Chemin de fer Yverdon–Ste-Croix

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Yverdon – Ste-Croix Bahn
Strecke der Chemin de fer Yverdon–Ste-Croix
Streckenlänge: 24,17 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem: 15 kV 16.7 Hz ~
Maximale Neigung: 44 
Minimaler Radius: 100 m
Bahnhof Ste-Croix
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,0 Yverdon-les-Bains 435 m ü. M.
Strecke – geradeaus
Anschluss an Jurafusslinie und Broye transversale
Brücke über Wasserlauf (groß)
La Thielle 79 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
0,5 Depot und Werkstätte
Haltepunkt, Haltestelle
1,1 William Barbey YSteC
Haltepunkt, Haltestelle
2,2 La Brinaz
Haltepunkt, Haltestelle
3,0 Valeyres-sous-Montagny 450 m ü. M.
Bahnhof, Station
5,5 Essert-sous-Champvent 507 m ü. M.
Bahnhof, Station
8,5 Vuiteboeuf 589 m ü. M.
Bahnhof, Station
11,5 Baulmes 631 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
14,4 Six-Fontaines 705 m ü. M.
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Murets 145 m
Bahnhof, Station
19,3 Trois-Villes 907 m ü. M.
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Cochâble 59 m
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Arrêtaz 73 m
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Covatannaz 153 m
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Onglettaz 29 m
Kopfbahnhof – Streckenende
24,2 Ste-Croix 1066 m ü. M.

Die Chemin de fer Yverdon–Ste-Croix (YSteC) ist eine schmalspurige Privatbahn im Kanton Waadt in der Schweiz. Die Strecke führt von Yverdon-les-Bains am Südende des Neuenburgersees nach Ste-Croix im Waadtländer Jura. Sie ist Teil des regionalen Verkehrsunternehmens TRAVYS. Die Züge verkehren tagsüber im Stundentakt mit Kreuzung in Baulmes zur üblichen Symmetrieminute; die Fahrzeit für die gesamte Strecke beträgt 36 Minuten (Stand 2005).

Strecke[Bearbeiten]

Die Strecke beginnt im Bahnhof von Yverdon-les-Bains (435 m ü. M.) und verläuft zunächst parallel zur SBB-Jurasüdfusslinie LausanneBiel/Bienne bis zur Haltestelle William Barbey YSteC; dort befindet sich das 1994 neu erbaute Depot mit Betriebswerkstatt. Bis Valeyres-sous-Montagny (450 m) ist die Strecke fast völlig flach. Danach führt sie gleichmässig ansteigend durch das Tal des Flüsschens La Brine über Essert-sous-Champvent (507 m) und Vuiteboeuf (589 m) nach Baulmes (631 m), der wichtigsten Zwischenstation.

Die Haltestelle Six-Fontaines (705 m) befindet sich in einer 180°-Kurve. Die Bahn erklimmt nun den steilen Südosthang des Forel, unterquert in einem kurzen Tunnel den Hermitage-Felsen und umfährt den steilen Talkessel der Brine. Die Haltestelle Trois-Villes (907 m) am steilen Südosthang des Mont de Baulmes liegt mehr als 300 Meter über dem Talboden. Die Strecke umfährt den Berg und verläuft hoch über einer Schlucht, den Gorges de Covatannes; hier befinden sich noch einmal vier kurze Tunnel. Auf der Nordseite des Mont de Baulmes wird die Strecke ein wenig flacher und endet schliesslich im Bahnhof von Ste-Croix (1066 m).

Geschichte[Bearbeiten]

Mallet-Locomotive G 2×2/2 Nr. 3 Davel, gebaut im Eröffnungsjahr der Strecke.

