Chemin de fer du Blanc-Argent

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Streckenkarte am Bahnhof Valençay
Blanc-Argent
Strecke der Chemin de fer du Blanc-Argent
Streckenverlauf
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
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nach Juranville
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nach Gien
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220,339 Argent
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SE nach La Guerche-sur-l'Aubois
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nach Bourges
   
Clémont
   
Brinon-sur-Sauldre
   
Pierrefitte-sur-Sauldre
   
Souesmes
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nach Orléans
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178,665 Salbris
BSicon STR.svgBSicon eABZlf.svgBSicon exSTRrf.svg
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nach Vierzon
Straßenbrücke
181,756 Autobahn A71
Haltepunkt, Haltestelle
187,815 La Ferté-Imbault
Brücke über Wasserlauf (groß)
189,716 Sauldre (37 m)
Haltepunkt, Haltestelle
190,660 Selles-Saint-Denis
Haltepunkt, Haltestelle
Loreux
Haltepunkt, Haltestelle
201,044 Villeherviers
Haltepunkt, Haltestelle
205,396 Faubourg-d'Orléans
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nach Blois
BSicon .svgBSicon WBRÜCKE1.svgBSicon exWBRÜCKE1.svg
207,088 Sauldre (42 m)
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223,786 Romorantin-Lanthenay
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nach Villefranche-sur-Cher
Straßenbrücke
210,767 Autobahn A85
Haltepunkt, Haltestelle
211,275 Les Quatre-Roues
Haltepunkt, Haltestelle
214,424 Pruniers
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nach Vierzon
BSicon .svgBSicon BHF.svgBSicon BHF.svg
218,572 Gièvres
BSicon .svgBSicon KRZu.svgBSicon STRrf.svg
nach Tours
Brücke über Wasserlauf (groß)
219,829 Canal du Berry (25 m)
Brücke (groß)
220,253 Cher (Talbrücke) (160 m)
Brücke (groß)
220,748 Cher (Talbrücke) (160 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
219,829 Cher (124 m)
Bahnhof, Station
222,092 Chabris
Brücke über Wasserlauf (groß)
223,364 Fouzon (23 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
223,794 Fouzon (11 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
223,870 Nahon (23 m)
Haltepunkt, Haltestelle
227,343 Varennes-sur-Fouzon
Bahnhof, Station
234,688 Valençay
   
240,655 La Gauterie
Brücke über Wasserlauf (groß)
245,128 Modon (13 m)
Bahnhof, Station
240,655 Luçay-le-Mâle
Haltepunkt, Haltestelle
249,050 La Foulquetière
Bahnhof, Station
254,000 Écueillé
Bahnhof, Station
263,000 Heugnes
Haltepunkt, Haltestelle
263,000 Pellevoisin
Haltepunkt, Haltestelle
271,158 Juscop
   
273,000 Argy
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Brücke über Wasserlauf (groß)
Indre
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nach Tours
BSicon BHF.svgBSicon KBHFxe.svgBSicon .svg
280,028 Buzançais
BSicon STRlf.svgBSicon xKRZ.svgBSicon .svg
nach Châteauroux
   
Chaventon
   
Vendœuvres
   
Mézières-en-Brenne
   
Saint-Michel-en-Brenne
   
Linge
   
Douadic
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nach Châtellerault und Poitiers
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327,137 Le Blanc
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nach Argenton-sur-Creuse

Die Chemin de fer du Blanc-Argent ist eine Schmalspurbahn (Spurweite 1000 mm) in Zentralfrankreich. Ursprünglich verband sie Le Blanc im Département Indre über Romorantin mit Salbris an der Bahnstrecke nach Orléans und führte von dort weiter bis Argent-sur-Sauldre. Heute ist die Strecke auf den Reisezugverkehr im Abschnitt Luçay-le-Mâle–Romorantin–Salbris beschränkt. Zwischen Argy und Luçay-le-Mâle verkehrt eine Museumsbahn.

Geschichte und Strecke[Bearbeiten]

Kreuzung zweier Spurweiten in Buzançais
Gemeinschaftsbahnhof Gièvres, 1993

Mit dem Bau der meterspurigen Bahnstrecke wurde 1899 begonnen, in den Jahren 1901/1902 wurde sie in vier Etappen eröffnet. Südlicher Endpunkt war der gemeinschaftlich mit der P.O. betriebene, oberhalb der Stadt liegende Bahnhof von Le Blanc am Nordhang des Tals der Creuse. In nordöstlicher Richtung durchquert die Trasse zunächst das "Pays aux mille étangs" (Land der tausend Teiche) und kreuzt in Buzançais die regelspurige Bahnstrecke ChâteaurouxTours. Dieser Abschnitt wurde 1953 stillgelegt.

