Chemnitz

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Chemnitz in Sachsen. Weitere Bedeutungen unter Chemnitz (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Chemnitz
Chemnitz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Chemnitz hervorgehoben
50.83222222222212.924166666667298Koordinaten: 50° 50′ N, 12° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Höhe: 298 m ü. NHN
Fläche: 220,85 km²
Einwohner: 241.210 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1092 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 09111–09131,
09224 (Grüna, Mittelbach),
09228 (Wittgensdorf),
09247 (Röhrsdorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 0371
037200 (Wittgensdorf)
037209 (Einsiedel)
03722 (Röhrsdorf)
03726 (Euba)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: C
Gemeindeschlüssel: 14 5 11 000
Stadtgliederung: 39 Stadtteile inkl.
8 Ortschaften
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
09111 Chemnitz
Webpräsenz: www.chemnitz.de
Oberbürgermeisterin: Barbara Ludwig (SPD)
Lage der Stadt Chemnitz in Sachsen
Landkreis Nordsachsen Leipzig Landkreis Leipzig Landkreis Mittelsachsen Chemnitz Landkreis Zwickau Vogtlandkreis Erzgebirgskreis Landkreis Görlitz Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Freistaat Bayern Tschechien Thüringen Sachsen-Anhalt Brandenburg PolenKarte
Über dieses Bild
Blick über die Chemnitzer Innenstadt 2008

Chemnitz Zum Anhören bitte klicken! [ˈkʰɛmnɪt͡s]a a ist eine Großstadt im Südwesten des Freistaates Sachsen. Sie liegt am Nordrand des Erzgebirges im Erzgebirgsbecken. Mit mehr als 242.428 Einwohnern (Stand: November 2013)[2] ist sie, nach Dresden und Leipzig, die drittgrößte Stadt und eines der sechs Oberzentren des Freistaates. Chemnitz ist eine kreisfreie Stadt und der Hauptsitz der Landesdirektion Sachsen.

Der Name „Chemnitz“ leitet sich vom Fluss gleichen Namens her, der durch die Stadt fließt. Dessen Name wiederum geht auf die obersorbische Bezeichnung Kamjenica (Steinbach; von kamjeń – der Stein; vgl. Kamenz) zurück.[3] Am 10. Mai 1953[4] wurde die Stadt in Karl-Marx-Stadt umbenannt, 1990 erhielt sie ihren ursprünglichen Namen zurück.

Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 1143. In der Zeit der Industrialisierung entwickelte sich die Stadt zu einer wichtigen Industriestadt. Die Einwohnerzahl der Stadt Chemnitz überschritt Anfang 1883 die Marke von 100.000 und erreichte in den 1930er Jahren mit über 360.000 ihren Höchstwert. Heute zählt die im Strukturwandel begriffene Stadt zur Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau und ist Teil der Metropolregion Mitteldeutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Chemnitz bildet mit den beiden anderen sächsischen Großstädten Leipzig und Dresden ein Städtedreieck, wobei Chemnitz den südwestlichen Eckpunkt bildet. Die Stadt liegt im Erzgebirgsbecken, umrahmt von Ausläufern des Erzgebirges im Süden und von Höhen des Mittelsächsischen Berglandes im Norden auf etwa 300 Metern über Normalhöhennull. Der durch die Stadt verlaufende Fluss Chemnitz (Flusssohle auf etwa 290 Metern über Normalhöhennull), der ab dem Zusammenfluss der beiden Mittelgebirgsflüsse Zwönitz und Würschnitz in Altchemnitz diesen Namen trägt, hat mit dem Ausschürfen eines breiten Tales das Anlegen einer Stadt begünstigt.

Der geologische Untergrund von Chemnitz lässt sich in drei verschiedene große Einheiten gliedern. Die nördlichen und nordwestlichen Stadtteile liegen auf Granulitgebirge, das sich als Teil des Mittelsächsischen Hügellandes zwischen Glauchau und Döbeln erstreckt. Weiter wird diese geologische Zone von Norden nach Nordwesten in das Auerswalder Lösshügelland, das Untere Chemnitztal, in die Wittgensdorfer Lössplatte sowie das Röhrsdorfer Schieferhügelland unterteilt.

Das bei Chemnitz rund sieben bis acht Kilometer schmale Erzgebirgsbecken zieht sich in Südwest-Nordost-Richtung durch das Stadtgebiet. Innerhalb des Beckens befindet sich der Beutenberg (420,9 m), der die Stadt im Nordosten begrenzt. Vorherrschende Gesteine des Erzgebirgischen Beckens sind neben Rotliegend-Sedimenten, Tuffe und Lösslehmauflagen. Im Bereich Chemnitz wird das Erzgebirgsbecken in den Zschopau-Hochtalboden, die Kohlung-Platte, das Zeisigwald-Struth-Hügelland, das Chemnitztal, den Chemnitz-Terrassenriedel, Siegmar-Bornaer Hügelland, das Neukirchener Hügelland und das Untere Würschnitztal untergliedert.

Der Nordrand des Erzgebirges zeigt im Raum Chemnitz sein deutlichstes Relief. In dieser geologischen Einheit südlich der Linie vom Galgenberg in Euba (471,2 m) über den Adelsberg (508,4 m) nach Klaffenbach herrschen tonschieferähnliche Phyllite und Auensedimente vor. Zerschnitten durch die Täler der Würschnitz und Zwönitz erreicht diese Geländestufe südwestlich des Zusammenflusses zur Chemnitz Höhen von 500 bis 550 m über Normalhöhennull. Auch befindet sich hier der im Stadtgebiet höchste Berg – die Klaffenbacher Höhe mit 523,4 m über Normalhöhennull. Der Raum findet mit den Bezeichnungen Erzgebirgsnordrandstufe, Unteres Zwönitztal, Harthauer Würschnitztal, Berbisdorfer Riedelgebiet, Dittersdorfer Riedelgebiet eine weitere Unterteilung.[5]

Natur[Bearbeiten]

Chemnitz ist eine Stadt mit ausgedehnten Grünflächen und großen Parkanlagen. Mit mehr als 1000 Hektar an Parks, Wiesen und Waldgebieten kommen auf jeden Einwohner statistisch gesehen mehr als 60 Quadratmeter Grünfläche. Im Stadtgebiet von Chemnitz gibt es zwei Naturschutzgebiete (Um den Eibsee und Am Schusterstein), sowie zahlreiche Landschaftsschutzgebiete. Dazu zählen zum Beispiel das Chemnitztal, das Sternmühlental und der Rabensteiner Wald.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus 39 Stadtteilen. Die Stadtteile Einsiedel, Euba, Grüna, Klaffenbach, Kleinolbersdorf-Altenhain, Mittelbach, Röhrsdorf und Wittgensdorf sind zugleich Ortschaften im Sinne der §§ 65 bis 68 der Sächsischen Gemeindeordnung. Diese Stadtteile kamen im Zuge der letzten Eingemeindungswelle nach 1990 als ehemals eigenständige Gemeinden zur Stadt Chemnitz und genießen daher diese Sonderstellung gegenüber den anderen Stadtteilen. Für diese Ortschaften gibt es je einen Ortschaftsrat, der, abhängig von der Einwohnerzahl der betreffenden Ortschaft, zwischen zehn und 16 Mitglieder sowie einen Ortsvorsteher als Vorsitzenden derselben umfasst. Die Ortschaftsräte sind zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Eine endgültige Entscheidung obliegt jedoch dem Stadtrat der Gesamtstadt Chemnitz.[6] Die amtliche Kennzeichnung der Stadtteile durch Nummern erfolgt nach folgendem Prinzip: Ausgehend vom Stadtzentrum (Stadtteile Zentrum und Schloßchemnitz) werden allen anderen Stadtteilen im Uhrzeigersinn in aufsteigender Folge die Zehnerstelle ihrer Kennzahl zugeordnet, die Einerstelle wird in Richtung Stadtperipherie in aufsteigender Folge vergeben.

Chemnitz-Wittgensdorf Chemnitz-Röhrsdorf Chemnitz-Borna-Heinersdorf Chemnitz-Glösa-Draisdorf Chemnitz-Furth Chemnitz-Ebersdorf Chemnitz-Hilbersdorf Chemnitz-Euba Chemnitz-Grüna Chemnitz-Rabenstein Chemnitz-Rottluff Chemnitz-Altendorf Chemnitz-Schloßchemnitz Chemnitz-Kaßberg Chemnitz-Zentrum Chemnitz-Sonnenberg Chemnitz-Lutherviertel Chemnitz-Gablenz Chemnitz-Yorckgebiet Chemnitz-Adelsberg Chemnitz-Kleinolbersdorf-Altenhain Chemnitz-Mittelbach Chemnitz-Reichenbrand Chemnitz-Siegmar Chemnitz-Schönau Chemnitz-Stelzendorf Chemnitz-Kappel Chemnitz-Kapellenberg Chemnitz-Helbersdorf Chemnitz-Morgenleite Chemnitz-Hutholz Chemnitz-Markersdorf Chemnitz-Altchemnitz Chemnitz-Harthau Chemnitz-Klaffenbach Chemnitz-Bernsdorf Chemnitz-Reichenhain Chemnitz-Erfenschlag Chemnitz-EinsiedelChemnitz stadtteilnummern.svg
Über dieses Bild
Die Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern:

¹ zugleich Ortschaft


Das Stadtgebiet umfasst nach zahlreichen Eingemeindungen kein einheitliches, geschlossenes Siedlungsgebiet. Die ländlichen Siedlungen vornehmlich östlicher Stadtteile sind vom Siedlungsgebiet der Chemnitzer Kernstadt getrennt, wogegen sich dieses teilweise über die westlichen Stadtgrenzen nach Limbach-Oberfrohna und Hohenstein-Ernstthal fortsetzt.

Panoramabild von Chemnitz aus südlicher Richtung

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Chemnitz. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten genannt:

Klima[Bearbeiten]

Chemnitz liegt mit seinem vollhumiden Klima in der kühl-gemäßigten Klimazone, jedoch ist ein Übergang zum Kontinentalklima spürbar.

Im Erfassungszeitraum 1961 bis 1990 waren Juli und August mit 16,6 und 16,4 °C Durchschnittstemperatur die wärmsten Monate, das mittlere Temperaturminimum betrug im Januar −1,2 °C. Die jährliche Durchschnittstemperatur lag bei 7,9 °C. Die mittlere Sonnenscheindauer liegt bei rund 1530 Stunden im Jahr, mit 200 Sonnenscheinstunden ist der Juli der sonnigste Monat.

Der absolute Hitzerekord liegt bei +37,8 °C und wurde am 20. August 2012 an der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes DWD auf einer Höhe von 420 m NN registriert. Der bisherige Kälterekord stammt aus dem Jahr 1956 (10. Februar 1956) mit einer Tiefsttemperatur von −28,4 °C.

Der Lage auf der Luv-Seite des Erzgebirges wegen gibt es relativ hohe Niederschlagsmengen. So liegen die Jahresniederschlagsmengen im Stadtgebiet zwischen 650 und 800 mm. Am Küchwald wurde im Referenzzeitraum 1961 bis 1990 ein durchschnittlicher Jahresniederschlag von 775 mm verzeichnet. Niederschlagsreichster Monat im Stadtgebiet ist hierbei der Juni mit 85 bis 90 mm Niederschlagshöhe, mit 35 bis 45 mm ist der Februar niederschlagsärmster Monat.[7]

Chemnitz
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
43
 
2
-4
 
 
37
 
3
-3
 
 
43
 
7
0
 
 
55
 
12
3
 
 
67
 
17
8
 
 
90
 
20
11
 
 
77
 
22
12
 
 
78
 
22
12
 
 
60
 
18
10
 
 
47
 
13
6
 
 
48
 
7
1
 
 
55
 
3
-2
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de[8]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Chemnitz
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2 3 7 12 17 20 22 22 18 13 7 3 Ø 12,2
Min. Temperatur (°C) −4 −3 0 3 8 11 12 12 10 6 1 −2 Ø 4,5
Niederschlag (mm) 43 37 43 55 67 90 77 78 60 47 48 55 Σ 700
Sonnenstunden (h/d) 1,9 2,4 3,4 4,5 6,2 6,2 6,5 6,3 4,8 4,1 1,9 1,5 Ø 4,2
Regentage (d) 17 16 14 14 14 14 15 14 13 13 14 15 Σ 173
Luftfeuchtigkeit (%) 84 83 79 75 73 75 74 74 79 80 83 85 Ø 78,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2
−4
3
−3
7
0
12
3
17
8
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11
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12
22
12
18
10
13
6
7
1
3
−2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
43
37
43
55
67
90
77
78
60
47
48
55
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: wetterkontor.de[8]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Chemnitzer Roland

Stadtentwicklung bis 1945[Bearbeiten]

Im Jahr 1136 gründete Kaiser Lothar III. bei Chemnitz das Benediktinerkloster St. Marien, das 1143 das Marktrecht erhielt. In einiger Entfernung vom Kloster wurde vermutlich nach 1170 durch Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) in der Nähe einer Furt durch den Fluss Chemnitz eine stadtähnliche Siedlung gegründet, die schon bald darauf in die Aue verlegt wurde. Bis 1308 war Chemnitz freie Reichsstadt[9] und schon im Mittelalter ein Wirtschaftszentrum, insbesondere durch das im 14. Jahrhundert erhaltene Bleichprivileg.

Herrenhaus der Bernhardschen Spinnerei in Chemnitz-Harthau

Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Chemnitz zu einem wirtschaftlich starken Industriestandort. Mit der Errichtung der Spinnmühle durch C. F. Bernhardt 1798 wurde Chemnitz-Harthau zum Ausgangspunkt der industriellen Revolution in Sachsen. In den Jahren darauf wuchs die Stadt zu einer der bedeutendsten Industriestädte Deutschlands heran. Man bezeichnete sie als „Sächsisches Manchester“, „Ruß-Chamtz“ oder „Rußnitz“. Auf Betreiben des damaligen Chemnitzer Oberbürgermeister Wilhelm André entstand hier 1877 das deutsche Patentrecht. Aus Chemnitz kamen zu dieser Zeit sechsmal soviel Patente wie im deutschen Durchschnitt. In Chemnitz wurde von Johann von Zimmermann der Grundstein des deutschen Maschinenbaus gelegt. Es entstanden Firmen mit Weltruf wie die Wanderer-Werke, deren Fahrzeugwerk in Siegmar Anfang der 1930er Jahre Teil der Auto Union wurde. Chemnitz war um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die reichste Stadt Deutschlands.

Ludwig Rohbock, Ansicht des Chemnitzer Marktplatzes um 1850

Chemnitz wurde Sitz eines Verwaltungsbezirks (Amtshauptmannschaft) innerhalb der Kreishauptmannschaft Zwickau des Staates Sachsen. 1874 schied die Stadt aus der Amtshauptmannschaft Chemnitz aus und wurde eine „exemte Stadt“, die man später als kreisfreie Stadt bezeichnete. Sie blieb aber weiterhin Sitz der Amtshauptmannschaft, aus der 1952 der Landkreis Chemnitz hervorging. 1900 wurde die Kreishauptmannschaft Chemnitz als Vorläufer des heutigen Regierungsbezirks Chemnitz gebildet. 1910 entstand die Amtshauptmannschaft Stollberg aus Teilen der Amtshauptmannschaft Chemnitz.