Die Strecke zwischen Yverdon und Ste-Croix wurde am 17. November 1893 eröffnet und zunächst mit Dampflokomotiven des Typs Mallet betrieben. Der vielseitig talentierte William Barbey - Ingenieur, Botaniker, liberaler Grossrat und Philanthrop - aus dem nahen Valeyres-sous-Rances zeichnete fast im Alleingang für die Finanzierung und die Planung der Bahn verantwortlich. Der tief religiöse Mäzen verfügte, dass «seine» Bahn an Sonntagen nicht verkehren durfte. Nach Barbeys Tod wurde diese Bestimmung aufgehoben, seit 1919 fahren die Züge täglich.

Wegen der Überalterung des Rollmaterials und der Kohleknappheit während des Zweiten Weltkriegs entschloss sich die YSteC zur Elektrifizierung. Diese erfolgte am 25. Januar 1945; man entschied sich für dasselbe Stromsystem wie bei den SBB. Bei SIG und BBC wurden zwei Typen von Triebwagen beschafft: drei «grosse» BCe 4/4 und zwei «kleine» BCe 2/4. Den Güterverkehr besorgte die Elektrolokomotive Ge 4/4 21, die mit ihren Vorbauten entfernt an die berühmten «Krokodile» SBB Ce 6/8 II der Gotthardbahn erinnert. Ende der 1970er konnte mit dem Rollbockbetrieb der Rückgang im Güterverkehr aufgehalten werden, wobei die YSteC bei der Entwicklung einer neuen Rollbock-Bauart Pionierarbeit leistete.

Am 14. Februar 1976 kollidierten zwei Triebwagen zwischen Essert-sous-Champvent und Valeyres-sous-Montagny mit etwa 50 km/h frontal. Sieben Personen kamen ums Leben und 40 weitere wurden verletzt. Die beiden Züge hätten in Essert-sous-Champvent kreuzen sollen.[1] Die Schmalspurstrecke war nicht mit Streckenblock ausgerüstet.[2]

1981 erhielt die YSteC drei moderne Triebwagen des Typs Be 4/4 (1–3) und zwei dazu passende Steuerwagen.

Am 1. Januar 2001 erfolgte die Fusion mit der Chemin de fer Pont-Brassus (PBr) und dem Busbetrieb TPYG zum Verkehrsunternehmen TRAVYS. Im selben Jahr wurden zwei Stadler GTW (Be 2/6 2000–2001) geliefert; diese ersetzten teilweise die Be 4/4-Triebwagen, wodurch Be 4/4 3 an die Chemin de fer Bière-Apples-Morges (BAM) verkauft wurde, die ihrerseits drei baugleiche Triebwagen (11, 12 und 14) besitzt. Die GTW dienten während der Expo.02 als Shuttle-Züge zwischen dem Expo-Parkplatz und dem Zentrum von Yverdon.

Im August 2012 wurden gemeinsam mit den BAM, der MOB und den TPF 17 Schmalspurtriebzüge ausgeschrieben. Im März 2013 wurde bekannt, dass Stadler den 150 Mio. CHF Vertrag gewonnen hat. An TRAVYS werden drei dreiteilige Triebzüge geliefert, welche eine Dauerleistung von 2600 kW haben und eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h erreichen. Die ersten Züge, welche als Be 8/12 bezeichnet werden, sollen Anfang 2015 ausgeliefert werden und ältere Fahrzeuge ersetzen.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michel Grandguillaume, Gérald Hadorn, Sébastien Jarne, Jean-Louis Rochaix: Voies étroites du Jura Vaudois. Editions La Raillère, Belmont - ehemals Bureau vaudois d'adresses (BAV) - Lausanne 1988, ISBN 2-88125-006-7 (formal falsche ISBN)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Collision de trains sur la ligne Yverdon–Sainte-Croix: septs morts et quarante blessés. Journal de Genève, 16. Februar 1976, abgerufen am 15. November 2013 (Le Temps – archives historiques, französisch).
  2. L’Office fédéral des transport: une erreur humaine. Journal de Genève, 17. Februar 1976, abgerufen am 15. November 2013 (Le Temps – archives historiques, französisch).
  3.  Stadler: Joint Purchase of EMUs by four Swiss Operators. In: Railvolution. Nr. 2, 2013, S. 8.