Chełmno (Weichsel)
| Chełmno | ||||
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| Basisdaten | ||||
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| Staat: | Polen | |||
| Woiwodschaft: | Kujawien-Pommern | |||
| Landkreis: | Chełmno | |||
| Fläche: | 13,9 km² | |||
| Geographische Lage: | 53° 22′ N, 18° 25′ O53.36583333333318.422777777778Koordinaten: 53° 21′ 57″ N, 18° 25′ 22″ O | |||
| Höhe: | 75 m n.p.m | |||
| Einwohner: |
20.104 |
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| Postleitzahl: | 86-200 bis 86-203 | |||
| Telefonvorwahl: | (+48) 56 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | CCH | |||
| Wirtschaft und Verkehr | ||||
| Straße: | Danzig–Toruń | |||
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |||
| Bydgoszcz | ||||
| Gemeinde | ||||
| Gemeindeart: | Stadtgemeinde | |||
| Fläche: | 13,9 km² | |||
| Einwohner: |
20.104 |
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| Bevölkerungsdichte: | 1451 Einw./km² | |||
| Gemeindenummer (GUS): | 0404011 | |||
| Verwaltung (Stand: 2008) | ||||
| Bürgermeister: | Mariusz Arkadiusz Kędzierski | |||
| Adresse: | ul. Dworcowa 1 86-200 Chełmno |
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| Webpräsenz: | www.chelmno.pl | |||
Chełmno [ˈxɛwmnɔ] (deutsch Culm oder Kulm[3]) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen und liegt nahe dem rechten Ufer der Weichsel etwa 30 Kilometer nordöstlich von Bydgoszcz (Bromberg). Chełmno ist Sitz des Landkreises Powiat Chełmiński und hat rund 20.000 Einwohner.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
- 7. Jahrhundert: erste Siedlungen auf dem Lorenzberg
- frühes 11. Jahrhundert: Bau einer Basilika in einer bedeutsamen Siedlung des Piastenstaates bei Kałdus
- 1065: erstmalige urkundliche Erwähnung
- 1215: Sitz Christians, des ersten Bischofs von Preußen
- 1220: das Culmerland wurde von Konrad von Masowien teilweise erobert[4] und dem ersten Bischof Christian von Preußen geschenkt. Christian wird von den Prussen verjagt.
- 1226: Von Kaiser Friedrich II. wird es dem Deutschen Orden verliehen[5]
- 1230: Konrad von Masowien überließ das umkämpfte Prußische Culmerland dem Deutschen Orden
- 1233: Der Deutsche Orden errichtet Culm in 1232 nahe einer altpreußischen Siedlung, gibt Culm und Thorn in 1233 das Stadtprivileg.[6]
- 1440: Der Preußische Bund wird gegründet.
- 1453: Der Preußische Bund unterstellte sich der Krone Polens.
- 1453–1466: Dreizehnjähriger Krieg zwischen dem Deutschordensstaat und Preußischem Bund (verbündet mit dem polnischen König). Mit dem Zweiten Frieden von Thorn wurde die Stadt Teil des Preußen Königlichen Anteils unter polnischer Lehnsherrschaft.
- 1466–1772 unter polnischer Hoheit.
- 1473 Eröffnung des ersten Gymnasiums (Höhere Bürgerschule)[7][8]
- 1525: Nach der Reformation im Herzogtum Preußen wurden auch die Städte im königlichen Preußen größtenteils evangelisch.
- 1569: Mit der Lubliner Union wurde Preußen Königlichen Anteils Teil von Polen-Litauen.
- 1594: Das 1233 geschaffene Kulmer Recht wurde zusammengefasst.
- 1772–1807: Mit der Ersten Teilung Polens fiel die Stadt an das Königreich Preußen.
- 1775 Gründung des Kadettenhauses durch Friedrich den Großen[7]
- 1807–1815 Teil des Herzogtums Warschau.
- 1815–1920 wieder Teil Preußens.
- 1837 Eröffnung des zweiten Gymnasiums[7]
- seit 22. Januar 1920 Teil Polens
Die Stadt stand seit ihrer Gründung im Spannungsfeld zwischen (überwiegend protestantischen) Deutschen und (katholischen) Polen. Die Bevölkerung war gemischt mit allen darin enthaltenen Chancen und Konflikten. Im Jahr 1905 schätzte der Bürgermeister die Zahl der in der Stadt wohnenden Bevölkerungsgruppen. Er kam auf 5.131 Deutsche und 6.534 Polen. Er rechnete dafür die Zahlen der Volkszählung von 1905 gegeneinander. 3.876 Einwohner evangelischen Glaubens (deutsch), 284 Juden (deutsch) und von den 7.505 Katholiken gaben 971 an, ihre Muttersprache sei Deutsch. Allerdings wurden bei dieser Zählung deutsch-polnische Familien offiziell dem deutschen Bevölkerungsteil zugerechnet. Bei Reichstagswahlen setzte sich jeweils der polnische Kandidat etwa im Verhältnis 2:1 der Stimmen gegen den deutschen durch.