Während des Luftkriegs im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt wegen der Erreichbarkeit erst spät zum Ziel alliierter Luftangriffe. Die Angriffe am 14./15. Februar und 5. März 1945 durch Bomber der britischen Royal Air Force richteten sich im Wesentlichen gegen die Innenstadt. Die United States Army Air Forces konzentrierten sich auf Bahnhöfe und Rüstungsbetriebe wie das Werk Siegmar der Auto Union, wo die Hälfte aller Motoren für die Panzer „Tiger“ und „Panther“ gebaut wurden. Die Chemnitzer Flak war zu diesem Zeitpunkt schon an die Ostfront verlegt worden. Insgesamt sind in über 10 Luftangriffen 7.360 t Bomben auf die Stadt abgeworfen worden.[10] Der Denkmalbestand an Kirchen, öffentlichen Gebäuden und Wohnhäusern in der historischen Innenstadt und den inneren Vorstädten wurde beinahe vollständig zerstört,[11] vom Wohnungsbestand der Stadt insgesamt ein Viertel vernichtet. Insgesamt waren etwa 3.600 – 4.000 Luftkriegsopfer in Chemnitz zu beklagen.[12] Die Innenstadt wurde in den folgenden Jahren in stark veränderter Form bebaut, alte Straßenzüge sind zum Teil verschwunden. Mitte April rückten US-Einheiten in Grüna, Rabenstein und Siegmar-Schönau ein, stoppten dort aber ihren Vormarsch und beschossen in der Folge die Innenstadt mit Artillerie. Die Stadtverwaltung versuchte, Chemnitz an die Amerikaner zu übergeben, jedoch sahen die alliierten Vereinbarungen die Besetzung durch die Sowjets vor, sodass die Stadt schließlich am 8. Mai an einen sowjetischen Stadtkommandanten übergeben wurde und am selben Tag die Rote Armee einmarschierte.[13]

Stadtentwicklung 1945 bis 1990[Bearbeiten]

Ein ehemaliges Ortseingangsschild der Stadt

Nach Auflösung der Länder in der DDR 1952 wurde Chemnitz Sitz eines Bezirks. Am 10. Mai 1953 wurde die Stadt auf Beschluss der DDR-Regierung in Karl-Marx-Stadt umbenannt. Bei der Umbenennung sagte Ministerpräsident Otto Grotewohl:

„Die Menschen, die hier wohnen, schauen nicht rückwärts, sondern sie schauen vorwärts auf eine neue und bessere Zukunft. Sie schauen auf den Sozialismus. Sie schauen mit Liebe und Verehrung auf den Begründer der sozialistischen Lehre, auf den größten Sohn des deutschen Volkes, auf Karl Marx. Ich erfülle darum hiermit den Beschluss der Regierung. Ich vollziehe den feierlichen Akt der Umbenennung dieser Stadt und erkläre: Von nun an trägt diese Stadt den stolzen und verpflichtenden Namen Karl-Marx-Stadt.“[14]

Roter Turm, neu erbaute Stadthalle und Interhotel Kongress im Jahre 1974
„Fritz-Heckert-Gebiet“ 1976
Die Weststraße im Stadtteil Kaßberg

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und der Umbenennung in Karl-Marx-Stadt wurde versucht, ein Stadtzentrum zu errichten, das die Auffassungen vom Städtebau einer sozialistischen Stadt symbolisieren sollte. Dabei wurde der bisherige Grundriss der Innenstadt zu Gunsten eines neuen Straßennetzes verworfen. Die ursprünglichen Pläne wurden allerdings nicht vollendet. Zudem genoss die zügige Schaffung von Wohnraum Priorität vor Erhaltung von Altbausubstanz. So wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren, sowohl im Zentrum als auch in peripheren Lagen, großflächig Wohngebiete in industrieller Plattenbauweise errichtet, wie das Wohngebiet Fritz Heckert, das Wohngebiet Yorckstraße oder auch das Wohngebiet Hans Beimler in Gablenz. Die Altbausubstanz der Gründerzeit, die vor allem noch in Kaßberg, Sonnenberg und Schloßchemnitz bestand, wurde aus ideologischen Gründen vernachlässigt, woraufhin diese zunehmend verfiel.

Stadtentwicklung nach 1990[Bearbeiten]

Am 23. April 1990 wurde eine Volksabstimmung über den künftigen Namen der Stadt abgehalten. Dabei stimmten 76 % der Wähler für den alten Namen „Chemnitz“. Am 1. Juni 1990 wurde die Stadt rückbenannt.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 stand die Stadt Chemnitz vor mehreren schwierigen Aufgaben. Die Einwohnerzahl, vor allem in den früher begehrten Plattenbaugebieten, ging durch Abwanderung in die alten Bundesländer sowie in das Umland stark zurück; und noch immer hatte Chemnitz keine Innenstadt, die aber immer stärker gefordert wurde.[15] Die Probleme, die dadurch für Chemnitz bestanden, verschärften sich mit der Errichtung großer Einkaufszentren in der Stadtperipherie zu Beginn der 1990er Jahre.

Das Chemnitzer Zentrum 2010

Chemnitz ist die einzige deutsche Großstadt, für die erst nach 1990 wieder ein Stadtzentrum erstellt wurde, ähnlich dem Wiederaufbau anderer Städte der direkten Nachkriegsjahre. Planungen zur Wiedergewinnung einer verdichteten Innenstadt rund um das historische Rathaus führten 1991 zu einem städtebaulichen Wettbewerb. Dieser wurde seitens der Stadt international ausgeschrieben und mit Hilfe der Partnerstadt Düsseldorf durchgeführt. Das Bauvorhaben auf dem bis dahin im Wesentlichen als Freifläche brachliegenden Gelände der ehemaligen Innenstadt war in seinem Umfang mit dem des Potsdamer Platzes in Berlin vergleichbar.[15]

Zahlreiche international renommierte Architekten wie Hans Kollhoff, Helmut Jahn, Christoph Ingenhoven lieferten Entwürfe für eine neue Innenstadt. Mitte der 1990er Jahre begann die Bebauung der innerstädtischen Brachflächen um das Rathaus zu einem neuen Stadtkern. Zur Bildung einer neuen Mitte wurde vor allem Einzelhandelsfläche im Bereich des Marktes angesiedelt. In der Chemnitzer Innenstadt sind so mehr als 66.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche entstanden. Mit dem Bau des Büro- und Geschäftshauses auf dem Baufeld „B3“ am Düsseldorfer Platz wurde 2010 die letzte Baulücke im Innenstadtbild geschlossen.

Chemnitz Innenstadt Blick in Richtung Bernsdorf

Beim DIFA-AWARD 2006, dem internationalen Immobilienpreis der Städte, wurde die Chemnitzer Innenstadt mit dem zweiten Preis ausgezeichnet und erzielte damit das beste Ergebnis aller deutschen Teilnehmerstädte. Das innerstädtische Quartier um das Rathaus sei, so die Jury, als „gelungene Mischung aus Einzelhandel, Büro, Gastronomie, Wohnen, Freizeit und Kultur ein Paradebeispiel erfolgreicher Entwicklungspolitik in Deutschland“.

Ein für Chemnitz typisches Gründerzeitwohnhaus

In verschiedenen Stadtteilen wurden zahlreiche Gründerzeit- und Jugendstilbauten größtenteils durch private Initiative instand gesetzt.

Abriss eines Hauses in Chemnitz

Der auch mit dem „Stadtumbau Ost“ verbundene Abriss von teilweise geschichtlich wertvollen Denkmalen aus der Gründerzeit zu Gunsten der Aufwertung von Plattenbaugebieten ist daher sehr umstritten.[16][17] Zwischen 1990 und 2007 wurden mehr als 250 Baudenkmale eingeebnet. „Nun aber dezimiert man mit kopfloser Abrisspolitik das architektonische Erbe“ und „Die neuen Brachen zeugen von äußerster Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Stadtorganismus“ formuliert ein bekannter Architektur-Kritiker.[18] Unterstützt durch den staatlich geförderten Eigenheimbau fand seit Mitte der 1990er Jahre auch eine starke Wanderungsbewegung in das Umland statt, wodurch ländlich geprägte Stadtgebiete wie Reichenhain und Adelsberg profitierten.[19]

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Eingemeindungen nach Chemnitz

Eine erste Erweiterung der Fluren der Stadt Chemnitz erfolgte bereits im Jahr 1402 mit dem Kauf der wüsten Ortschaften Borssendorf und Streitdorf sowie Teilen der Klosterdörfer Bernsdorf, Gablenz und Kappel. Im 19. Jahrhundert erlebte Chemnitz und deren umliegenden Gemeinden durch die Industrialisierung einen rasanten industriellen Aufschwung, jedoch siedelten sich die Fabriken und Manufakturen zumeist aus Platz- und Steuergründen außerhalb der Stadt an. Doch schon bald gab es die ersten Vorschläge der umliegenden Gemeinden aus wirtschaftlichen Gründen nach Chemnitz eingemeindet zu werden. Der Eingemeindungsprozess begann im Jahr 1880, abgesehen von der Eingemeindung der Niklasgasse 1844, mit dem Zusammenschluss mit Schloßchemnitz. Bis einschließlich 1900 wurden die stark industriell geprägten Gemeinden Altchemnitz, Altendorf, Gablenz und Kappel nach Chemnitz eingemeindet. Weitere Gemeinden, Borna und Hilbersdorf, folgten bis 1914 teils aus wirtschaftlichen Aspekten, als auch zur Nutzung von Siedlungsraum für die nach Chemnitz zugezogenen Arbeiter. Die westlich von Chemnitz gelegenen, ebenso industriell erstarkten Gemeinden Schönau, Siegmar und Rottluff lehnten grundsätzlich die Verschmelzung mit der Stadt ab. Letztere wurde jedoch in der nächsten Eingemeindungswelle vor dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit Ebersdorf und Markersdorf eingemeindet. Erst nach der Gründung der DDR wurden auf Beschluss Siegmar und Schönau, inzwischen zur Stadt Siegmar-Schönau erhoben, zusammen mit weiteren rings um Chemnitz gelegenen Gemeinden mit Chemnitz verschmolzen. Danach gab es nur geringfügige Grenzverschiebungen, darunter die Einziehung eines Territoriums von Neukirchen für die Errichtung des „Fritz-Heckert-Gebiets“.

Nach Wiedererrichtung des Freistaates Sachsen 1990 wurde auch der Bezirk Chemnitz aufgelöst. Im Rahmen der Kreisreform in Sachsen 1994 wurde ein Teil der Städte und Gemeinden des Landkreises Chemnitz in den neuen Landkreis Chemnitzer Land eingegliedert. Der andere Teil ging im Landkreis Mittweida auf, einige Gemeinden kamen auch zum Mittleren Erzgebirgskreis und zum Landkreis Stollberg. Seit längerem gibt es auch Bestrebungen, die Gemeinde Neukirchen nach Chemnitz einzugliedern. Dies scheiterte bis heute am Widerstand des Landkreises Stollberg und der Gemeinde Neukirchen selbst. Chemnitz blieb kreisfreie Stadt.

Die bisher letzte Eingemeindungswelle erfolgte zwischen 1994 und 1999, in der unter anderem Einsiedel, Röhrsdorf und Grüna in die Stadt einbezogen wurden. Betrug Ende des Jahres 1993 die Größe von Chemnitz noch 129,75 Quadratkilometer, erreichte sie Anfang 1997 175,67 Quadratkilometer und am 1. Januar 1999 schon 220,85 Quadratkilometer. Chemnitz zählt nach diesen umfangreichen Eingemeindungen zu den flächengrößten Städten Deutschlands.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung und Demografie[Bearbeiten]

Einwohnerdichte der einzelnen Stadtteile

Im Jahre 1883 wurde Chemnitz mit über 100.000 Einwohnern die 15. Großstadt Deutschlands und erreichte 1930 mit einer Einwohnerzahl von über 360.000 ihren bisherigen Bevölkerungshöchststand. Bedingt durch die Wirren des Krieges sank die Einwohnerzahl bis 1945 kurzzeitig auf unter 250 000, stieg dann aber in den folgenden Jahrzehnten – bis zur Wende 1989 – wieder um ein Viertel. Seitdem ist die Stadt von Bevölkerungsrückgang betroffen. So verlor die Stadt – gemessen am heutigen Gebietsstand – seit 1990 mehr als 20 % ihrer Einwohner. Trotz zahlreicher Eingemeindungen in den 1990er Jahren konnte der negative Bevölkerungstrend nur kurzzeitig gestoppt werden. Die Einwohnerzahl der Stadt fiel im Dezember 2003 unter 250 000. Am 30. September 2008 betrug die Amtliche Einwohnerzahl von Chemnitz mit Hauptwohnsitz gemäß Veröffentlichung der Stadtverwaltung 241.504.

Prognosen der Stadt Chemnitz aus dem Juli 2007 ergaben, dass sich die Einwohnerzahl der Stadt Chemnitz beim derzeitigen Gebietsstand von 220,86 Quadratkilometer Stadtfläche bis zum Jahre 2020 zwischen 225.800 und 232.600 Einwohnern einpendeln wird.[20] Diese Schätzung sieht somit für die Zukunft einen geringeren Rückgang der Einwohnerzahl vor als zurückliegende Prognosen verschiedener Institutionen. Dies ist unter anderem damit zu erklären, dass Einwohnerrückgänge seit 2006 nur noch natürlichen Bevölkerungsbewegungen, also einem negativen Geburtensaldo, unterlagen. Die räumliche Wanderungsbewegung des Jahres 2006 umfasste mit mehr Zuzügen als Wegzügen einen positiven Wanderungssaldo zu Gunsten der Stadt Chemnitz. 2010 stieg die Bevölkerungszahl leicht von 240 577 (2009) auf 240 809.[21] 2012 stieg die Einwohnerzahl erneut um 978 auf 241.705 Einwohner.[22] Damit gehört Chemnitz zu den wenigen ostdeutschen Großstädten, deren Bevölkerung ein Einwohnerplus verzeichnen kann.

Neben dem Rückgang der Einwohnerzahl findet eine Verschiebung der Altersstruktur statt.[23] Aufgrund einer niedrigen Geburtenrate liegt der Anteil der Unter-15-Jährigen bei 10,1 %. Das ist der niedrigste Stand einer Großstadt in Deutschland. Der Anteil der 15- bis 25-Jährigen liegt bei 12,3 %, der der 25- bis 60-Jährigen bei 47,5 %. Der Anteil der Über-60-Jährigen lag 2005 bei 30,1 % und ist gemäß Daten vom 30. September 2008 um 2,5 % auf 32,6 % gestiegen, was noch immer der höchste Wert einer deutschen Großstadt ist. Zwischenzeitlich zeigt sich eine Trendwende bei den Geburten. Am 7. November 2008 wurde mit der 1000. Geburt im Jahr 2008 im DRK-Krankenhaus Rabenstein das erste Mal seit der Wende die Marke von 1000 Geburten im Jahr überschritten. Der absolute Tiefpunkt war nach der Wende im Jahre 1993 mit 535 Geburten erreicht. Der Anteil der Unter-15-Jährigen liegt per 30. September 2008 bei 10,4 % und ist damit im Vergleich zu 2005 um 0,3 % gestiegen.

