Chatrichalerm Yukol

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Chatrichalerm Yukol beim Empfang des Filmfestivals Phuket 2007

Prinz Chatrichalerm Yukol (หม่อมเจ้าชาตรีเฉลิม ยุคล, RTGS: Mom Chao Chatrichaloem Yukhon, Aussprache: [t͡ɕʰâːtriːt͡ɕʰàlɤːm júʔkʰon], Spitzname Than Mui; * 29. November 1942 in Bangkok) ist ein thailändischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent und Enkel des thailändischen Filmpioniers Yukhon Thikhamporn. Er war Mitglied der Jury der Berlinale und wurde für den Oscar vorgeschlagen.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Prinz Chatrichalerm wurde als Sohn von Prinz Anusornmongkolkarn Yukol und Mom Ubol Yukol Na Ayutthaya in Bangkok geboren. Beide Elternteile waren Filmemacher und Mitbegründer der Filmgesellschaft Lavo Pappayon. Auch sein Onkel Prinz Bhanu Yukol war ein thailändischer Filmpionier.

Zur Schulausbildung wurde Chatrichalerm nach Australien geschickt. Anschließend ging er an die University of California, Los Angeles und erhielt einen Abschluss in Geologie, Nebenfach Film. Dabei nahm er an Vorlesungen bei Francis Ford Coppola und Roman Polański teil, woraufhin ihn der Regisseur und Produzent Merian C. Cooper als Assistenten einstellte.

Filme[Bearbeiten]

Das bekannteste Werk Chatrichalerms ist die Filmserie über König Naresuan (2006-2010). Im Jahr 2001 hatte er schon die Legende der Königin Suriyothai verfilmt, doch reicht seine Tätigkeit bis in die Siebziger Jahre zurück, als er mit Aus der Dunkelheit den ersten thailändischen Science-Fiction-Film drehte (1971).

Chatrichalerm war einer der ersten thailändischen Filmemacher, die sich mit den gesellschaftlichen Veränderungen auseinandersetzten. Unter anderem inszenierte er die Geschichte von Dr. Karn (Khao Chue Karn, „Sein Name ist Karn“), die auf einer Erzählung von Suwanni Sukhontha beruht. Darin wird während der kurzen Zeit der thailändischen Demokratiebewegung 1973 die Korruption im Land angeprangert. Selbst der Status von Chatrichalerm als Prinz hinderte die Zensurbehörde seinerzeit nicht daran, den Film um entscheidende Elemente zu kürzen. Doch konnte der Regisseur anlässlich einer persönlichen Vorführung für den Premierminister Thanom Kittikachorn die ungekürzte Fassung durchsetzen.

Chatrichalerms Filme handeln meist von sozialen Problemen, u. A. von Prostitution (Hotel Angel, 1974), frühzeitigem Sex (Daughter und Daughter 2), Umweltschutz (The Elephant Keeper, 1987) und den Auswüchsen des Drogenhandels (Powder Road, 1991).

Drei seiner Filme wurden für den Oscar vorgeschlagen: The Elephant Keeper, Song for Chao Phaya und Daughter 2'.

Filmepen[Bearbeiten]

Seit 1999 befasst sich Chatrichalerm vermehrt mit der thailändischen Geschichte. Zunächst inszenierte er die Legende der Suriyothai, die eine Begebenheit aus dem 16. Jahrhundert der thailändischen Geschichte nacherzählt. Dieses Projekt wurde von Königin Sirikit und der königlichen Familie auch finanziell unterstützt. Der Film sollte zunächst acht Stunden dauern, wurde dann für das thailändische Publikum auf drei Stunden zusammengeschnitten. In den USA und Europa kursiert nun eine etwa zweistündige Fassung von Francis Ford Coppola.

Ein noch größeres Projekt bildet seit 2006 die Geschichte des großen Königs Naresuan, die in drei Teilen erzählt wird (King Naresuan – Der Herrscher von Siam).

Filmografie[Bearbeiten]

  • Out of the Darkness (Man Ma Kap Kwam Mued) (1971)
  • Dr. Karn (Khao Chue Karn) (1973)
  • The Colonel (Pom Mai Yak Pen Pan To) (1974)
  • Hotel Angel (Thep Thida Rong Raem) (1974)
  • Last Love (Kuam Rak Krang Suthai) (1975)
  • The Violent Breed (Thewada Doen Din)
  • Dangerous Modelling (1975)
  • Angel Who Walks on the Ground (1976)
  • Taxi Driver (Citizen I) (1977)
  • Kama (1978)
  • The Yellowing of the Sky (Before the Storm) (1980)
  • If You Still Love (1982)
  • Gunman (Meu peun) (1983)
  • Detective, Section 123 (1984)
  • Freedom of Taxi Driver (Citizen II) (1984)
  • Somsee (1986)
  • The Elephant Keeper (Khon Liang Chang) (1987)
  • Song for Chao phraya (1990)
  • Powder Road (Heroin) (1991)
  • Salween (Gunman 2) (1993)
  • Daughter (Sia Dai) (1996)
  • Daughter 2 (Sia Dai 2) (1997)
  • Box (Klong) (1998)
  • Die Legende der Suriyothai (2001)
  • Last Love (remake) (2003)
  • King Naresuan (2006)

Weblinks[Bearbeiten]