[Bearbeiten] Stadt Kulm, Kulmerland und Kulmer Recht
Kulm wurde 1232 von Hermann von Balk vom Deutschen Orden als Stadt gegründet.[9] Nach Thorn war es damit die zweite Stadtgründung des Ordens und war ursprünglich als Hauptstadt des gesamten Ordensstaates vorgesehen. Die später auch als „Rothenburg des Ostens“ bezeichnete Stadt verfügte deshalb über einen ausgreifenden Marktplatz und sieben Kirchen innerhalb des Stadtgebietes.
Die Stadt Kulm gab auch dem Kulmerland seinen Namen. Nach der Stadt Kulm benannt wurde ebenfalls das Kulmer Recht für das ganze Land Preußen.
Die Kulmer Handfeste standardisierte Maße und Münzwesen und bildete das Vorbild für alle weiteren Stadtgründungen des Deutschen Ordens:
„... im ganzen lande preussen soll vermoege culmischer handfeste einerley culmische muenze seyn, von klarem und reinem silber, dergestalt, das 60 schillinge 1 mark waegen sollen 1594 Culm.“
[Bearbeiten] Ehemaliges Nonnenkloster
1267 und auch noch 1337 wird in Kulm ein Zisterzienser-Nonnenkloster erwähnt.[10]Die Nonnen hatten zur Gründungszeit über vier Gehöfte verfügt.[11] Ein Nonnenkloster scheint in Kulm noch im 16. Jahrhundert bestanden zu haben, denn nachdem das Kloster Zarnowitz (wenige Kilometer westlich der Halbinsel Hela gelegen) 1590 aufgelöst worden war, soll die Klosteranlage von Benediktiner-Nonnen aus Kulm aufgekauft worden sein.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Renaissance-Rathaus
- Pfarrkirche St. Marien (Reliquie des hl. Valentin)
- Graudenzer Tor
- Klosteranlage mit Johanniskirche
- Mittelalterliche Wehrmauern (fast vollständig erhalten)
- Kulmer Akademie
- Dominikanerkirche
- Heilig-Geist-Kirche
- Sankt-Martins-Kapelle
- Garnisonskirche
Im April 2005 ist die Altstadt von Chełmno in die Liste der Geschichtsdenkmäler des Präsidenten der Republik Polen aufgenommen worden.
[Bearbeiten] Gmina
Die Landgemeinde Chełmno, zu welcher die Stadt Chełmno selbst nicht gehört, hat eine Fläche von 114,05 km², auf welcher (Stand: 31. Dezember 2010) 5391 Menschen leben. Sie besteht aus folgenden Ortschaften:
| polnischer Name | deutscher Name (1815–1920) |
deutscher Name (1939–1945) |
|---|---|---|
| Bieńkówka | Bienkowko | 1939–1942 Bienkowko 1942–1945 Benkau |
| Borówno | Borowno | 1939–1942 Borowno 1942–1945 Kulmischborau |
| Dolne Wymiary | Niederausmaß | Niederausmaß |
| Dorposz Chełmiński | Kulmisch Dorposch | 1939–1942 Kulmisch Dorposch 1942–1945 Dorrenbusch |
| Górne Wymiary | Oberausmaß | Oberausmaß |
| Kałdus | Kaldus | 1939–1942 Kaldus 1942–1945 Kalthaus |
| Klamry | Klammer | Klammer |
| Kolno | Kölln | Kölln |
| Łęg | Neusaß | Neusaß |
| Małe Łunawy | Klein Lunau | Kleinlunau |
| Nowa Wieś Chełmińska | Kulmisch Neudorf | Kulmischneudorf |
| Nowe Dobra | Neuguth 1903–1920 Neugut |
Neugut |
| Osnowo | Osnowo | 1939–1942 Osnowo 1942–1945 Kulmischosnau |
| Ostrów Świecki | Ostrower Kämpe 1873–1920 Ehrenthal |
Ehrental |
| Podwiesk | Podwitz | Podwitz |
| Różnowo | Rosenau | 1939–1942 Rosenau 1942–1945 Kulmischrosenau |
| Starogród | Althausen | Althausen |
| Wielkie Łunawy | Groß Lunau | Großlunau |
[Bearbeiten] Städtepartnerschaft
Chełmno unterhält seit 1992 eine Städtepartnerschaft mit Hann. Münden, Niedersachsen.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Oscar Binseel (1839–1905), Jurist und Zeitschriften-Herausgeber
- Adolf Wach (1843–1926), Rechtswissenschaftler
- Friedrich Fülleborn (1866–1933), Tropenmediziner und Naturwissenschaftler
- Hermann Löns (1866–1914), Journalist und Schriftsteller
- Antoni Piotrowicz (1869–1923), Maler
- Ernst Bischoff-Culm (1870–1917), Maler
- Franz Schultz (1877–1950), Germanist und Universitätsprofessor in Straßburg, Freiburg, Köln und Frankfurt
- Georg Salzberger (1882–1975), Rabbiner der Israelischen Gemeinde Frankfurt
- Otto Moll (Philologe) (1882–1959? ) Neuphilologe, Botaniker und Zoologe
- Walter Eschenbach (1883–1936), Domorganist in Königsberg i. Pr.