Sprache[Bearbeiten]

In Chemnitz wird ein meißnischer Großstadtdialekt gesprochen, der Einflüsse aus dem Vorerzgebirgischen aufweist. Neben dem bereits dort beschriebenen no’r wird in Chemnitz häufig hier (sächs. hioorr) als Füllwort verwendet.

Religionen[Bearbeiten]

Die Petrikirche am Theaterplatz, eine von mehreren evangelischen Kirchen in Chemnitz

Etwa 80 Prozent der Bevölkerung gehörten 2007 keiner Religion an.

Die Bevölkerung der Stadt Chemnitz gehörte anfangs zum Bistum Meißen. Die Stadt war bereits ab 1254 Sitz eines Archidiakonats. Ab 1313 war der jeweilige Abt des Benediktinerklosters der Archidiakon. 1539 wurde die Reformation eingeführt und mit dem Pfarrer in St. Jacobi eine Superintendentur verbunden. 1540 wurden die noch bestehenden Klöster aufgehoben. Danach war Chemnitz über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch kamen im 16. Jahrhundert auch reformierte Bestrebungen auf, die sich jedoch nicht durchsetzen konnten. Chemnitz blieb innerhalb Sachsens stets Sitz einer Superintendentur. Heute bezeichnet man diesen Verwaltungsbezirk als Kirchenbezirk. Die Kirchengemeinden der Stadt gehören alle zu diesem Kirchenbezirk innerhalb der Region Chemnitz der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Der Kirchenbezirk Chemnitz umfasst auch Gemeinden außerhalb der Stadt Chemnitz. Innerhalb der Evangelischen Landeskirche gibt es in Chemnitz eine Landeskirchliche Gemeinschaft.

Im 19. Jahrhundert zogen wieder Katholiken in die Stadt. Diese gründeten alsbald eine eigene Pfarrgemeinde. Wie alle Katholiken im damaligen Königreich Sachsen gehörte auch die Gemeinde in Chemnitz zum Apostolischen Vikariat mit Sitz in Dresden, das seit 1743 zuständiger Verwaltungsbezirk in der Nachfolge des in der Reformationszeit aufgelösten Bistums Meißen war. Aus diesem Verwaltungsbezirk entstand 1921 (wieder) das Bistum Meißen, seit 1980 Bistum Dresden-Meißen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Chemnitz wurde innerhalb des Bistums Meißen Sitz eines Dekanats, zu dem auch Pfarrgemeinden außerhalb von Chemnitz gehören.

Neben den beiden großen Kirchen können auch viele Gemeinden verschiedener Freikirchen auf ein langes Wirken in Chemnitz zurückblicken. Darunter befinden sich eine Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Freikirche, die Elim-Gemeinde (Mitglied im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden), eine Evangelisch-Freikirchliche Baptistengemeinde, die Heilsarmee, eine Evangelisch-Freikirchliche Brüdergemeinde, zwei Evangelisch-methodistische Gemeinden (Methodisten) sowie ein in der Evangelisch-methodistischen Kirche beheimatetes Klinikum (Bethanien). Weiterhin eine Evangelisch-reformierte Gemeinde (diese gehört zur Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer), eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten und eine freie evangelische Gemeinde. Außerdem gibt es 12 Gemeinden der Zeugen Jehovas.

Synagoge am Stephanplatz, Ansichtskarte um 1900

Das Leben der Stadt Chemnitz wurde durch eine, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandene, lebendige jüdische Gemeinde stark geprägt. Im Jahr 1879 fand die erste Bestattung auf dem jüdischen Friedhof im Stadtteil Altendorf statt und 1899 konnte die erste Chemnitzer Synagoge am Stephanplatz eingeweiht werden. 1923 hatte die jüdische Gemeinde mit 3.500 Mitgliedern ihren Höchststand erreicht. Es gab 26 jüdische Vereine und jeder dritte der 600 Chemnitzer Fabrikanten, jeder zehnte Arzt sowie viele Künstler waren Juden. Viele jüdische Bürger verloren durch den Nazi-Terror, wie in ganz Europa, ihr Leben oder mussten fliehen. Auch die Synagoge wurde zerstört. Ab 1945 gab es wieder eine winzige Gemeinde. 1957 hatte sie gerade noch 35 Mitglieder und 1989 war die Gemeinde auf zwölf Personen geschrumpft. Nach der Deutschen Wiedervereinigung stieg die Zahl durch Zuwanderung aus GUS-Ländern auf heute etwa 650 Mitglieder. Außerdem wurde im Jahr 2002 eine neue Synagoge geweiht.

Zudem existiert eine muslimische Gemeinde, deren Gebetsräume sich im Stadtteil Zentrum befinden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Zahlreiche Persönlichkeiten erhielten die Ehrenbürgerschaft der Stadt zuerkannt. Zu den Chemnitzer Ehrenbürgern gehören neben Politikern insbesondere Wissenschaftler und Personen des künstlerischen und kulturellen Lebens, die in und für Chemnitz wirkten.

Zu den bekanntesten Ehrenbürgern der Stadt Chemnitz zählen der Reichskanzler Otto von Bismarck, der Maler Karl Schmidt-Rottluff, die Kosmonauten Waleri Bykowski und Sigmund Jähn, die Eiskunstlauftrainerin Jutta Müller, die zweifache Olympiasiegerin im Eiskunstlauf Katarina Witt und der Schriftsteller Stefan Heym.

Stefan-Heym-Preis[Bearbeiten]

Zur Erinnerung an ihren Ehrenbürger und Sohn der Stadt Stefan Heym verleiht die Stadt Chemnitz ab 2008 alle drei Jahre den Internationalen Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz. Mit ihm sollen „herausragende Autoren und Publizisten, die sich wie Heym in gesellschaftliche und politische Debatten einmischten, um für moralische Werte zu streiten“, geehrt werden. Die mit 40.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde zuerst am 14. April 2008 an den israelischen Schriftsteller und Publizisten Amos Oz verliehen. 2011 ging der Internationale Stefan-Heym-Preis an den serbischen Schriftsteller Bora Ćosić.

Politik[Bearbeiten]

Georgius Agricola (1494–1555)

Im Jahre 1298 ist für Chemnitz bereits ein Bürgermeister und ein Rat bezeugt, die beide an der Spitze der Stadtverwaltung standen. Im 14. Jahrhundert hatte der Rat mit dem Bürgermeister insgesamt zwölf Mitglieder. Ab 1415 gab es drei Räte, der „alte Rat“ (vom Vorjahr), der „neue Rat“ und der „ruhende Rat“, wobei der alte und neue Rat zusammen den „voll sitzenden Rat“ ergaben. Ihm stand der Bürgermeister vor. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gab es nur noch ein Ratskollegium. 1831 wurde eine neue Städteordnung eingeführt. Danach wählten die Bürger ihre Vertretung, die ihrerseits den Bürgermeister und die besoldeten Stadträte wählte. Mit dem Ausscheiden der Stadt Chemnitz aus der Amtshauptmannschaft 1874 erhielt der Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister. Bekannte Bürgermeister aus der Zeit vor 1874 waren Ulrich Schütz (um 1500), Georgius Agricola (1546, 1547, 1551 und 1553), Paul Neefe (1556), Atlas Crusius (1663–1675), Christian Friedrich Wehner (1831–1846) sowie Johannes Friedrich Müller (1848–1873).

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die sowjetische Besatzungsmacht den „Rat der Stadt“ beziehungsweise die Stadtverordnetenversammlung ein. In der DDR fanden Wahlen statt, bei denen es oft keine echte Möglichkeit der Auswahl gab. Es wurde starker direkter und indirekter Druck auf nicht linienkonforme Teile der Bevölkerung ausgeübt, die Wahlen waren nicht frei und unabhängig.

Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland wurde das zunächst als Stadtverordnetenversammlung, nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium, wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums war zunächst ein besonderer Vorsitzender (ab 1990 Reinhold Breede, CDU). Heute ist der Oberbürgermeister Vorsitzender des Stadtrats. Der Stadtrat wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 1994 wird der Oberbürgermeister jedoch direkt von den Bürgern der Stadt gewählt.

Liste der Oberbürgermeister seit 1874[Bearbeiten]

Nachdem Peter Seifert im Frühjahr 2006 seinen Rücktritt zum 31. Juli 2006 aus Altersgründen ankündigte, fand am 11. Juni 2006 die erste Runde der Neuwahl des Stadtoberhauptes statt, bei der kein Kandidat die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen erreichen konnte. Die zweite Runde gewann am 25. Juni 2006 Barbara Ludwig (SPD) mit 49,65 % der abgegebenen Stimmen. Sie konnte jedoch zunächst das Amt des Oberbürgermeisters nicht antreten, da eine Klage gegen die Wahlumstände vorlag. So wurde sie im September 2006 vom Stadtrat zunächst zur Amtsverweserin gewählt, die den Titel Oberbürgermeisterin führt. Die Vereidigung als gewählte Oberbürgermeisterin erfolgte erst nach Beendigung des juristischen Verfahrens zum 18. Juli 2007. Die Zeit als Amtsverweserin wird auf die Wahlperiode der Oberbürgermeisterin angerechnet.

Stadtrat[Bearbeiten]

Aktuelle Sitzverteilung im Chemnitzer Stadtrat
Tagung des Chemnitzer Stadtrates im historischen Stadtverordnetensaal

Die Zusammensetzung des Chemnitzer Stadtrates zeichnet sich durch ein breites parteipolitisches Spektrum aus, das auch Parteien der politischen Ränder umfasst. Durch den Fraktionswechsel zweier Stadträte änderten sich die Stimmgewichte der Fraktionen. Die FDP erreichte bei der Wahl von 2004 ursprünglich vier Sitze, die Fraktion Perspektive hingegen drei. Nach dem Wechsel eines Stadtrates kurz nach der Stadtratswahl zur FDP konnte diese einen Sitz hinzugewinnen, währenddessen die Fraktion Perspektive nur noch zwei Abgeordnete stellt. Nach dem Verlassen eines Stadtrates aus der Fraktion der Republikaner stellen diese statt ursprünglich fünf noch vier Sitze. Am 11. Juni 2008 trat der Abgeordnete Paus aus der CDU-Ratsfraktion aus und begründete dies mit unbewiesenen Absprachen seiner Fraktion mit der Fraktion DIE LINKE im Zusammenhang mit der Wahl des Rechtsdezernenten. Der Stadtrat umfasste daher bis Juni 2009 zwei fraktionslose Mitglieder.

Nach der Wahl vom 7. Juni 2009 erreichte die FDP sieben Sitze im Chemnitzer Stadtrat. Doch da zwischen den Wählervereinigungen Liste C, Perspektive und Volkssolidarität keine Bürgerfraktion zustande kam, wechselten die Stadträte der Liste C und der Perspektive zur FDP. Im September 2010 wechselte der Stadtrat Hans-Peter Lohse erneut, diesmal zur CDU, sodass die FDP nun acht Sitze im Stadtrat und die CDU 15 Sitze innehat.

Im Juni 2010 wechselte eine auf der Liste der Volkssolidarität gewählte Stadträtin zur Fraktion der SPD.[24]

Die Sitzverteilung im Stadtrat seit 1990[Bearbeiten]

Stadtratswahl 25. Mai 2014 7. Juni 2009 13. Juni 2004 14. Juni 1999 12. Juni 1994 6. Mai 1990
CDU 15 15 (14) 13 (14) 21 15 29
Die Linke (vorher: PDS) 15 14 15 16 13 13
SPD 12 14 (13) 10 18 21 14
Bündnis 90/Die Grünen 5 4 3 2 6
FDP 3 8 (7) 5 (4) 2 2 2
PRO CHEMNITZ 3 3 4 (5) 1
AfD 3
Volkssolidarität 2 1 (2)
NPD 1 1
Piratenpartei 1
Perspektive Chemnitz – (1) 2 (3)
Liste C – (1)
Fraktionslose 2 (–)
DSU 5
BFD 4
Grüne Liste 4
Neues Forum 4
DA 1
DFD 2 1
DFP 1
UFV 1
Behindertenverband 1
Sitze gesamt 60 60 54 60 60 80
Wahlbeteiligung in Prozent 44,1 46,8 43,4 48,7

Leitsprüche[Bearbeiten]

Der seit 2007 offiziell verwendete Slogan „Stadt der Moderne“ bezieht sich auf das wirtschaftliche Aufstreben der Stadt während der industriellen Moderne und auf die deutlichen Einflüsse der kulturellen und architektonischen Moderne, die sich in der kontrastreichen Architekturlandschaft sowie in der Liste der berühmten Söhne und Töchter widerspiegeln. Weitere Slogans waren bis 2007, auf das Karl-Marx-Monument sowie die Innovationskraft der Region anspielend, „Stadt mit Köpfchen“ und „InnovationsWerkStadt“.

Wappen, Flagge und Dienstsiegel[Bearbeiten]

Großes Wappen der Stadt Chemnitz
Wappen der Stadt Chemnitz (alt)
Wappen der Stadt Chemnitz (alt)
Flagge von Chemnitz

Die Stadt Chemnitz führt ein Wappen, eine Flagge und ein Dienstsiegel.

Das „Große Wappen“ der Stadt Chemnitz zeigt im gespaltenen Schild heraldisch rechts in Gold zwei blaue Pfähle, links in Gold einen aufgerichteten, schwarzen, rot bewehrten Löwen (Meißner Löwe). Über dem rot ausgeschlagenen Bügelhelm mit Medaillon und blausilbernen Decken zeigt es eine goldene Krone, daraus wachsend zwei mit Mundlöchern versehene silberne Büffelhörner, beide außen mit je fünf dreiblättrigen silbernen Lindenzweigen besteckt. Als „Kleines Wappen“ wird nur der Schild verwendet. Das Dienstsiegel zeigt das „Kleine Wappen“ der Stadt mit der Umschrift „Stadt Chemnitz“.[6]

Die Krone weist auf die ehemalige Reichsstadt Chemnitz hin, die aber von dem aus Bayern stammenden Kaiser Ludwig IV. (daher die blausilbernen Farben) 1324 an die sächsischen Fürsten verpfändet und nicht wieder eingelöst wurde. Auf diese Besitzveränderung deuten der Löwe für die Markgrafschaft Meißen und die Landsberger Pfähle für die Mark Landsberg hin. Beide Wappensymbole sind bereits seit dem 15. Jahrhundert in den Siegeln der Stadt nachweisbar (vgl. auch das Wappen von Leipzig und Dresden). Sie wurden auch von den Kurfürsten von Sachsen als Herrscher über die Stadt Chemnitz geführt. Seit dem 18. Jahrhundert werden beide Wappensymbole in gespaltenem Schild dargestellt.

Als Flagge führt die Stadt Chemnitz die Farben Blau (oben) und Gold (unten). Diese Stadtfarben, statt Gold häufig Gelb, finden oftmals auch bei stadteigenen Unternehmen Verwendung.

Stadtwappen vor 1904[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt, als Reichsstadt, war ein Tor mit drei Türmen, an dem mittleren zwei kaiserliche Adler auf Schilden. Als markgräflich meißnische Stadt drei hinter einer Festungsmauer stehende Türme, mit einem geöffneten Tore, in dem das Brustbild des Apostels Jakobus als Schutzpatron der Stadt in einem Mantel mit dem Stab erscheint. Über dem Tor ein offener Helm, darüber zwei Büffelhörner und an dem mittleren Turm zehn Fähnchen, oben in zwei Schilden rechts zwei Schrägbalken und links der meißnische Löwe. Das kleine Wappen enthält nur die beiden letzten Schilde mit den beiden Schrägbalken (Sachsen) und dem Löwen (das Markgrafthum Meißen) andeutend, oben darüber den Helm und zwei Büffelhörner mit zehn Fähnchen, dreiblättrige Rauten vorstellend.