Ab diesem Gemeinschaftsbahnhof wurde das Gleis für den Güterverkehr auf einigen Kilometern Länge bis Argy umgespurt. Reste der Schmalspurbahn blieben erhalten, nachdem der Abschnitt bis Luçay-le-Mâle 1980 für den Personenverkehr und 1988 endgültig aufgegeben worden war. Ein Teil dieses Streckenabschnitts steht unter Denkmalschutz, seit 2002 verkehrt zwischen Argy und Luçay-le-Mâle der touristische Zug Train du Bas-Berry. Seit 2009 ist der - bis dahin von regulären Zügen bediente - Abschnitt Luçay-le-Mâle–Valençay für den Personenverkehr aus technischen Gründen gesperrt.

Im Bahnhof der kleinen Stadt Valençay beginnt der nach wie vor im regulären Reisezugverkehr betriebene Streckenteil. Ein erster Umsteigebahnhof zur SNCF befindet sich nordöstlich in Gièvres an der Strecke Vierzon-Tours. Er hat vor allem für Umsteiger von und nach Romorantin Bedeutung, wohin zwar auch ein Regelspurgleis führt (Rest der ehemaligen Strecke Villefranche-sur-CherBlois), das aber nur im Güterverkehr genutzt wird.

Romorantin ist der größte Ort und sein Bahnhof der betriebliche Mittelpunkt der Strecke. Hier befinden sich das Depot und die ehemaligen Umladeanlagen des Güterverkehrs.

Hinter Romorantin wendet sich die Strecke nach Osten und erreicht in Salbris die SNCF-Hauptstrecke Orléans–Montauban. Der Restabschnitt bis Argent-sur-Sauldre, wo ebenfalls Anschluss an die Regelspur bestand, war im Reiseverkehr bereits 1939 stillgelegt worden. Der Güterverkehr wurde in zwei Etappen 1951 und 1973 eingestellt.

In Argent-sur-Sauldre endete auch die ebenfalls meterspurige Strecke von La Guerche-sur-l'Aubois. Sie war 98 Kilometer lang und wurde am 1. August 1948 stillgelegt.

Aktuelle Situation[Bearbeiten]

Dieseltriebwagen X 74504 bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Salbris

Der Güterverkehr auf dem Schmalspurgleis wurde 1988 endgültig eingestellt, lediglich bei Argy wird ein Silo über das neue Regelspurgleis weiterhin bedient.

Eigentümer der Strecke ist der RFF, Betreiber die zur SNCF gehörende Compagnie du Blanc Argent. Jährlich werden 400.000 Reisende befördert.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wurde 2010 auf der gesamten Strecke aus Sicherheitsgründen von 70 km/h auf 40 km/h herabgesetzt. 2011 wurde zwischen dem RFF und der Région Centre ein Programm mit einem Umfang von 13,6 Millionen Euro zur Modernisierung der Strecke vereinbart.[1] Die im April 2012 begonnenen Bauarbeiten wurden mittlerweile abgeschlossen, die Höchstgeschwindigkeit beträgt seit dem 7. Januar 2013 wieder 70 km/h.[2]

Die Züge verkehren vom Betriebsmittelpunkt Romorantin nach Valençay und Salbris, ein durchgehender Verkehr zwischen den Endpunkten existiert nicht.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Triebwagen X 224 beim Train du Bas-Berry in Argy
Triebwagen Baureihe X 220 (motorlose Enden) vor dem Umbau in Romorantin, 1976
Triebwagen X 242 in Romorantin

2003 wurden fünf neue Dieseltriebwagen (X 74501 bis 74505) in Dienst gestellt, 2010 kamen zwei ältere Triebwagen der Baureihe X 240 (X 241 und 242) aus den Jahren 1983/84 modernisiert wieder auf die Strecke.

