Chemin de fer Congo-Océan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Railways in Congo.svg

Die Kongo-Ozean-Bahn (CFCO, von französisch: Chemin de fer Congo-Océan) ist eine 510 km lange Eisenbahn in der Republik Kongo, welche den Hafen von Pointe-Noire am Atlantischen Ozean mit Brazzaville am Kongo verbindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Station Brazzaville 1932.

Die Kongo-Ozean-Bahn wurde durch die französische Kolonialverwaltung zwischen 1921 und 1934 erbaut.

Die Strecke wurde durch die Firma Batignolles erbaut, wobei der Preis an (einheimischen) Menschenleben äußerst hoch war.[1]

Der Personenverkehr wurde im April 2002 wegen Anschlägen während des Bürgerkriegs eingestellt, im Januar 2004 aber wieder aufgenommen.

COMILOG[Bearbeiten]

Im Jahre 1962 wurde in Mongo-Bélo eine private Zweigstrecke nach Mbinda nahe der Grenze zu Gabun gebaut, mit Anschluss an die 76 km lange COMILOG-Materialseilbahn. Damit wurde Manganerz der durch die Firma COMILOG (Compagnie Miniere de l’Ogooue SA) betriebenen Minen in Gabun durch dieselbe nach Pointe-Noire geführt. Die Seilbahn wurde 1986 geschlossen, nachdem das benachbarte Gabun eine eigene Eisenbahn gebaut hatte. Die Zweigstrecke ging an die CFCO und ist weiterhin in Betrieb.

Privatisierung[Bearbeiten]

Die CFCO ist derzeit ein staatliches Unternehmen, deren Privatisierung im Rahmen von Verpflichtungen durch die kongolesische Regierung gegenüber der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds. Unter den Kandidaten waren mehrere Konsortien, einschließlich Kongo-Rail (Bolloré, Maersk und SNCF) und der südafrikanischen Sheltam Mvela.

Im Jahr 2007 unterzeichnete ein koreanisches Konsortium unter Führung der CMKC-Gruppe einen Vertrag zur Erweiterung über 1000 km nach Ouésso und 500 km nach Djambala. Im Gegenzug wurde den Koreanern eine 30-jährige Konzession für Gas, Eisenerz und Tropenholz zugestanden.[2]

Unfälle[Bearbeiten]

Die Strecke war Schauplatz einiger sehr schwerer Eisenbahnunfälle:

  • Am 6. September 1991 stieß ein von Pointe-Noire nach Brazzaville fahrender Personenzug mit einem Güterzug, der Holz geladen hatte, zusammen. 133 Menschen starben.
  • Am 6. April 1996 entgleiste in der Nähe des Bahnhofs Kiazi ein überladener Güterzug mit dem viele „blinde Passagiere“ reisten. Bis zu 100 Menschen starben.[3]
  • Am 10. Januar 2001 stießen zwei Züge zusammen. Mindestens 50 Menschen starben.
  • Am 22. Juni 2010 entgleiste ein Personenzug in einer Kurve. Vier Wagen stürzten in eine Schlucht. 76 Menschen starben, mindestens 745 wurden darüber hinaus verletzt.
    Hauptartikel: Eisenbahnunfall von Bilinga

Strecke[Bearbeiten]

Die Strecke führt von Pointe-Noire nach Brazzaville.

Stationen[Bearbeiten]

Linie Pointe-Noire – Brazzaville[Bearbeiten]

COMILOG-Linie[Bearbeiten]

Geplant[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • André Gide, Voyage au Congo (1926).
  • Albert Londres, Terre d'Ébène (1929).
  • Gilles Sautter, Notes sur la construction du chemin de fer Congo-Océan (1921-1934), in: Cahiers d’études africaines 7:219-299 (1967).
  • Jane's World Railways 69/70, Seiten 542/543.

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Gide, André: Voyage au Congo
  2. Korean Consortium
  3. NN: Hintergrund: Schwere Eisenbahnunglücke in Afrika. In: RP Online - Panorama.
  4. The Times Atlas of the World, 2007, p88
  5. http://www.dmcmining.com.au/download.php?fname=./uploaddir/announcement/Pdf_111.pdf
  6. Ouésso railway
  7. Korea.net
  8. RMT
  9. Djambala railway
  10. Reuters
  11. http://www.mbendi.com/proj/p1p7.htm