Letztmals wurde das Chemnitzer Wappen im Jahr 1904 verändert. Im Gegensatz zum heutigen Wappen sah der Löwe bis 1904 nach außen zum Rand des Schildes.

Stadtsignet[Bearbeiten]

Die Stadt hat außer den Wappen, Flagge und Dienstsiegeln in den 1990er Jahren extra ein Signet in Auftrag gegeben, das von jedem Bürger der Stadt offiziell genutzt werden durfte. Nach Unstimmigkeiten im Stadtmarketing wurde das so genannte „Chemnitzer Copyright C“ mit einer Kampagne durch das neue Logo „Chemnitz – Stadt der Moderne“ ersetzt.[25]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • FrankreichFrankreich Mülhausen, Frankreich (1981)
  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Manchester, Vereinigtes Königreich (1983)
  • RusslandRussland Wolgograd, Russland (1988), 2008 erneuert
  • DeutschlandDeutschland Düsseldorf, Deutschland (1988)
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Akron, Ohio, Vereinigte Staaten (1997)
  • China VolksrepublikChina Taiyuan, Volksrepublik China (1999)

Daneben pflegen auch einzelne Stadtteile Partnerschaften zu anderen Gemeinden. Auch bestand eine Partnerschaft mit Irkutsk. Chemnitz ist aktives Mitglied des europäischen Städtenetzwerkes Eurocities.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Chemnitzer Wirtschaft[Bearbeiten]

VW-Motorenwerk Chemnitz

Chemnitz ist heute die in Mitteldeutschland am stärksten industrialisierte Region. Die Kernbranchen Automobilindustrie und Maschinenbau sind eng vernetzt mit einer breiten Basis aus Unternehmen angrenzender Branchen, vor allem der Werkstoff- und Beschichtungstechnik, Metallverarbeitung, Automatisierungstechnik und Mikrosystemtechnik. Diese Systemkompetenz und eine starke Präsenz von unternehmensnahen Dienstleistern sorgen für eine umfassende Abdeckung der Wertschöpfungskette.

Seit 1995 entstanden in Chemnitz und der Region mehr als 7.000 neue Unternehmen. Namhafte Firmen wie das Volkswagen-Motorenwerk, die Union Werkzeugmaschinen GmbH sowie Hörmann Rawema haben ihren Sitz in der Stadt. Die Continental AG und IBM besitzen Filialen. Die Schweizer Starrag Group übernahm die Heckert Werkzeugmaschinen GmbH. Auch Niles Simmons (USA), Barmag (Schweiz) und Anchor Lamina (Kanada) sind in Chemnitz engagiert.

Eine Schlüsselrolle in der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt spielt das verarbeitende Gewerbe. Im Jahr 2008 betrug das Umsatzwachstum 8,8 Prozent. Damit ist die Industrie in Chemnitz bereits im vierten Jahr in Folge stärker gewachsen als in Deutschland. Die Arbeitslosenquote in Chemnitz lag im Jahr 2008 bei durchschnittlich 13 Prozent,[26] was damals der niedrigste Wert seit 15 Jahren war. In den folgenden Jahren konnte dieser Wert weiter verbessert werden. So war im November 2011 eine Gesamtarbeitslosenquote von 8,6 % zu verzeichnen.[27] In Chemnitz arbeiten rund 107.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Seit dem Jahr 2006 nimmt die Zahl stetig zu. 15,6 Prozent der Beschäftigten in Chemnitz waren im Jahr 2007 hochqualifizierte Arbeitskräfte mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2006 rund 6,6 Milliarden Euro. Das entspricht 26.710 Euro pro Einwohner oder 45.172 Euro je Erwerbstätigen.[28] Damit belegt Chemnitz hinsichtlich der Wirtschaftsleistung (gemessen am BIP je Einwohner) deutschlandweit einen Platz im vorderen Drittel, innerhalb von Sachsen Platz 2 von 13.[29]

Anbau (l., 2008) und Komplementbau (1981) der Klinikum Chemnitz gGmbH, Flemmingstraße 2, ehemals Bezirkskrankenhaus „Friedrich Wolf“

Gesundheitswirtschaft[Bearbeiten]

Zeisigwaldkliniken Bethanien

Die Stadt ist Mitglied des bundesweiten Gesunde Städte-Netzwerks, bundesweit gibt es 67 Mitgliedsstädte.[30]

Im Konzern Klinikum Chemnitz gGmbH, dem größten kommunalen Krankenhaus in Ostdeutschland, sind gegenwärtig über 5000 Mitarbeiter beschäftigt, damit ist das Unternehmen – nach VW Sachsen – der zweitgrößte Arbeitgeber in der Region Chemnitz. Das ehemalige Bezirkskrankenhaus ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung, das auch am Bergarbeiter-Krankenhaus Schneeberg beteiligt ist und die Strahlentherapie in Zschopau betreibt. Die Stroke Unit am Klinikum gehört ebenso wie das Level-1-Perinatalzentrum, das Brust- und das Darmzentrum zu den Einheiten mit überregionaler Bedeutung,[31] das Klinikum wurde zudem als eine von drei Modellregionen für geriatrische Netzwerke in Sachsen ausgewählt.[32] Die Klinikum Chemnitz gGmbH wurde als erstes Krankenhaus in Deutschland im Jahr 2000 nach Joint Commission International zertifiziert. Als drittes Krankenhaus überhaupt auf der Welt gelang zudem die dritte Re-Zertifizierung im Jahr 2010.

Außerdem gibt es in Chemnitz zwei Krankenhäuser der Regelversorgung, die Zeisigwaldkliniken Bethanien und das DRK-Krankenhaus in Rabenstein, ein ehemaliges Wismut-Krankenhaus. Das Chemnitzer DRK-Krankenhaus kooperiert eng mit dem DRK-Krankenhaus in Lichtenstein, so besitzen beide Häuser einen gemeinsamen Geschäftsführer. Die Zeisigwaldkliniken können ein zertifiziertes Darm- und ein Prostatakrebszentrum vorweisen, in Rabenstein gibt es ein Brust- und ein Hautkrebszentrum.

Die Klinik Carolabad in Rabenstein ist ein Zentrum für Verhaltensmedizin, Psychosomatik, Psychotherapie und Psychiatrische Rehabilitation.

Maschinen- und Anlagenbau[Bearbeiten]

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hat Chemnitz den Ruf eines Zentrums des Maschinenbaus. Johann von Zimmermann, setzte ab 1848 erstmals in Deutschland in seinem Betrieb ausschließlich auf den Bau von Werkzeugmaschinen. Von anderen belächelt, hatte er damit Erfolg und war der Erste, der in Deutschland nachhaltig und dauerhaft Werkzeugmaschinenbau betrieb. Heute existiert in Chemnitz die älteste sächsische und in Deutschland eine der ältesten Werkzeugmaschinenfabriken: die UNION Werkzeugmaschinen GmbH. Sie wurde 1852 von David Gustav Diehl, einem Elsässer, gegründet. Bereits 1850 befanden sich 62 Prozent aller sächsischen Maschinenbaufabriken in Chemnitz. Damit wurde Chemnitz zur Wiege des deutschen Maschinenbaus und bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wichtigsten Maschinenbaustandort in Deutschland.

Heute sind über 100 mittelständische Unternehmen in dieser Kernbranche tätig. Darüber hinaus finden sich mehr als 500 Maschinenbau- und Zulieferunternehmen im regionalen Umfeld. Die Branche zeichnet sich durch eine über fünfzigprozentige Exportquote aus. Herausragende Kompetenzen im Raum Chemnitz liegen in der Herstellung von Werkzeug-, Textil- und Sondermaschinen sowie in der Automatisierungstechnik. Mehr als 10.000 Fachkräfte sind in diesem Sektor beschäftigt.

Automobil- und Zulieferindustrie[Bearbeiten]

Der Kleintransporter Barkas wurde bis 1991 in Karl-Marx-Stadt bzw. Chemnitz gebaut.

1932 wurde die Auto Union AG gegründet, die von 1936 bis 1948 hier ihren Sitz hatte. Später war nachfolgend hier der Sitz des VEB IFA-Kombinates PKW, Karl-Marx-Stadt und des WTZ-Automobilbau (WTZ – wissenschaftliches und technisches Zentrum). Genannt seien an dieser Stelle die Unternehmen SITEC Industrietechnologie, ESKA Schraubenwerke, Hydroforming Chemnitz, Anchor Lamina, Niles Simmons sowie die IAV Ingenieurgesellschaft. Im Motorenwerk Chemnitz, einem Unternehmen der Volkswagen Sachsen GmbH, werden 3400 Motoren und 3000 Ausgleichswellengetriebe pro Tag gefertigt. Mit dem Ziel der langfristigen Sicherung von Arbeitsplätzen kooperieren die sächsischen Automotive-Unternehmen im Rahmen der AMZ Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen.

Mikrosystemtechnik[Bearbeiten]

Die Mikrosystemtechnik gehört zu den führenden Zukunftsbranchen in Deutschland. In Chemnitz und der Region haben sich 40 Unternehmen in diesem Marktsegment etabliert. Ein besonderer Standortvorteil für Chemnitz ist die Nähe zu den wichtigsten Anwenderbranchen Automobilindustrie und Maschinenbau/Automation. Intensive Forschungsarbeit im Bereich der Mikrotechnologie wird an der Technischen Universität Chemnitz geleistet. Die TU Chemnitz unterhält ein Zentrum für Mikrotechnologie sowie Professuren für Mess- und Sensortechnik, Mikrosystem- und Gerätetechnik, Mikrotechnologie und Mikrofertigungstechnik. Weiterhin stehen als wichtige außeruniversitäre Forschungspartner die Abteilung für Micro Devices Integration der Fraunhofer-Einrichtung für elektronische Nanosysteme (ENAS) und die Abteilung für Systemtechnik des Fraunhofer-Institutes für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) zur Verfügung. Unternehmen wie die 3D-Micromac AG, die Amtec GmbH, die Gesellschaft für Microspace Mess- und Sensortechnik GmbH operieren mit großem Erfolg in Chemnitz. Mit dem Smart Systems Campus baut Chemnitz seine Kompetenzen im Bereich der Mikrosystemtechnik weiter aus.

Smart Systems Campus[Bearbeiten]

Auf 6,3 Hektar Fläche entsteht in Chemnitz ein Kompetenzzentrum für Mikrosystemtechnik – der Smart Systems Campus. Im Sommer 2009 werden die letzten Bauarbeiten abgeschlossen. Der Smart Systems Campus ist ein 3-Säulenpark. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Technischen Universität Chemnitz, zum Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) und zur Fraunhofer-Einrichtung für elektronische Nanosysteme (ENAS) können sich junge, schnell wachsende Start-ups neben den renommierten internationalen Unternehmen ansiedeln. Durch kurze Wege untereinander soll dabei die Verbindung von Forschung und Entwicklung zur industriellen Umsetzung erleichtert werden. Das von der Stadt errichtete Start-up Gebäude mit einer Nutzfläche von 2.500 Quadratmetern bietet Platz für etwa 15 Existenzgründer. Ca. 3,3 Hektar Fläche stehen für Unternehmensansiedlungen zur Verfügung. Als erstes Unternehmen hat die Firma 3D-Micromac AG ihren Firmensitz auf den Smart Systems Campus verlegt.

Spitzentechnologiecluster eniPROD[Bearbeiten]

Das Spitzentechnologiecluster Energieeffiziente Produkt- und Prozessinnovationen in der Produktionstechnik (eniPROD) der TU Chemnitz und des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) setzte sich im sächsischen Landesexzellenzwettbewerb durch und wird in den nächsten Jahren mit 35 Mio. Euro an Forschungsgeldern aus Landesmitteln und aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Aufgabe der Projektverbundes ist es, die Energieeffizienz in der Produktion zu erhöhen. Neben der Forschung ist eine enge und intensive Kooperation mit industriellen Anwendern geplant.[33]

eniPROD wird einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Chemnitzer Profils als Standort für den Maschinen- und Anlagenbau leisten.

Einzelhandel[Bearbeiten]

Die Chemnitzer Einkaufslandschaft ist geprägt durch die nach der Wende entstandenen Einkaufszentren und Kaufhäuser. Historisch gewachsene Einzelhandelsstrukturen finden sich deutlich weniger als in anderen Städten gleicher Größenordnung. In der Innenstadt entstanden zum Beispiel die Galerie Roter Turm (seit 27. April 2000),[34] Galeria Kaufhof (seit 18. Oktober 2001),[35] Peek & Cloppenburg (seit 3. September 2003),[36] Rathauspassage, Schmidt-Bank-Passage, Klosterstraße und Rosenhof. Am Rande der Stadt Chemnitz wurden große Einkaufszentren (Chemnitz Center, Neefepark und andere) errichtet.

Weitere ansässige Unternehmen (Auswahl)[Bearbeiten]

Regionale Zusammenarbeit[Bearbeiten]

Chemnitz ist das Oberzentrum des ehemaligen Direktionsbezirks Chemnitz. Die Stadt ist mit rund 46.000 Einpendlern täglich eine Einpendlerstadt.[37] Rund ein Viertel der Beschäftigten in Chemnitz kommt aus dem regionalen Umfeld. Dies unterstreicht die erhebliche Bedeutung der Stadt als Beschäftigungsfaktor für die Region. Der Beschäftigungsanstieg seit 2006 in Chemnitz liegt um ein Drittel höher als im Direktionsbezirk. Jeder dritte neue Arbeitsplatz in Südwestsachsen ist in Chemnitz entstanden.

Die Stadt engagiert sich wesentlich in drei regionalen Zusammenhängen: der Metropolregion Mitteldeutschland, der Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau und dem neu gegründeten Regionalkonvent.

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Technische Universität Chemnitz (TUC)[Bearbeiten]

Hauptgebäude der Technischen Universität Chemnitz

Die Technische Universität Chemnitz geht zurück auf die 1836 gegründete Königliche Gewerbschule Chemnitz, die anfangs eine Bildungsstätte der Textilindustrie war. 1882 kam die Elektrotechnik hinzu. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie als Staatliche Akademie für Technik geführt und 1947 unter dem Namen Technische Lehranstalten wieder eröffnet. Im Jahre 1953 stieg sie zur Hochschule für Maschinenbau auf und 1963 wurde sie eine Technische Hochschule. Schließlich wurde sie 1986 in den Rang einer Technischen Universität erhoben. Die Technische Universität hat aktuell zwischen 10.000 und 11.000 Studenten.

Um die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität weiter zu verbessern, wurde im Jahr 2007 eine entsprechende Kooperationsvereinbarung getroffen, die den Austausch auf vielen Ebenen vorantreibt.

Forschungseinrichtungen[Bearbeiten]

Rund 50 Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in Chemnitz garantieren einen dynamischen Innovationsprozess der örtlichen Unternehmen.

