecomAsia, Charoen Pokphand Feedmill, Siam Makro und Vinythai wurden an der Stock Exchange of Thailand gelistet, eine Tochter aus Hongkong an der Hong Kong Stock Exchange, die Gruppe für Tiernahrung und Geflügel aus Shanghai an der Shanghai Stock Exchange, der Immobilien-Entwickler Hong Kong Fortune an der Hong Kong Stock Exchange und Ek Chor China Motorcycle an der New York Stock Exchange.[2]

Nach der Asienkrise von 1997 konsolidierte CP die drei Geschäftszweige Nahrung (C.P. Foods), Einzelhandel (CP-ALL als thailändischer Franchisenehmer von 7-Eleven) und Telekommunikation (True). Gemäß dem Krisenplan verkaufte die Firma 2003 ihren Anteil an Tesco Lotus, einem Gemeinschaftsunternehmen mit Tesco, um sich auf 7-Eleven zu konzentrieren, bei dem CP einen Mehrheitsanteil hielt. Allerdings behielt CP die Anteile an den Tesco Lotus Märkten in China.

Tochtergesellschaften[Bearbeiten]

Charoen Pokphand Foods[Bearbeiten]

Charoen Pokphand Foods Plc. (CPF) wurde 1978 gegründet und ist in den Bereichen Tiernahrung, Tierzucht, Lebensmittelverarbeitung und Handel tätig. CPF ist heute der weltweit größte Hersteller von Tiernahrung.[5]

True Corporation[Bearbeiten]

Die Telekommunikationsgruppe True Corporation Plc (True) wurde in den späten 1980ern gegründet. Die wichtigsten Unternehmen sind der Mobilfunkanbieter True Move, der Internetanbieter True Online und der Pay-TV-Anbieter True Visions.

CP ALL[Bearbeiten]

CP ALL Plc. ist der thailändische Lizenznehmer von 7-Eleven und betreibt 6.479 Verbrauchermärkte dieser Marke in Thailand (Stand 1. Januar 2012).[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Handley: De-mythologizing Charoen Pokphand: An interpretative picture of the CP Group’s growth and diversification. In: Ethnic Business. Chinese capitalism in Southeast Asia. RoutledgeCurzon, Abingdon/New York 2003.
  • Yadong Luo: Strategy, Structure, and Performance of MNCs in China. Greenwood, Westport CT 2001, Appendix D „Case 4: Charoen Pokphand Group“, S. 241–253.
  • Pavida Pananond: The Making of Thai Multinationals. A Comparative Study of the Growth and Internationalization Process of Thailand’s Charoen Pokphand and Siam Cement Group. In: Journal of Asian Business, Band 17, Nr. 3, 2001, S. 41–70.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Phasuk Phongpaichit, Chris Baker: Thailands Boom and Bust. Silkworm Books, Thailand 1998, ISBN 974-7100-57-6.
  2. a b c St. James Press: International Directory of Company Histories, Vol.62: Charoen Pokphand Group. 2004. Abgerufen am 1. Mai 2012.
  3. Thomas White Global Investing: Emerging Leaders: Dhanin Chearavanont. 8. November 2011. Abgerufen am 1. Mai 2012.
  4. solvayplastics.com: Vinythai Company Profile. 5. April 2012. Abgerufen am 1. Mai 2012.
  5. Karl Shmavonian: Forbes Asia's 2011 Businessman Of The Year: Dhanin Chearavanont. 23. November 2011. Abgerufen am 1. Mai 2012.
  6. 7-Eleven: About 7-Eleven. 1. Januar 2012. Abgerufen am 1. Mai 2012.

Weblinks[Bearbeiten]