- Eugen Stabe (1883–1968 ), Radrennfahrer
- Heinz Guderian (1888–1954), Heeresoffizier im Zweiten Weltkrieg
- Maksymilian Raszeja (1889–1939), Theologe und Professor am Pelpliner Priesterseminar
- Ernst Wilhelm Lotz (1890–1914), Lyriker des Expressionismus
- Kurt Schumacher (1895–1952), Politiker, Parteivorsitzender der SPD
- Franciszek Raszeja (1896–1942), Mediziner und Hochschullehrer
- Leon Raszeja (1901–1939), Jurist
- Michael Otto (* 1943), Unternehmer, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Otto-Gruppe
- Jakub Zabłocki (* 1984) - polnischer Fußballspieler
[Bearbeiten] Weitere Persönlichkeiten
- Grzegorz Gerwazy Gorczycki (≈1664/1667–1734), Komponist, Priester und Pädagoge, wirkte zwei Jahre als Pädagoge in Kulm
- Johann von Buddenbrock (1707-1781), unter seiner Leitung entstand die Kulmer Kadettenanstalt
- Ludwik Rydygier (1850–1920), Mediziner, Gründer einer Privatklinik in Kulm mit bedeutender Lehr- und Forschungstätigkeit
- Paul Goesch (1885–1940), Maler und Architekt, von 1915 bis 1917 Regierungsbaumeister in Kulm
[Bearbeiten] Literatur
- Horand Henatsch (Hrsg.): Kulm an der Weichsel. Stadt und Land im Wechsel der Geschichte 1232–1982. Bremervörde, 1982.
- Gerold Schmidt, Oscar Binseel (1839–1905), Gründungsherausgeber des "Preußischen/Deutschen Verwaltungsblatts, " in: DVBl. 100.(Jubiläums-) Jahrgang. 1985, S. 1344–1347.
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website der Stadt
- Aktuelle Bilder aus Kulm/Chelmno. Gründung als Stadt des Deutschen Ordens
- Stadtgeschichte und andere Informationen über Chełmno in deutscher Sprache
- Culm an der Weichsel
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Fußnoten
- ↑ Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2010. Główny Urząd Statystyczny (GUS), abgerufen am 9. Juli 2011.
- ↑ Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2010. Główny Urząd Statystyczny (GUS), abgerufen am 9. Juli 2011.
- ↑ zur Entwicklung der Schreibweise seit 1815 siehe Darstellung auf www.territorial.de
- ↑ 1220 von Konrad erobert
- ↑ 1226 von Kaiser Friedrich II. an Deutschen Orden
- ↑ Emil Steffenhagen: Aus Altpreußens Rechtsgeschichte. III. Der Kulmer Oberhof. IV. Lübische Rechtsweisungen. In: Altpreußische Monatsschrift, Band 3, Königsberg 1866, S. 229-256.
- ↑ a b c L. Wiese: Das höhere Schulwesen in Preußen. Historisch-statistische Darstellung. Berlin 1864, S. 78-81
- ↑ Dr. Łoźyński: Die Culmer Academie im Jahre 1554. Ein Beitrag zur Geschichte dieser Anstalt. In: Programm des Königl. kathol. Gymnasiums Culm für das Schuljahr 1856-1857. Culm 1857, S. 1-20
- ↑ Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 679.
- ↑ Heinrich Friedrich Jacobson: Beitrag zur Geschichte der preußischen Klöster.In: Neues allgemeines Archiv für die Geschichte des Preußischen Staats. Band 2, Berlin Posen Bromberg 1836, S. 38-40 online
- ↑ Franz Winter: Die Zisterzienser des nordöstlichen Deutschlands. Band 2, Gotha 1871, S. 118 ff..