  • Institut Chemnitzer Maschinen und Anlagenbau e. V. (ICM e. V.)
  • Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU)
  • Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme (ENAS)
  • Zentrum für Mikrotechnologie (ZfM) der TU Chemnitz
  • Institut für Mechatronik e. V. (IfM)
  • Institut für Konstruktion und Verbundbauweisen e. V. (KVB)
  • SIVUS gGmbH Gesellschaft für Verfahrens- Umwelt- und Sensortechnik
  • Sächsisches Textilforschungsinstitut e. V. (STFI)
  • Cetex Chemnitzer Textilmaschinenentwicklung gGmbH
  • Exzellenzzentrum Automobilproduktion am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU und der Volkswagen AG
  • Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW), Forschungsstandort Chemnitz

Fort- und Weiterbildung[Bearbeiten]

  • Bildungszentrum des Sächsischen Handels gGmbH
  • LEB im Freistaat Sachsen e. V.
  • PROFIL Bildungsgesellschaft mbH

Schulen[Bearbeiten]

Im Schuljahr 2006/07 gab es mehr als 90 Schulen in Chemnitz, davon über 40 Grundschulen, 19 Oberschulen und sieben Gymnasien. Bekannte Schulen sind das Sportgymnasium (ehemals DDR Kinder- und Jugendsportschule Karl-Marx-Stadt), an der spätere Spitzensportler wie Katarina Witt, Michael Ballack und Lars Riedel ausgebildet wurden. Das Johannes-Kepler-Gymnasium, früher „Spezialschule Hans Beimler“, ist der Teilnahmen seiner Schüler an unterschiedlichen Weltmeisterschaften auf mathematisch-naturwissenschaftlichem Gebiet wegen bekannt. Das älteste Gymnasium der Stadt ist das Georgius-Agricola-Gymnasium, das auch bilingualen Unterricht anbietet. In noch älterer Tradition, nämlich der der 1399 eröffneten Lateinschule steht das Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium auf dem Kaßberg, in dem seit 1871 unterrichtet wird; zu seinen Schülern zählten Stefan Heym und Karl Schmidt-Rottluff. Das historisch bedeutsame, ehemalige Alexander-von-Humboldt-Gymnasium war in den 1920er Jahren die „Versuchsschule Chemnitz“. Zudem gibt es noch das Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium im Stadtteil Bernsdorf und das musisch orientierte Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium auf dem Kaßberg. In der Grund- und Oberschule Albrecht-Dürer-Schule wird das Chemnitzer Schulmodell, ein Schulversuch mit besonderer pädagogischer Prägung, praktiziert.

Die Zahl der Schulen nahm, stark zurückgehender Schülerzahlen seit Ende der 1990er Jahre wegen, ab. Die Schülerzahl hat sich bis heute, verglichen mit dem Schuljahr 1994/95, nahezu halbiert. Diese Entwicklung betraf Grund– und Oberschulen sowie Gymnasien gleichermaßen; einige wurden aufgehoben oder mit anderen Schulen zusammengelegt. Die Schulnetzplanung sieht 16 Mittelschulen und sieben Gymnasien vor.

Erfindungen und Patente[Bearbeiten]

Seit 2005 ist die Zahl der Patentanmeldungen in Chemnitz um rund 67 Prozent gestiegen und lag bei 50,3 Patentanmeldungen je 100.000 Einwohner im Jahr 2008.

Technologie-Centrum-Chemnitz

Junge, innovative Unternehmen und Start-ups finden Unterstützung im Technologie Centrum Chemnitz (TCC). Das TCC ist eines der erfolgreichsten Technologiezentren Mitteldeutschlands. Als modernes Dienstleistungszentrum betreut und begleitet das TCC technologieorientierte Unternehmensgründungen und Jungunternehmen. Aktuell werden 66 Unternehmen mit 406 Mitarbeitern im TCC betreut. Sie finden auf 11.000 Quadratmetern Werkstatt- und Bürofläche beste Voraussetzungen. Die Erzeugnisse der Firmen im TCC werden überwiegend als „höherwertige Technik“ oder „Spitzentechnik“ eingestuft. Rund 75 Prozent der TCC-Firmen betrieben eigene Forschung und Entwicklung.

Bereits in der Vergangenheit waren die Chemnitzer sehr einfallsreich. In Chemnitz gemachte Erfindungen sind zum Beispiel:

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Filiale der Bundesbank

In Chemnitz haben folgende Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren Sitz:

Ehemalige Garnison[Bearbeiten]

In der Zeit des Deutschen Kaiserreichs entstand in Chemnitz am Zeisigwald an der Planitzstraße, heutigen Heinrich-Schütz-Straße eine große Kasernenanlage für die Sächsische Armee. Außerdem gab es noch eine ältere Kaserne an der Zschopauer Straße. Im Ersten Weltkrieg wurde noch eine Kaserne in Ebersdorf fertiggestellt. Die Einrichtungen wurden ab 1935 vom Heer der Wehrmacht und nach 1945 den sowjetischen Truppen weitergenutzt. Vor allem Artillerieeinheiten der Sowjetarmee waren in Karl-Marx-Stadt stationiert. Die Garnisonsgeschichte von Chemnitz endete 1993 mit dem Abzug der letzten russischen Soldaten.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Chemnitz im sächsischen Autobahnnetz

Chemnitz wird von zwei Autobahnen durchzogen. Durch das nordwestliche Stadtgebiet führt als Ost-West-Achse die Bundesautobahn A 4 Erfurt – Dresden, die am Kreuz Chemnitz mit der von Hof durch die westlich gelegenen Stadtteile kommende A 72 trifft. Die Weiterführung der A 72 nach Leipzig befindet sich im Bau. Im Chemnitzer Stadtgebiet gibt es acht Anschlussstellen zu den beiden Autobahnen. Die Bundesstraße B 174 zwischen Chemnitz und Komotau über Zschopau und Marienberg ist teilweise vierstreifig ausgebaut, der Ausbau innerhalb der Stadt steht bevor.

neuer Teil der Reichsstraße mit Blick auf die Kreuzung Annaberger Straße

Durch das Chemnitzer Stadtgebiet führen die Bundesstraßen B 95, B 107, B 169, B 173 und B 174. Sämtliche Bundesstraßen bilden den südöstlichen Teil des sogenannten Cityrings, der das Stadtzentrum vollständig umschließt. Der Südring soll in nordöstlicher und nordwestlicher Richtung verlängert werden, so dass in Zukunft der Verkehr aus Richtung Erzgebirge über diese Verbindung zur Autobahn A 4 geführt werden kann. Eine Verbindung mit der westlich der Stadt liegenden A 72 ist bereits vorhanden.

Die Idee von zwei Stadtringen um das historische Zentrum wurde im frühen 20. Jahrhundert geboren. Bis heute konnte keiner der beiden Ringe verwirklicht werden. Es existieren ein Teilstück des so genannten Innenstadtrings im Bereich zwischen Zschopauer- und Zwickauer Straße sowie ein größerer Teil des äußeren Stadtringes, dem Südring weiter stadtauswärts.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Seit der Fertigstellung der Chemnitz-Riesaer Eisenbahn 1852 ist die Stadt über Riesa mit der Eisenbahn an die beiden anderen sächsischen Großstädte Leipzig und Dresden angeschlossen. 1858 folgte die Erweiterung der Bahnstrecke nach Zwickau, hinzu kamen in der Folgezeit weitere Bahnstrecken nach Annaberg 1866, nach Dresden und Hainichen 1869, nach Leipzig und Limbach 1872, nach Aue und nach Marienberg/Reitzenhain 1875, nach Stollberg 1895 und 1902 nach Wechselburg und Rochlitz. 1903 folgte die für den Güterbahnverkehr bestimmte Güterumgehungsbahn nach Grüna.

Empfangsgebäude und Vorplatz des Chemnitzer Hauptbahnhofes

Heute verkehren nach Dresden und Zwickau Regionalbahnen im Stundentakt, darüber hinaus bedienen ausgehend von Dresden Regional-Express- und Interregio-Express-Züge die Sachsenmagistrale bis Hof und Nürnberg. Bis Dezember 2011 verknüpfte eine Regional-Express-Verbindung Chemnitz über die Mitte-Deutschland-Verbindung mit Erfurt und Göttingen, seitdem muss auf dieser Relation in Glauchau umgestiegen werden. Stündlich stellen Regional-Express-Züge die Verbindung zum nationalen Knoten Leipzig Hbf. sicher. Auf den Strecken in Richtung Vejprty (Weipert) und Olbernhau über Flöha sowie nach Aue verkehren Regionalbahnen der Erzgebirgsbahn. Die Strecken nach Stollberg, Burgstädt und Hainichen werden durch die City-Bahn Chemnitz befahren. Die Strecken nach Grüna/Wüstenbrand und Limbach-Oberfrohna werden weder für Personen- noch für Güterverkehr in Anspruch genommen.

Seit Mitte der 1990er Jahre gibt es durch diese Umstände Diskussionen in der Stadt, die die politisch Verantwortlichen auffordern, sich um eine Verbesserung der Anbindung zu bemühen. Diesen negativen Umstand wollte die Deutsche Bahn mit dem am 11. Dezember 2005 in Betrieb gesetzten Chemnitz-Leipzig-Express (CLEX) und der Kampagne „Start-Ziel-Sieg: 59 Minuten von Chemnitz nach Leipzig“ beheben. Zwar wurde die Strecke nach Leipzig in den vergangenen Jahren für eine Geschwindigkeit von 160 km/h ausgebaut, jedoch ist die Bahnstrecke teilweise eingleisig und zudem nicht elektrifiziert. Auch im Eisenbahngüterverkehr ist Chemnitz nach Stilllegung und Abbruch des Rangierbahnhofes Chemnitz-Hilbersdorf kein Eisenbahnknoten mehr.

Nach Einstellung des Interregios Berlin–Riesa–Chemnitz im Jahre 2006 war der privat betriebene Vogtland-Express die einzige Fernverkehrsanbindung der Stadt. Diese Verbindung wurde 2009 zunächst eingestellt, nach öffentlichen Protesten jedoch nach 2 Monaten wieder aufgenommen. Nach Reduzierung der Verkehrstage des täglich verkehrenden Zugpaares auf je ein Zugpaar von Freitag bis Montag (seit Frühjahr 2012) wurde der Vogtlandexpress am 30. September 2012 eingestellt.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Der Prototyp mit der Wagennummer 601 der heute in Chemnitz verkehrenden Variobahnen an der Haltestelle „Südring“

Den innenstädtischen öffentlichen Personennahverkehr bedienen fünf Straßenbahnlinien, 25 Stadtbuslinien der Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft (CVAG) und 27 Regionalbuslinien. Des Weiteren führt eine Stadtbahnlinie vom Stadtzentrum nach Stollberg. Dabei befahren die Niederflurfahrzeuge sowohl das Straßenbahn- als auch das Eisenbahnnetz. Täglich bedienen zwischen 23:45 Uhr und 4:45 Uhr acht Nachtbuslinien alle dichtbesiedelten Stadtteile. Die Stadt Chemnitz ist in den Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) eingebunden. Alle öffentlichen Verkehrsmittel können daher zu einheitlichen Tarifen des VMS benutzt werden.

Das Chemnitzer Straßenbahnnetz

Das Streckennetz der Straßenbahn ist verhältnismäßig klein und bedient hauptsächlich Stadtteile im südlichen Stadtgebiet, da Strecken in nördlichen Stadtteilen im Rahmen eines Umspurungsprogrammes (von 925 mm auf 1435 mm) bis Ende der 1980er Jahre stillgelegt und nicht reaktiviert wurden. Die fünf Straßenbahnlinien tragen einstellige Liniennummern, Stadtbusse zweistellige. Die acht Nachtbuslinien tragen vor den zweistelligen Linienkennungen das Präfix N. Sämtliche Stadtbuslinien werden mit behindertenfreundlichen Niederflurbussen befahren, die mit einer elektronisch gesteuerten Luftfederung ausgestattet sind. Rund die Hälfte aller eingesetzten Straßenbahnfahrzeuge sind niederflurig; auf der Linie 6 verkehrt jedoch früh am Morgen und am Abend keine Niederflurbahn. Auf der Linie 522 (nach Stollberg) werden nur Niederflurbahnen eingesetzt.

Busbahnhof Chemnitz

Zusätzlich zum rein städtischen Nahverkehr werden im Stadtgebiet 27 Regionalbuslinien (betrieben von Autobus GmbH Sachsen, REGIOBUS Mittelsachsen, BVO Verkehrsbetriebe Erzgebirge GmbH und Reisedienst Dörfelt OHG) bedient. Darunter sind zwei Expressbuslinien, zwei Regionalstadtbahnlinien der City-Bahn Chemnitz und zahlreiche Regionalexpress- und Regionalbahnlinien der Deutschen Bahn AG. Die Regionalbuslinien haben eine dreistellige Nummerierung, die Regionalstadtbahnlinien der City-Bahn Chemnitz nach Burgstädt und Hainichen tragen die jeweilige Kursbuchstreckennummer. Die drei wichtigsten Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs sind Zentralhaltestelle mit vier Straßenbahn-, einer Stadtbahn- und neun Stadtbuslinien, Omnibusbahnhof als Zentraler Omnibus-Bahnhof (ZOB) für den Regional- und Fernbusverkehr und Hauptbahnhof, Knotenpunkt der 19 im Stadtgebiet liegenden Bahnhöfe als zentraler Umsteigepunkt zum Schienenverkehr.

Zentralhaltestelle

Ab 2014 werden im Rahmen des „Chemnitzer Modells“ die Regionalstadtbahnlinien nach Burgstädt, Hainichen und nach Mittweida mit neu zu schaffenden Zwei-System-Fahrzeugen in Niederflurbauweise über das Straßenbahnnetz in die Chemnitzer Innenstadt verlängert.[38] Dabei soll ab 2014 eine Durchfahrt im Hauptbahnhof geschaffen werden, um dort Gleisverbindungen zwischen dem Straßenbahn- und Eisenbahnnetz herzustellen.[39] Die weiteren Ausbaustrecken berücksichtigen eine Neuverlegung von Stadtbahngleisen vom Chemnitzer Südbahnhof über den Campus der Technischen Universität Chemnitz an der Reichenhainer Straße, wo die Straßenbahngleise in bereits bestehende Eisenbahngleise überführt werden. Diese neue Linie verkehrt dann zwischen der Stadt Thalheim über den Campus zum Hauptbahnhof Chemnitz. Ein Ausbau der Strecke bis nach Aue ist dabei möglich. Für diesen Bauabschnitt ist die Finanzierung bereits gesichert, die Fertigstellung ist für 2015 geplant.[40] Anschließend ist eine Neuverlegung von Gleisen nördlich des Hauptbahnhofes geplant und die Errichtung einer Strecke über das Chemnitz-Center in die Stadt Limbach-Oberfrohna. Auch hier werden neue Stadtbahngleise mit bestehenden Eisenbahngleisen verbunden.[41][42]

Flugverkehr[Bearbeiten]

Südlich von Chemnitz befindet sich der Flugplatz Chemnitz-Jahnsdorf. Dieser Verkehrslandeplatz wird zurzeit ausgebaut. In der Endausbaustufe wird er über eine 1400 m lange und 20 m breite Start- und Landebahn verfügen (Oberbau: Asphalt). Er soll dann ein Terminal mit Tower, eine Tankstelle sowie einen Hangar haben. Auch neu ist die Befeuerung der Start- und Landebahn und der Rollwege inklusive Anflugblitz (Anflugrichtung) und PAPI (Gleitwinkel). Damit ist der Anflug auch bei schlechtem Wetter und in der Nacht möglich, jedoch nur für den Sichtflug.

