Chemin de Fer de la Rhune

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Chemin de fer de la Rhune
Zug der Chemin de Fer de la Rhune an der Talstation
Zug der Chemin de Fer de la Rhune an der Talstation
Streckenlänge: 4,2 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem: 3000 V 50 Hz 
Maximale Neigung: 300 
Zahnstangensystem: Strub
Zweigleisigkeit: eingleisig
   
0,0 Col de Saint Ignace 189 m
   
Ausweichstelle
   
4,2 La Rhune 905 m
Logo

Der Chemin de Fer de la Rhune (auch als “Train de la Rhune” oder “Petit train de la Rhune” bezeichnet) ist eine mit Drehstrom von 3 kV und 50 Hz gespeiste Zahnradbahn mit zweipoliger Oberleitung im Westen der Pyrenäen. Sie führt vom Pass Col de Saint Ignace (169 m) auf den Berg La Rhune (910 m). Die Bahn gehört dem Département des Pyrénées-Atlantiques und wird betrieben vom Établissement public des stations d’altitude (EPSA)

Der erste Abschnitt der Bahn wurde am 25. April und der zweite am 30. Juni 1924, von der Société des Voies Ferrées Départementales du Midi (VFDM), eröffnet und führt zur 905 Meter hohen Bergstation beim Gipfel des Berges. Der Bau der Strecke wurde vor dem Ersten Weltkrieg begonnen, die Fahrzeuge wurden 1914 geliefert. 1935 bis 37 stellte die VFDM ihr ganzes Netz ein, nur die Zahnradbahn blieb übrig, nun aber als isolierte Bahnstrecke. Daher musste eine Werkstätte gebaut werden. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste eine Zuggarnitur 1938 an die Bergbahn Luchon–Superbagnères verkauft werden. Während des Zweiten Weltkrieges musste der reguläre Betrieb eingestellt werden, einzig Versorgungsfahrten zum strategisch wichtigen Gipfel wurden durchgeführt. Nach Ende des Krieges stieg der Verkehr wieder an und 1972/79 wurde diverses Rollmaterial von der oben genannten Bergbahn (zurück-) erworben, darunter auch der 1938 verkaufte dritte Zug [1]. Konzessionärin von 1989 bis 1995 war die Société Hydroélectrique du Midi (SHEM). 1996 ließ die zu Veolia Transport gehörende CFTA, welche 1995–2012 Betreiberin der Bahn war, auf Untergestellen der Zahnradbahn von Luchon nach Superbagnères zwei Wagen für einen vierten Zug neu aufbauen.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Bahn beträgt 8 km/h, und sie legt die 4,2 Kilometer lange Strecke in rund 35 Minuten zurück. Sie ist ausschließlich im Sommer in Betrieb und fährt bei Bedarf halbstündlich. Im Winter werden lediglich Versorgungsfahrten für die Fernsehstation auf dem Gipfel durchgeführt.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Heute sind bei der Bahn sechs von ursprünglich sieben für sie und die Bahn Luchon–Superbagnères gebauten Lokomotiven mit den Nummern 1–6 vorhanden. Diese wurden wie folgt erbaut:

  • 1912 unter den Fabriknummern SLM 2233–2235 für Luchon Nr. 1–3, Nr. 3 1954 verunfallt[2]
  • 1914 unter den Fabriknummern SLM 2428–2431 für La Rhune Nr. 1–3 und Luchon Nr. 4 (La Rhune Nr. 3 ab 1938 Luchon Nr. 5)

Von den acht Personenwagen, die talseits eine Achse mit Bremszahnrad und bergseits ein Drehgestell besitzen, gehören sechs zur Ursprungsausrüstung der Bahn, zwei davon waren aber ab 1938 in Luchon, bevor sie 1972 zurückgekauft werden konnten. Die zwei weiteren Wagen wurden 1996 nach dem ursprünglichen Muster auf Untergestellen aufgebaut, die 1979 ebenfalls von Luchon gekauft werden konnten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Henri Domengie: Les petits trains de jadis - Band 7: Sud-Ouest de la France. Editions du Cabri, Breil-sur-Roya 1986, ISBN 2-903310-48-3, Seite 163–164, 216 und 248
  • 1924–1983 Chemin de fer à crémaillère de la Rhune. Société des Voies Ferrées Départementales du Midi 1983 (von der Bahn herausgegebene Broschüre)
  • U.T. im Stadtverkehr 1977, Heft 4
  • Einzelnachweise:
  1. Pierre Laederich: La crémaillère de la Rhune, in Connaissance du Rail Nr. 167 (März 1995)
  2. Walter Hefti: Zahnradbahnen der Welt. Birkhäuser Verlag Basel und Stuttgart 1971, ISBN 3-7643-0550-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chemin de Fer de la Rhune – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


43.309230655172-1.6349217295647Koordinaten: 43° 18′ 33″ N, 1° 38′ 6″ W