Chemin de fer Vevey–Chexbres

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Chemin de fer Vevey-Chexbres)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vevey–Puidoux-Chexbres
NPZ «Train des Vignes» oberhalb Vevey, 4. Juni 2010
NPZ «Train des Vignes» oberhalb Vevey, 4. Juni 2010
Fahrplanfeld: 111
Streckenlänge: 7,83 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Strecke – geradeaus
SBB von Montreux
Bahnhof, Station
0,0 Vevey 385m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
SBB nach Lausanne
Brücke über Wasserlauf (groß)
La Veveyse
Haltepunkt, Haltestelle
0,9 Vevey-Funi zur VCP nach Mont-Pèlerin
Haltepunkt, Haltestelle
1,8 Corseaux-Cornalles
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel Salanfe (20m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel Crêt (118m)
Haltepunkt, Haltestelle
5,6 Chexbres-Village
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel Carroz (83m)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
SBB von Lausanne
Bahnhof, Station
7,8 Puidoux-Chexbres 618m
Strecke – geradeaus
SBB nach Freiburg

Die Compagnie du Chemin de fer Vevey–Chexbres (VCh) ist eine Bahngesellschaft in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Die VCh wurde am 14. Oktober 1899 in das Handelsregister des Kantons Waadt eingetragen. Ihr Gesellschaftszweck besteht im Bau und Betrieb der normalspurigen Eisenbahnstrecke VeveyPuidoux-Chexbres. Am 2. Mai 1904 war der erste Teil des Gesellschaftszwecks erreicht, die Bahnstrecke konnte in Betrieb genommen werden. Die Gesellschaft verzichtete aber darauf, den zweiten Teil des Gesellschaftszwecks selbst zu erfüllen, und verpachtete die Strecke an die SBB. Am 16. Mai 1940 nahm diese den elektrischen Betrieb auf der gepachteten Strecke auf. 1995 wurde die Strecke mit Investitionsbeiträgen von Bund und Kantonen auf Kosten der VCh erneuert und eine neue Fahrleitung gebaut.

Seit Anfang 2011 wird die Gesellschaft nicht mehr durch die GoldenPass Services (MOB) sondern durch die SBB verwaltet. Der Sitz der VCh befindet nun im Büro der SBB im Bahnhof Vevey. Die SBB haben sich vorgenommen, die Aktiengesellschaft in ihren Besitz zu überführen, damit die Strecke zu ihrer Infrastruktur gehört. Seit dem 27. Januar 2012 sind die SBB schon im Besitz von 88,8 % der Aktien. Diese haben sie von den bisherigen Hauptaktionären – dem Kanton Waadt,[1] der Stadt Vevey[2] sowie den Gemeinden, Chexbres, Puidoux, Rivaz, St-Saphorin und Chardonne übernommen. Für die restlichen Aktien, die sich im Besitz von Privaten befinden, wurde eine Kaufofferte herausgegeben.[3][4]

Strecke [Bearbeiten]

Die Strecke misst 7,83 km und hat eine maximale Steigung von 44 ‰. Sie verbindet die Hauptstrecke BernLausanne mit der Hauptstrecke Brig–Lausanne und ermöglicht so einen Verkehr Bern–Brig ohne Spitzkehre in Lausanne. Im Normalbetrieb wird dies auf Grund der starken Steigung der Strecke nicht genutzt, wohl aber bei Sperrung der Lötschbergachse. Schwerere Züge Richtung Bern benötigen dann allerdings in der Regel Vorspann.

Hauptzweck der Strecke ist der Regionalverkehr, heute ein Stundentakt. Die Strecke trägt im schweizerischen Kursbuch die Nummer 111 und die darauf verkehrenden Regionalzüge sind als S31 Bestandteil der S-Bahn Leman.

Eingesetztes Rollmaterial [Bearbeiten]

Seit Aufnahme des elektrischen Betriebes wurde der regelmässige Verkehr hauptsächlich mit Triebwagen durchgeführt, zunächst mit den Fe 4/4 18509–11 und 18561 (später 809–811, 831, dann 1669–1671, 1685), die eine elektrische Bremse aufwiesen. Als Besonderheit zu erwähnen ist sodann der von 1955 bis 1959 bzw. 1963 dauernde Einsatz[5] der beiden Pneuwagen der SBB, Mitteleinstiegwagen mit fünf- bzw. vierachsigen Pneurad-Drehgestellen. Diese Wagen hatten sich im Fernverkehr nicht bewährt, konnten hier aber dank dem geringen Gewicht von nur 12 bzw. 14 t sinnvoll eingesetzt werden. Ab 1969[6] kamen Pendelzüge mit SBB BDe 4/4 (1952–55) zum Einsatz. 1980 wurden einige dieser Triebwagen für einmännigen Betrieb eingerichtet und dazu drei passende Steuerwagen Bt umgebaut. Der einmännige Betrieb erforderte aber den Verzicht auf Halte auf Verlangen. Von 1996 bis 2012 setzte die SBB einen speziell bemalten NPZ mit RBDe 560 131 und zugehörigem Steuerwagen ein. Erstmals bei der SBB wurde eine Haltanforderung eingebaut, um die Wiedereinrichtung von Halten auf Verlangen zu ermöglichen. Ab Juni 2012 verkehrt auf dieser Strecke eine erneuerte Einheit der Serie RBDe 560 mit Domino-Normallackierung. Der Zug und die Strecke werden heute unter dem Label Train des Vignes (etwa Rebenzug oder Weinbergbahn) vermarktet. Die Strecke führt mitten durch die Rebberge des Weinbaugebietes und UNESCO-Welterbes Lavaux.

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. http://www.vd.ch/fileadmin/user_upload/organisation/gc/fichiers_pdf/389_D%C3%A9cret.pdf
  2. http://www.vevey.ch/N9385/vevey-cede-ses-actions-du-vevey-chexbres-aux-cff.html
  3. Communiqué de presse du 27 janvier 2012
  4. SER 3/2012 Seite 122
  5. Seiten 203–209 in: Karl Emmenegger: Die Leichtstahlwagen der Schweizerischen Bundesbahnen. Pharos, Basel, 1997, ISBN 3-7230-0236-6
  6. Seiten 184 und 196 in: Hans Schneeberger: Die elektrischen und Dieseltriebfahrzeuge der SBB, Band I: Baujahre 1904–1955. Minirex, Luzern, 1995, ISBN 3-907014-07-3