Das ehemalige Flughafengebäude an der Stollberger Straße

Der Flugplatz Chemnitz-Jahnsdorf ist nicht der erste Chemnitzer Flughafen. Die ersten Luftfahrt-Veranstaltungen nach dem Bauprinzip „schwerer als Luft“ fanden am 21./23. und 29. Mai 1911 auf dem alten Flugplatz an der Zschopauer Straße statt.[43] Jahre später wurde dann an der Stollberger Straße ein neuer Flughafen eröffnet. Die Einweihung fand am 2. Mai 1926 und der reguläre Flugverkehr einen Tag später statt. Es gab Verbindungen nach Dresden, Leipzig, Plauen und Prag. Da in den 1930er Jahren die Flugzeuge größer und schneller wurden, lohnten Kurzstrecken nicht mehr und die Linienflüge wurden eingestellt. Später noch für Rundflüge genutzt, wurde mit Beginn des Zweiten Weltkrieges der zivile Flugverkehr ganz eingestellt. 1958 bis 1962 bediente die Deutsche Lufthansa der DDR den Flughafen im Inlandsflugverkehr. Mit Flugzeugen des Typs Antonow An-2 wurden Berlin-Schönefeld (bis sechsmal täglich), Dresden, Leipzig und Erfurt angeflogen. Bis in die 1970er Jahre wurde der Flugplatz von der GST genutzt.[44] Erhalten geblieben vom einstigen Flughafen ist lediglich das Flughafengebäude (auch „Ikarus“ genannt) an der Stollberger Straße, das ehemalige Flugfeld wurde bebaut und Teil des Wohngebietes „Fritz Heckert“.

Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind der Flughafen Dresden (80 Kilometer) und der Flughafen Leipzig/Halle (90 Kilometer). Außerdem gibt es den etwa 50 Kilometer entfernten Flugplatz Altenburg-Nobitz, der momentan aber keine Linienflüge anbietet. Es gibt zu keinem der Flughäfen einen speziell dafür eingerichteten Zubringerdienst.

Medien[Bearbeiten]

Medienhaus Chemnitz[Bearbeiten]

Das Chemnitzer Medienhaus in der Carolastraße

Das Medienhaus Chemnitz befindet sich auf der Carolastraße zwischen der Straße der Nationen und dem Hauptbahnhof Chemnitz. Die Geschichte des Gebäudes beginnt in den Jahren 1862 bis 1864, als mit dem Bau zweier einzeln stehender Privatvillen in der damaligen „Karolinenstraße“ Nr. 4 und Nr. 6 begonnen wurde. In den Jahren 1910 bis 1911 wurde das Haus Nr. 4 zum Geschäftssitz der Handelskammer Chemnitz, nach Plänen des Chemnitzer Architekturbüros Zapp & Basarke, umgestaltet. Nach 28 Jahren, im Jahr 1938 erwarb die Handelskammer das Grundstück Nr. 6 und führte die beiden Häuser, durch einen baulichen Zusammenschluss, nach den Plänen des Architekten Erich Basarke, zusammen. Nach dem Krieg im Jahr 1945 kam das Haus in den Besitz der Sowjetischen Militäradministratur. Im Jahre 1950 wurde das Medienhaus erneut zum Geschäftssitz der Industrie- und Handelskammer Chemnitz unter der Adresse Bahnhofsstraße 4-6. Nach der Wende im Jahr 1991 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt und die Bahnhofstraße in Carolastraße umbenannt. Von 1991 bis 2000 richteten verschiedene Unternehmen Büroräume im Haus ein. Im Jahre 2000 und 2001 wurde das Haus komplett saniert und als Medienhaus Chemnitz eingerichtet. Heute sind im Haus Printunternehmen (z. B. Telefonbuch-Verlag Sachsen GmbH), Hörfunksender (z. B. Radio Chemnitz, MDR 1 Radio Sachsen, apollo radio), Produktionsstudios (z. B. soundjack tonstudios gmbh) und auch Fernsehsender (z. B. Chemnitz Fernsehen) zu finden.[45]

Presse[Bearbeiten]

Verlagsgebäude der Chemnitzer Tageszeitung „Freie Presse“

Im ehemaligen Direktionsbezirk Chemnitz erscheint als Tageszeitung die „Freie Presse“. Sie ist mit einer verkauften Auflage im vierten Quartal 2007 von 311.200 Exemplaren pro Werktag (Quelle: IVW) nach eigener Aussage die auflagenstärkste regionale Tageszeitung Mitteldeutschlands. Des Weiteren erscheint in der Stadt die Chemnitzer Morgenpost (verkaufte Auflage VI/2007: 33.000 Exemplare) von Gruner + Jahr als Lokalausgabe der Morgenpost Sachsen. Sie gibt es mit einer eigenen Ausgabe auch am Sonntag („Morgenpost am Sonntag“). Die bundesweit erscheinende Bild-Zeitung bedient mit einer Redaktion in Chemnitz die Region, verkaufte Auflage: 50.600 Stück. Die monatlich erscheinenden Stadtmagazine „371 Stadtmagazin“ (etwa 17.000), „Stadtstreicher“ (etwa 17.400), „Blitz! Chemnitz“ (etwa 22.700) und „port01“ (etwa 8.600) enthalten einen Veranstaltungsplaner für Chemnitz, Zwickau und deren Großraum.[46]

Als kostenlose Chemnitzer Anzeigenblätter werden jeden Mittwoch der „WochenSpiegel“ und „BLICK“ sowie samstags der „WochenSpiegel zum Wochenende“ verteilt, der BLICK erscheint zudem sonntags als „Sonntagsblick“.

Die Stadt Chemnitz gibt das wöchentlich erscheinende „Amtsblatt Chemnitz“ heraus. Es wird von der Pressestelle im Rathaus redaktionell betreut und mit einer Auflage von 130.000 Exemplaren mittwochs kostenlos an einen Großteil der Chemnitzer Haushalte verteilt. Das zum Teil von Anzeigen finanzierte „Rathaus-Journal“ veröffentlicht amtliche Bekanntmachungen und berichtet über das aktuelle Stadtgeschehen. Es kann (zurück bis ins Jahr 2005) als PDF-Datei auf der städtischen Internetseite heruntergeladen werden.[47]

Hörfunk[Bearbeiten]

Seit dem 23. Mai 1993 ist der Radiosender Radio Chemnitz terrestrisch über die Frequenz 102,1 MHz in der Region Chemnitz zu empfangen. Ebenso kann man terrestrisch auf 102,7 MHz Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr das „Radio UNiCC“ – das Uniradio der TU Chemnitz – sowie von 19 bis 23 Uhr (Sa. und So. von 12 bis 24 Uhr) das Chemnitzer Bürgerradio Radio T empfangen. Auf der gleichen Frequenz sendet aus dem Medienhaus Chemnitz das sächsische apollo radio. Einer der Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (kurz: SAEK) ist in Chemnitz ansässig und sendete per Livestream im Internet. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) berichtet auf der Frequenz 92,8 MHz im Programm MDR 1 Radio Sachsen mehrfach am Tag aus seinem Chemnitzer Studio. Der private Hörfunkkanal Radio PSR (100,0 MHz) hatte ab 1992 ein Regionalstudio in Chemnitz, das später geschlossen wurde. Regionale Informationen aus Chemnitz und der Umgebung gibt es zudem im Programm von Radio Energy (97,5 MHz), das hier seit dem 21. Juni 1993 sendet und zunächst ein Regionalstudio am Rosenhof und später in der Schulstraße (Europark) unterhielt.

Fernsehen[Bearbeiten]

In der Region Chemnitz ist über Kabel und Antenne der Fernsehsender Sachsen Fernsehen zu empfangen, der von der 09111 Studio Chemnitz GmbH & Co. KG produziert wird. Zunächst begann dieser Regionalsender am 4. Oktober 1993 mit der erst viertel-, dann halbstündigen Sendung Drehscheibe Chemnitz, die als werktägliches Regionalfenster das analog auf dem terrestrischen Kanal 45 ausgestrahlte VOX von 17:30 bis 18:00 Uhr unterbrach. Die Wiederholung erfolgte von 18:00 bis 18:30 Uhr, ebenso werktäglich, auf Kanal 47, auf dem das Programm von RTL ausgestrahlt wurde. Seit Juli 1999 ist Sachsen Fernsehen ganztägig auf dem bisher von RTL genutzten terrestrischen Kanal zu sehen. Weitere Lizenznehmer sind Leipzig Fernsehen und Dresden Fernsehen.

Der SAEK betreibt in Chemnitz auch einen Fernsehbereich, bei dem sich junge Fernsehmacher ausprobieren können. Dafür stellt Sachsen Fernsehen sonntags ein Programmfenster bereit. Daneben gab es 1995/96 mit MIG Chemnitz TV ein weiteres Regionalprogramm, das hauptsächlich analog im Kabelnetz der RFC ausgestrahlt wurde. Außer einer Bildschirmzeitung wurde ein täglich wiederholtes wöchentliches Regionalmagazin gezeigt.

Filme[Bearbeiten]

Karl-Marx-Stadt war Handlungs-, jedoch kein Drehort im James-Bond-Film Octopussy aus dem Jahre 1983.

Daneben existieren mehrere Filme mit Chemnitz als Drehort, so „Bilderbuch Deutschland: Chemnitz – Das Tor zum Erzgebirge“, die Erstausstrahlung der 45-minütigen Dokumentation in der ARD erfolgte am 27. Juni 2004. Die neunteilige Jugendserie „Die Eisprinzessin“ der ARD von 1991 hatte ebenfalls Chemnitz als Drehort.

Die Folge „Reklamierte Rosen“ der Fernsehserie Polizeiruf 110 von 1976 spielt teilweise in Karl-Marx-Stadt.

Der Chemnitzer Filmnachwuchs wird durch die Chemnitzer Filmwerkstatt gefördert.[48]

2010 wurde Chemnitz in dem deutschen, 2011 zum ersten Mal ausgestrahlten Film Go West – Freiheit um jeden Preis zum Drehort. In dem ersten Teil des Films ist das Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf Drehort für einen tschechischen Güterbahnhof. Im zweiten Teil ist Chemnitz ein Drehort für eine Szene in Budapest. Dabei sind die Gebäude der Chemnitzer Innenstadt, sowie der Sonnenberg mit seiner markanten Markuskirche deutlich im Hintergrund zu sehen.[49]

Tourismus[Bearbeiten]

Schlossteichpark in Schloßchemnitz

Die Sehenswürdigkeiten der Stadt, ihre Veranstaltungen und Messen aber auch die Nähe zum Erzgebirge ziehen zahlreiche Touristen und Geschäftsreisende an. Jährlich besuchen knapp 215.000 Gäste die Stadt und verweilen im Schnitt 2 Tage.[50] Der Anteil der ausländischen, zum Großteil europäischen Gäste betrug dabei fast 20 %.

Hotels[Bearbeiten]

In Chemnitz gibt es Häuser mehrerer großer Hotelgruppen, daneben gibt es eine Vielzahl von kleineren privat betriebenen Hotels und Pensionen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Das Restaurant Kellerhaus am unteren Schloßberg

Die lokale Küche von Chemnitz bedient sich vornehmlich der erzgebirgischen Küche. Dies ist durch den hohen Anteil zugewanderter Bevölkerung aus dem erzgebirgischen Raum zu Zeiten der Industrialisierung im ausgehenden 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts begründet. Die Küche des Erzgebirges zeichnet sich zumeist durch Deftigkeit und Einfachheit der Zubereitung aus; oft wird die Kartoffel als Zutat verwendet. Regionaltypische Gerichte sind der Klitscher, Quarkkäulchen, zur Weihnachtszeit der Christstollen und das Neunerlei.

Gastronomie und Nachtleben[Bearbeiten]

Mit 666 gastronomischen Einrichtungen weist Chemnitz – verglichen mit anderen Universitätsstädten Deutschlands – eine hohe Kneipendichte von 6,4 Kneipen auf 100 Studierende auf.[51][52] Die Chemnitzer Gastronomie ist regional wie international geprägt.

In der Innenstadt und den angrenzenden Stadtteilen Kaßberg, Sonnenberg, Bernsdorf und dem Schloßviertel sind die Konzentrationspunkte Chemnitzer Diskotheken, Bars, Clubs, Kneipen und alternativer Kultureinrichtungen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Karl-Marx-Monument

Bekanntestes Wahrzeichen der Stadt ist das 1971 eingeweihte Karl-Marx-Monument des russischen Künstlers Lew Kerbel. Es war bei Festtagen der DDR Kulisse für Festzüge und andere Massenveranstaltungen. Zu DDR-Zeiten diente das dahinterliegende Gebäude der Karl-Marx-Allee 10/12 (heute Brückenstraße) dem Rat des Bezirks und der SED-Bezirksleitung als Dienstsitz. Am Haus Nr. 10 ist eine Wandtafel mit dem Ausspruch „Proletarier aller Länder vereinigt Euch!“ aus dem Kommunistischen Manifest in deutscher, englischer, französischer und russischer Sprache eingelassen. Der Chemnitzer Volksmund bezeichnet das Denkmal auch als Nischel (sächsischer Dialekt für Kopf). Es ist nach der ägyptischen Sphinx der zweitgrößte freistehend modellierte Kopf der Welt und nach dem Lenin-Kopf im russischen Ulan Ude die zweitgrößte Porträtbüste der Welt.[53]

Blick zum Roten Turm, dem Wahrzeichen der Stadt Chemnitz

Der Rote Turm ist das wohl auffälligste Denkmal aus der mittelalterlichen Geschichte von Chemnitz. Sein Unterteil aus Bruchstein stammt vermutlich noch aus dem späten 12. oder dem beginnenden 13. Jahrhundert. Bei systematischen Untersuchungen 1957/58 wurde festgestellt, dass die Stadtmauer jünger ist als der Turm und an diesen anbindet. 1555 wurde das Obergeschoss aus Backstein mit gotischer Verblendarchitektur aufgesetzt. Der Turm diente lange Zeit als Stadtfronfeste. Im März 1945 brannte er bei den Luftangriffen aus, wurde 1952 mit einem Notdach versehen, 1957/58 wiederaufgebaut und als Museum eingerichtet. Seit September 2007 ist der Rote Turm für Chemnitz auf der Deutschlandausgabe des Spiels Monopoly zu sehen.

Der Theaterplatz stellt ein innerstädtisches Architekturensemble dar, das die architektonische Prägung von Chemnitz vor 1945 andeutet. Linkerhand befindet sich das 1909 vom Architekten Richard Möbius errichtete König-Albert-Museum mit den Kunstsammlungen, rechterhand steht die Petrikirche, ein neugotischer Sandsteinbau, der von Hans Enger entworfen und 1888 geweiht wurde. Zwischen beiden Gebäuden schließt das Opernhaus den modern gestalteten Platz ab.