Ursprünglich wurden auf der Strecke dreiachsige, 15,5 t schwere Tenderlokomotiven eingesetzt. 1901 lieferten die Ateliers du Nord de la France die Maschinen mit den Betriebsnummern 21 bis 28, 1902 Buffaud & Robatel die Nummern 29 bis 36. Gebraucht wurden die Maschinen 63 (von der PO-Corrèze) und 103 (von den Tramways de l'Ain, davor Chemins de fer du Centre) erworben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vier Kleinlokomotiven mit Verbrennungsantrieb auf den Chassis ehemaliger Dampflokomotiven aufgebaut: die 1945 umgebaute Nr. 12 und die 1946 umgebaute Nr. 11 kamen 1952 zum Blanc-Argent, 1953 entstanden im Betriebswerk Romorantin die Nummern 13 und 14.

Bereits 1025 wurde mit einem zweiachsigen Schienenbus der Bauart SC4 von Renault-Scémia ein erster Verbrennungstriebwagen erworben. Hinzu kamen Gebrauchtfahrzeuge von De Dion-Bouton, Billard und Verney.

1950 baute Verney vierachsige Dieseltriebwagen der Baureihe X 210, von denen die Fahrzeuge X 211 und X 212 1967 von der PO-Corrèze zum Blanc-Argent kamen. Die einmotorigen Fahrzeuge haben eine Dauerleistung von 132 kW, sie sind 80 km/h schnell, 18,53 m lang und 23,5 t schwer. Die in den Jahren 1983/1984 modernisierten Triebwagen sind mit der Baureihe X 240 kuppelbar, sie sind beim Train du Bas-Berry und dem Chemin de fer de la baie de Somme erhalten.

Die Triebwagen X 213 (vormals X 223) und X 214 (vormals X 221) von SCF Verney gehörten ursprünglich zur Baureihe X 220, nach ihrer Modernisierung in den Jahren 1983/1984 wurden sie der Baureihe X 210 zugeordnet. Vier Fahrzeuge (X 221 bis X 224) wurden 1950-1951 an den Blanc-Argent geliefert. X 213 und X 214 sind beim Chemin de fer de la baie de Somme erhalten, X 224 (Baujahr 1951) läuft beim Train du Bas-Berry. Der Wagen X 222 wurde nach einem Unfall im Jahr 1966 in den 1970er Jahren verschrottet.

In den Jahren 1983/1984 wurden zwei einmotorige Dieseltriebwagen der Baureihe X 240 mit den Nummern X 241 und X 242 beschafft. Ihre Dauerleistung beträgt 177 kW, ihre Höchstgeschwindigkeit 85 km/h. Die 18,28 m langen und 25 t schweren Fahrzeuge weisen 52 Sitzplätze auf, sie sind mit der Baureihe X 210 kuppelbar.

Fünf bei CFD 2002 gebaute Dieseltriebwagen der Baureihe X 74500 (Nummern X 74501 bis X 74506) wurden Ende 2003 in Dienst gestellt. Die Motoren von MAN leisten 300 kW, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 85 km/h, ist aber auf 70 km/h abgeregelt. Bei einer Länge von 26,24 m sind die Fahrzeuge 40,5 t schwer und bieten 60 Sitzplätze plus 15 Klappsitze.

Train du Bas-Berry[Bearbeiten]

Museumsbahn Train du Bas-Berry in Écueillé

Die Société pour l'Animation du Blanc Argent (SABA) führt seit 1995 unter dem Namen Train du Bas-Berry einen Museumsverkehr auf dem denkmalgeschützten Streckenabschnitt von Argy nach Luçay-le-Mâle durch. Eingesetzt werden dampfbespannte Züge mit der zweiachsigen Tenderlokomotive 11 sowie drei Dieseltriebwagen. Weitere Fahrzeuge, darunter die in Aufarbeitung befindliche Dampflokomotive 24 (Vierkuppler) und zwei Deutz-Diesellokomotiven (vormals Euskirchener Kreisbahnen) ergänzen den Fahrzeugpark. Von den ehemaligen Triebwagen des Blanc-Argent sind die Fahrzeuge X 205 (Baujahr 1947), X 211 (Baujahr 1951) und X 224 (Baujahr 1951) vorhanden. Betriebsmittelpunkt ist der Bahnhof Écueillé, gefahren wird überwiegend sonntags von Mai bis September.[3]

→ Siehe Hauptartikel Train du Bas-Berry

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Henri Domengie: Les Petits trains de jadis, le Sud-Ouest, Editions du Cabri

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fahrplan während der Bauarbeiten auf ter-sncf.com (PDF; 211 kB)
  2.  SNCF-Meterspurzüge von Salbris nach Valençay fahren wieder. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 3, 2013, ISSN 1421-2811, S. 133.
  3. Homepage des Train du Bas-Berry, abgerufen am 30.Juni 2013