Altes und Neues Rathaus im Jahr 1995

Markanter Orientierungspunkt der Chemnitzer Innenstadt ist das Doppelrathaus, bestehend aus dem Alten und Neuen Rathaus. Das spätgotische Alte Rathaus entstand 1496–1498 an der Stelle hölzerner Vorgängerbauten und wurde später mehrfach umgebaut. Im Zweiten Weltkrieg ist es bis auf die Gewölbe im ersten Obergeschoss ausgebrannt und wurde beim Wiederaufbau um ein Geschoss erhöht. An der Frontseite des Rathausturms befindet sich das Judith-Lucretia-Portal von 1559, das vor der Zerstörung seitlich angebracht war. Zu dem Komplex des Rathauses gehört der ältere Hohe Turm, der wahrscheinlich Teil einer innerstädtischen Eigenbefestigung aus der Zeit um 1200 war. In der Nacht vom 3. zum 4. Februar 1946 ist der Turm eingestürzt. Die Ruine wurde zunächst gesprengt, der Turm später jedoch wiederaufgebaut. Das Neue Rathaus wurde zwischen 1908 und 1911 nach einem Entwurf des Stadtbaurates Möbius errichtet. Das Portal aus dem Ende des 14. Jahrhunderts stammt von der damals abgebrochenen Alten Lateinschule.

Die Stadtkirche St. Jakobi ist die älteste erhaltene Kirche der Stadt. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert und befindet sich im Stadtzentrum direkt hinter dem Alten Rathaus. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie stark zerstört. Am 5. März ist sie durch Bombeneinwirkung ausgebrannt, Gewölbe und Pfeiler im Langhaus sind im Juni 1945 eingestürzt, die neogotische Einrichtung wurde vernichtet. Durch Anbringung eines Notdachs 1945 konnten erhaltene Gewölbe-Teile gerettet werden. Der abgemauerte Chor wurde seit 1949 wieder genutzt.[54] Weitere Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten an der Kirche erfolgten in den nächsten Jahrzehnten, im Chor ist der Wiederaufbau bis heute noch nicht abgeschlossen.

Das Siegertsche Haus am Markt

Am Markt steht das Siegertsche Haus mit einer prachtvollen Barockfassade. Es entstand in den Jahren von 1737 bis 1741 nach den Plänen von Johann Christoph von Naumann. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg blieb nur die mittlere Barockfassade erhalten und wurde 1953/54 wiederaufgebaut.

Ein Rest des ehemaligen Benediktinerklosters ist die Schlosskirche auf dem Schlossberg, eine spätgotische Hallenkirche und Nachfolgerin einer romanischen Basilika von 1136. Die Schlosskirche wird als Gründungsort der heutigen Stadt Chemnitz angenommen. Ihr schließt sich das Schloßbergmuseum Chemnitz an. Die Schlosskirche erlitt 1945 Bombenschäden am neogotischen Turmhelm, am Dach und der Nordfassade. Schadenbeseitigung und vereinfachter Turmabschluss erfolgten 1946 bis 1949, die Restaurierung des Innenraums 1950 bis 1957.[55]

Zu den bedeutendsten Villen in Chemnitz zählen die zwischen 1903 und 1911 in Jugendstilarchitektur errichtete Villa Esche sowie die Villa Koerner aus dem Jahr 1914. Beide entstanden nach den Plänen des Architekten Henry van de Velde. Die Villa Esche ist das erste Wohnhaus in Deutschland, das van de Velde baute.

Im Stadtteil Rabenstein steht mit dem Kulturpalast ein monumentales Baudenkmal des sozialistischen Klassizismus in Deutschland.[56]

Kulturpalast am Pelzmühlenteich

Bühnen[Bearbeiten]

Sprechtheater[Bearbeiten]

Schauspielhaus
Opernhaus

Bereits 1838 gründete sich das erste Chemnitzer Theater und ließ sich ein eigenes Theatergebäude errichten. Der bald nortwendige Umbau erfolgte nach Plänen des in Berlin tätigen Baumeisters Eduard Titz.[57]

Die Städtische Theater Chemnitz gGmbH betreibt seit den 1990er Jahren unter dem Markennamen Die Theater Chemnitz neben dem Opernhaus die weitere Spielstätte des Schauspielhauses Chemnitz. Dessen frühere Kleine Bühne bespielt das Figurentheater seit September 2011.

Das alte Schauspielhaus und das Central-Theater sind durch den Luftkrieg 1945 und den folgenden Abriss der Ruinen verloren gegangen.

Musiktheater[Bearbeiten]

Im Jahr 1909 entstand unter dem Namen Neues Stadttheater am Theaterplatz das Chemnitzer Opernhaus. 1913 feierte Richard Tauber an dieser Bühne sein Debüt. Das Opernhaus wurde nach der Zerstörung seines Inneren im Jahre 1945 von 1947 bis 1951 in veränderter Form wiederaufgebaut und bis 1992 saniert. Es ist heute Spielstätte für Opern, Operetten, Ballette und Musicals und hat Chemnitz in Kulturkreisen durch seine aufwändigen Inszenierungen Wagnerscher Bühnenweihfestspiele den Beinamen „Sächsisches Bayreuth“ eingebracht.[58][59]

Schließlich ist auch die Robert-Schumann-Philharmonie für ihre Konzerte regional bekannt.

Kulturhalle[Bearbeiten]

Die Stadthalle Chemnitz bietet mehrere Säle für die unterschiedlichsten Arten von Veranstaltungen. Sie hat vor allem durch ihre regelmäßig ausverkauften Volksmusikkonzerte Bekanntheit erlangt.

Kabaretttheater[Bearbeiten]

Chemnitz beherbergt in unmittelbarer Nähe der Stadthalle im sogenannten Markthallenviertel die zwei Kabaretts Das Chemnitzer Kabarett (früher als 1. Chemnitzer Kabarett bekannt) und Kabarett Kiste – Kabarett Sachsenmeyer & Co. Private Spielstätten des Kleinkunsttheaters sind das FRESSTheater und das Fata Morgana. Armes Theater ist ein in der Stadt ansässiges Off-Theater. Im Kulturzentrum „Weltecho“ hat sich mit dem „Büro für theatrale Strategien“ eine Produktionsstätte für freie Theaterproduktionen angesiedelt, die u.a. regelmäßig mit dem Chemnitzer Schulmodell über die Landesgrenzen hinaus beachtete innovative Inszenierungen erarbeitet.

Museen[Bearbeiten]

Verbunden mit den seit den 1990er Jahren intensivierten Bemühungen der Stadt um eine verbesserte Außenwirkung Chemnitz' ist auch die Entwicklung hin zu einem kulturellen Zentrum zu beobachten. Die museale Landschaft in Chemnitz ist derzeit noch im Aufbau, wobei Chemnitz' Charakter als Industriestadt betont werden soll. Als ein wichtiger Markstein dieser Entwicklung wird das neue Industriemuseum Chemnitz gewertet. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Gießerei der damaligen Auto Union, umfasst es nun eine umfangreiche Sammlung der sächsischen Industriegeschichte. Zeugen dieser industriellen Entwicklung sind ebenfalls das Sächsische Eisenbahnmuseum, das Museum für sächsische Fahrzeuge in den historischen Stern-Garagen, die Gebäude der Wanderer-Werke AG, sowie die der Presto-Werke, in die in den 1930er Jahren die Auto Union einzog.

König-Albert-Museum, Sitz der Kunstsammlungen Chemnitz
Burg Rabenstein

Weiterhin stellen die Kunstsammlungen Chemnitz im König-Albert-Museum eine umfangreiche Bildersammlung mit Schwerpunkt auf den Impressionismus und Expressionismus aus und ergänzen dieses Angebot mit zum Teil vielbeachteten Sonderausstellungen. Daneben ist als eine wichtige kulturelle und museale Einrichtung das „Kulturkaufhaus“ DAStietz zu nennen, das Ausstellungsstücke zeitgenössischer Kunst in der Neuen Sächsischen Galerie und das Museum für Naturkunde beherbergt. Die Prägung der Stadt durch den Jugendstil wird durch das Henry-van-de-Velde-Museum in der Villa Esche deutlich, wo vor allem Exponate des belgischen Architekten und Designers Henry van de Velde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Seit Dezember 2007 werden die Bildersammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst des Münchener Galeristen Alfred Gunzenhauser in einem eigens dafür eingerichtetem Gebäude, dem Museum Gunzenhauser, präsentiert. Damit schlägt die Stadt eine Brücke zu ihrer kulturellen Blütezeit der Moderne Anfang des 20. Jahrhunderts.

Das Museum für Stadtgeschichte ist im Schloßbergmuseum integriert. Neben der Stadtgeschichte werden dort mittelalterliche Skulpturen der Kunstsammlungen Chemnitz und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden präsentiert. Die Räumlichkeiten dieses Museums werden auch für zahlreiche Ausstellungen zu historischen Themen genutzt. Die Burg Rabenstein erzählt durch verschiedene Ausstellungen von der Geschichte der kleinsten in Sachsen erhaltenen Burganlage.

Das ehemalige Kaufhaus Schocken

Überdies sind kleinere zahlreiche Spezialmuseen im Stadtgebiet angesiedelt, beispielsweise das Deutsche Spielemuseum, das Ebersdorfer Schulmuseum, das Straßenbahnmuseum Kappel, die Medizinhistorischen Sammlungen des Klinikum Chemnitz gGmbH sowie das Kulturgeschichtliche Spezialmuseum für Militärgeschichte und der Museumsspeicher Ebersdorf.

Die Entwicklung Chemnitz’ als Museumsstandort wird kontinuierlich fortgeführt. So eröffnete die Stadt Chemnitz[60] am 15. Mai 2014[61] das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz[62] im ehemaligen Kaufhaus Schocken, um dem Besucher umfassende Informationen über die archäologische und kulturgeschichtliche Entwicklung Sachsens zu vermitteln.

Kinos[Bearbeiten]

In der Stadt Chemnitz fanden bereits ab dem 12. September 1897, zwei Jahre nach der ersten öffentlichen Filmvorstellung Deutschlands, Filmvorführungen statt. Dabei präsentierten der Kameramann Clemens Seeber und sein Sohn Guido im Varieté Mosella-Saal zumeist Wochenrückblicke aus der Stadt und deren Region, die das Publikum sehr gut annahm. Das 1929 eröffnete Filmtheater Luxor-Palast existierte nach Rekonstruktionen und Erweiterungen noch bis Mitte 2011. Mit der Enteignung sämtlicher Lichtspieltheater im Land Sachsen im Jahr 1948 gingen alle Kinos in der Chemnitzer Region in Volkseigentum über. Vor und besonders nach der Wiedervereinigung Deutschlands mussten sowohl innerhalb und als auch außerhalb der Kernstadt zahlreiche Kleinkinos aus Rentabilitätsgründen schließen. Das Europa 70, das Welt-Echo oder das Jugendfilmtheater (vormals Filmschau) seien hier als Beispiele genannt.

Heute ist das Kinoleben von Chemnitz stark von der Kette Cinestar geprägt, die ein Großkino Filmpalast am Roten Turm betreibt. Es bietet im Wesentlichen Filme, die auch bundesweit in den Kinos aktuell gezeigt werden. Weiterhin existieren eine Reihe von Kinos mit kleineren Besucherkapazitäten wie das Clubkino Siegmar, das Weltecho, wo auch andere kulturelle Veranstaltungen stattfinden, das Kino m54 des Alternativen Jugendzentrums Chemnitz e. V., der Filmclub mittendrin der Universität Chemnitz sowie das Metropol, das für seine Angebote im niedrigen Preissegment bekannt ist. Das Cinestar-Kino im „Vita-Center“ wurde nach nur wenigen Jahren aufgrund der Bevölkerungsabwanderung aus der Großwohnsiedlung „Fritz Heckert“ wieder aufgegeben.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das Chemnitzer „Veranstaltungsjahr“ beginnt an einem Märzwochenende mit den Chemnitzer Linux-Tagen. Weitere Veranstaltungen im März sind die Tage der jüdischen Kultur, die Automobilschau MACH in der Chemnitz-Arena sowie die Chemnitzer Schultheaterwochen. Außerdem findet im April die weit über die Stadttore bekannte Fiesta „la grande“ (Osterfiesta) mit jährlich um die 5000 Besucher in der Stadthalle Chemnitz statt. Ab Mai bis September findet an jedem ersten Freitag des Monats der Kunst- und Handwerkermarkt statt. Auch die Chemnitzer Museumsnacht wird jeden Mai durchgeführt. Im darauf folgenden Zeitraum von August bis September, wird das Chemnitzer Stadtfest abgehalten. Des Weiteren finden im September eine internationale Breakdance-Veranstaltung, die so genannte SOUL EXPRESSION, das Latin-Chem sowie die Künstlermesse statt. Das Kulturfestival „Begegnungen“ und das Internationale Filmfestival SCHLINGEL werden jedes Jahr im Oktober abgehalten. Das „Veranstaltungsjahr“ endet mit den Tagen der erzgebirgischen Folklore im November und dem erzgebirgischen Weihnachtsmarkt jeden Dezember. Im Sommer, meist Juli oder August, fand seit 1998 in Chemnitz mit dem splash! Festival das größte Hip-Hop- und Reggae-Festival Europas statt. 2007 wurde es aus organisatorischen Gründen nach Bitterfeld verlegt.

Sport[Bearbeiten]

1982: 25-jähriges Trainer-Jubiläum von Jutta Müller (v.l. Katarina Witt, Jan Hoffmann, Jutta Müller, Gaby Messerschmidt-Seyfert, Anett Pötzsch)

Chemnitz erhebt den Anspruch, eine Sportstadt zu sein.[63] Argumente dafür sind die hohe Anzahl von Medaillengewinnern bei Olympischen Spielen aus Chemnitz[64] und die hohe Beteiligung der Bevölkerung am Breitensport. Außerdem ist die Stadt ein Olympiastützpunkt und hat mit dem Sportgymnasium ein Gymnasium mit vertieft sportlichem Profil, das einen exzellenten Ruf genießt. Rund 63 % der Stadtbevölkerung sind nach einer Studie des Fachbereichs Sportwissenschaften der TU Chemnitz aus den Jahren 1998 und 2001 innerhalb oder außerhalb eines Vereins sportlich aktiv.[65] Am Stausee Oberrabenstein findet mit dem Heavy 24 MTB jedes Jahr im Juni das mit 1000 Startern größte 24-Stunden-MTB-Rennen der neuen Bundesländer statt.

Einmal im Jahr werden die Chemnitzer „Sportler des Jahres“ mit dem Chemmy ausgezeichnet. Unter den bisherigen Preisträgern befinden sich so prominente Sportler wie Matthias Steiner, Lars Riedel, Stev Theloke sowie Aljona Savchenko und Robin Szolkowy.

In Chemnitz startet einmal im Jahr der weltweit längste Non-Stop-Staffellauf der Welt. Die Lauf-KulTour führt dabei innerhalb von 16 Tagen ca. 4000 km rund um Deutschland. Teilnehmer sind 12 Studenten der TU Chemnitz.

Sportvereine[Bearbeiten]

Die Stadt Chemnitz hat rund 200 Sportvereine mit insgesamt mehr als 30.000 Mitgliedern. Bekannte Vereine in der Stadt sind die Fußballvereine Chemnitzer FC und VfB Fortuna Chemnitz, der Kunstturnverein KTV Chemnitz sowie der Basketballverein der Herren (BV Chemnitz 99) und der der Damen (Chemnitzer Basketgirls). Weitere Sportvereine sind die Leistungsabteilung der Basketgirls (ChemCats), die Damen-Volleyballmannschaft des CPSV (Chemnitzer Polizeisportverein) CPSV Volleys Chemnitz, im Unihockey (auch Floorball genannt) die Floor Fighters Chemnitz, der Eisschnelllaufclub Chemnitz (ECC), der Eis-&-Rollsportverein 07 ERV Chemnitz 07, der Boxclub Chemnitz 94 „Die Wölfe“ oder der Ringerclub Chemnitz e.V.. Das Profi-Bahnradsportteam Team Erdgas.2012 hat seinen Standort in Chemnitz.

Der Chemnitzer FC spielte von 1991 bis 1996 sowie von 1999 bis 2001 in der 2. Bundesliga. Michael Ballack spielte fünf Jahre in der Jugendmannschaft sowie zwei Jahre im Profifußball.

Die wichtigsten Basketballvereine sind die BV Chemnitz 99 (Herren) und die Chemnitzer Basketgirls (Damen), die sich 2002 von der BV Chemnitz 99 abspalteten. Die Herren spielen seit der Saison 2002/2003 in der 2. Basketball-Bundesliga Süd, seit der Neustrukturierung der 2. Basketball-Bundesliga zur Saison 2007/08 in der 2. Basketball-Bundesliga ProA. Die Damenmannschaft kehrte 2006 in die erste Liga DBBL zurück. Seitdem stiegen sie je einmal aus finanziellen und einmal aus sportlichen Gründen ab, konnten aber jeweils im darauffolgenden Jahr wieder aufsteigen. 2013 kehrten sie zuletzt in die erste Liga zurück.

Die Volleyball-Frauen des Chemnitzer Polizeisportvereins (CPSV) stiegen 2001 in die 2. Bundesliga-Süd auf. Sie spielten ab 2006 unter dem Namen Fighting Kangaroos Chemnitz. Seit 2013 läuft die Mannschaft unter dem Namen CPSV Volleys Chemnitz auf. In der Saison 2007/08 schafften sie den Aufstieg in die 1. Volleyball-Bundesliga der Frauen und spielten dort für eine Saison.

Im Unihockey spielt Chemnitz seit 2002 in der 1. Bundesliga. Die Herren der Floor Fighters Chemnitz spielen ebenso wie die Frauen in der höchsten deutschen Liga.

Im Rollstuhlsport stellte der ERC Chemnitz noch bis ins Jahr 2006 ein Team der 1. Rollhockeybundesliga und im TSC (TanzSportClub) Synchron e.V. gibt es eine Abteilung Rollstuhltanz[66]

Im Gewichtheben spielt der Chemnitzer AC seit Jahrzehnten national und international eine bedeutende Rolle. Viele Welt- und Europameister sowie Olympiasieger und Olympiamedaillengewinner durchliefen hier ihre Schule: Matthias Steiner, Gerd Bonk, Stefan Grützner, Joachim Kunz, Ingo Steinhöfel, Frank Mantek, Andreas Letz. Der Chemnitzer AC ist zugleich ein Landes-, Bundes- und Olympiastützpunkt.

Sportanlagen[Bearbeiten]

Stadtbad, auch Denkmal der architektonischen Moderne

Das Sportforum, 1926 als Südkampfbahn eröffnet, befindet sich in Bernsdorf in direkter Nähe zum Sportgymnasium. Das Sportareal umfasst ein Hauptstadion mit 18.500 Zuschauerplätzen, eine Leichtathletik-/Mehrzweckhalle mit einer Zuschauerkapazität von 1450 Plätzen sowie eine Radrennbahn, die 15.000 Zuschauer aufnehmen kann. Daneben stehen drei Rasenplätze, zwei Hartplätze, ein Kunstrasenplatz, eine 50-Meter-Schwimmhalle, eine Boxer-/Ringerhalle, zwei Kunstturnhallen und jeweils eine Spiel- und Judohalle zur Verfügung.

Das Stadion an der Gellertstraße ist die Heimspielstätte des Chemnitzer FC, das Stadion fasst 18.700 Zuschauer. Direkt an der Chemnitz befindet sich die Richard-Hartmann-Halle, die als Heimspielstätte des BV TU Chemnitz 99 dient und 2600 Gäste aufnehmen kann. Die Sporthalle am Schloßteich, Spielstätte der ChemCats, hat rund 750 Plätze. Die Chemnitz Arena wird selten für Sportereignisse genutzt, so beispielsweise für Boxkämpfe. Die Messe- und Veranstaltungshalle kann bis zu 13.000 Zuschauer aufnehmen.

Der Stausee Oberrabenstein in einer Panorama-Aufnahme

Für den Breitensport außerhalb von Vereinen stehen zahlreiche Einrichtungen zur Verfügung. Das Eissport- und Freizeitzentrum Chemnitz in direkter Nähe zum Küchwald ist als Trainingsstätte von Katarina Witt sowie Aljona Savchenko und Robin Szolkowy bekannt. Neben der Eissporthalle mit 4000 Plätzen existieren im Areal eine Trainingshalle, eine 400-Meter-Eisschnelllaufbahn und ein Rollhockeystadion. Im Stadtgebiet befinden sich außerdem das Stadtbad und weitere drei Hallenbäder sowie fünf Freibäder. Auch ist das Baden in naheliegenden Stauseen im und außerhalb des Stadtgebiets beliebt, wie zum Beispiel am Stausee Oberrabenstein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thematische Stadtpläne Chemnitz. 5 Teile zu einzelnen Architekturepochen. edition vollbart, Chemnitz 2002/2003.
  • Jens Kassner, Christine Weiske: Reformarchitektur in Chemnitz. Ein Architekturführer durch die Sozial- und Baugeschichte der Stadt. edition vollbart, Chemnitz 2003,ISBN 3-935534-08-6.
  • Karl-Marx-Stadt (= Werte unserer Heimat. Band 33). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1979.
  • Zur Entstehung und Frühgeschichte der Stadt Chemnitz. Kolloquium des Stadtarchivs Chemnitz, 24. April 2002, Volksbank Chemnitz. Aus dem Stadtarchiv Chemnitz. Bd 6. Stollberg 2002, ISBN 3-00-011097-6.
  • Aus dem Stadtarchiv Chemnitz. Schriftenreihe. Chemnitz 1998 ff.
  • Mitteilungen des Chemnitzer Geschichtsvereins. Jahrbuch. Chemnitz 1992 ff.
  • Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Bd 2. Mitteldeutschland. Im Auftrag der Konferenz der landesgeschichtlichen Kommissionen Deutschlands mit der Unterstützung des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser. Stuttgart 1941.
  • Tilo Richter: Chemnitz. Neue Bauten in der Stadtmitte 1990–2003. Edition Leipzig, Leipzig 2003, ISBN 3-361-00580-9.
  • Jens Kassner: Chemnitz in den „Goldenen Zwanzigern“. Architektur und Stadtentwicklung. Heimatland Sachsen, Chemnitz 2000, ISBN 3-910186-28-9.
  • Jens Kassner: Wohnen in Chemnitz. 75 Jahre kommunale Wohnungswirtschaft 1928–2003. edition Vollbart, 2003, ISBN 3-935534-11-6.
  • Stadtphotographien. Chemnitz 2003, ISBN 3-933169-02-X.
  • Stefan Weber: Chemnitz – Ein Stadtzentrum sucht sein Gesicht Bildverlag Böttger, 1994, ISBN 3-9806125-2-X.
  • Richard Steche: Chemnitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 7. Heft: Amtshauptmannschaft Chemnitz. C. C. Meinhold, Dresden 1886, S. 8.
  • Bernd Weise: Geheimnisvolles Chemnitz. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2004, ISBN 3-8313-1343-1.
  • C. W. Zöllner: Geschichte der Fabrik- und Handelsstadt Chemnitz, von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart, Nachdruck der Auflage von 1888, Copyright 1976 Verlag Wolfgang Weidlich, Frankfurt am Main, ISBN 3-8035-8901-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Portal: Chemnitz – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Chemnitz
 Portal: Sachsen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Sachsen
 Commons: Chemnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Chemnitz – in den Nachrichten
 Wiktionary: Chemnitz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Chemnitz – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Chemnitz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden, Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 13. April 2014
  3. Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, Band I, Seite 141
  4. Karl-Marx-Stadt auf staatsbibliothek-berlin.de, abgerufen 14. November 2013
  5. Ernst Barth u. a.: Werte unserer Heimat. Karl-Marx-Stadt. Akademie-Verlag, Berlin 1979.
  6. a b Hauptsatzung der Stadt Chemnitz (PDF; 75 KB)
  7. Deutscher Wetterdienst: Mittelwerte des Referenzzeitraumes 1961 bis 1990
  8. WetterKontor GmbH: Klimadaten Chemnitz. Abgerufen am 9. September 2013.
  9. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 486–490..
  10. Olaf Groehler: Bombenkrieg gegen Deutschland. Akademie-Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-05-000612-9, S. 449.
  11. Heinrich Magirius in Schicksale Deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg. Hrsg Götz Eckardt, Henschel-Verlag, Berlin 1978. Band 2, S. 452–460.
  12. http://www.chemnitzer-friedenstag.de/2005/maerz.html
  13. Gabriele Viertel: „Geschichte der Stadt Chemnitz“, Wartberg Verlag, 2002, S. 82
  14. Chemnitzer Tourismus-Broschüre, Herausgeber: City-Management und Tourismus Chemnitz GmbH, 4. Jahrgang • Ausgabe 12 • Sommer 2010; O-Ton-Nachweis im Chemnitzer Stadtarchiv
  15. a b Kurzfassung zur Promotion des Dipl.-Pol. Alexander Bergmann zur Thematik „Deutschlands jüngste Innenstadt – Rekonstruktion in Chemnitz verstehen“
  16. Dankwart Guratzsch: Einer Stadt die Zähne herausgebrochen, Die Welt, 12. Mai 2006.
  17. Gudrun Müller: Der Abrissrausch ist tödlich für Chemnitz, Freie Presse, 7. Dezember 2006.
  18. Arnold Bartetzky: Anleitung zur Stadtzerstörung. FAZ 24. März 2009.
  19. Lutz Polanz:Chemnitzer Altbauten – Wie eine Stadt mit Fördermitteln zugrunde gerichtet wird, Monitor, Nr. 593 vom 14. Mai 2009.
  20. Chemnitzer Freie Presse vom 26. Juli 2007 auf eine Pressemitteilung der Stadt Chemnitz
  21. chemnitz.de: Bevölkerung (Stand: 30. November 2010) – Bevölkerungsstand
  22. Freie Presse Chemnitz: Pressemeldung der Stadt Chemnitz:Chemnitz verzeichnet Einwohnerplus – Freie Presse
  23. Der Bundeswahlleiter: Wahlergebnisse und Strukturdaten zur Bundestagswahl 2005
  24. Parteilose Stadträtin wechselt von der Wählervereinigung Volkssolidarität zur SPD
  25. Artikel von Michael Brandenburg in der FREIEN PRESSE vom 8. Mai 2009, abgerufen am 20. Juni 2013.
  26. Statistik des Arbeitsamtes, Detaillierte Informationen
  27. Statistik der Bundesagentur für Arbeit
  28. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen Pressemitteilung zu den regionalen Bruttoinlandsprodukten
  29. Regionalranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), 2009.
  30. Mitglieder des Gesunde Städte-Netzwerks
  31. Wie finde ich die richtige Klinik im Internet?
  32. Pressemitteilung des Chemnitzer Klinikums (PDF; 40 kB)
  33. Homepage des Spitzentechnologieclusters eniPROD
  34. Stadtgalerie „Roter Turm“ in Chemnitz eröffnet / Auferstanden aus Ruinen – Architektur und Architekten – News / Meldungen / Nachrichten – BauNetz.de
  35. Kaufhaus in Chemnitz eröffnet / Im Glashaus – Architektur und Architekten – News / Meldungen / Nachrichten – BauNetz.de
  36. Chemnitz hat seine City wieder :: lr-online
  37. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Pressemitteilung vom 27. September 2007 „Der Arbeitsplatz am Wohnort wird immer seltener – immer mehr sächsische Beschäftigte pendeln“
  38. www.chemnitzer-modell.de: Stufe 1
  39. Verkehrsentwicklungsplan 2015 der Stadt Chemnitz, Chemnitzer Modell – Verknüpfungsstelle Hauptbahnhof (PDF; 1384 KB)
  40. www.chemnitzer-modell.de: Stufe 2
  41. www.chemnitzer-modell.de: Stufe 3
  42. www.chemnitzer-modell.de: Stufe 4
  43. Historisches Chemnitz: Chemnitzer Flugtage 1911
  44. Historisches Chemnitz: Flugverkehr in Chemnitz
  45. Medienhaus Chemnitz: „website/ des Medienhaus Chemnitz“
  46. IVW e. V.: „Auflagenzahlen des 4. Quartals 2010“ (516 Kb, zip)
  47. Stadt Chemnitz: Dienstleistungen der Ämter: „Archiv des Chemnitzer Amtsblattes“
  48. Chemnitzer Filmwerkstatt
  49. ProSieben-Pressemitteilung, PDF, abgerufen am 8. Januar 2011.
  50. CMT City-Management und Tourismus Chemnitz GmbH: Tourismusbericht
  51. Focus Nr. 48/2007: 55 Städte im Vergleich. Wo Studieren richtig Spaß macht
  52. Pressemitteilung der Technischen Universität Chemnitz: FOCUS-Ranking: Chemnitz bietet im Osten das beste Studienumfeld
  53. Lenin ist größer als Marx
  54. Heinrich Magirius in Schicksale Deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg. Hrsg. Götz Eckardt, Henschel-Verlag, Berlin 1978, S. 454.
  55. Heinrich Magirius in Schicksale Deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg. Hrsg. Götz Eckardt, Henschel-Verlag, Berlin 1978, S. 453.
  56. Fitzcarraldos Traum – Retter gesucht: Dem Kulturpalast Rabenstein bei Chemnitz droht der Abriss, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. Juli 2011, S. 34.
  57. Eduard Titz auf bildindex.de
  58. Stadtportrait zu Chemnitz auf der Internetpräsentation des Goethe-Institutes
  59. Stadtportrait zu Chemnitz auf dem Deutschland-Portal deutschland.de
  60. freiepresse.de: Museum für Archäologie eröffnet erst Anfang 2014
  61. Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Medienservice Sachsen vom 16. Januar 2014: Sachsens Kulturgeschichte hat einen dauerhaften Ausstellungsort: Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz eröffnet am 16. Mai 2014, abgerufen am 17. Januar 2014
  62. mdr.de: Name des künftigen Landesmuseums steht fest
  63. Internetseite der Stadt Chemnitz mit geschichtlicher Darstellung zur Sportstadt Chemnitz abgerufen am 15. April 2010.
  64. Internetseite der Stadt Chemnitz mit einführender Darstellung zum Sport in der Stadt Chemnitz abgerufen am 15. April 2010.
  65. Internetseite der Technischen Universität Chemnitz: „Sportstadt Chemnitz?! oder: Auf dem Weg zu einer sport- und bewegungsfreundlichen Stadt“
  66. TanzSportClub Synchron Rollstuhltanz, abgerufen am 8. Dezember 2011.
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