Chemnitz-Gablenz

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Wappen von Gablenz
Wappen von Chemnitz
Gablenz
Stadtteil und Statistischer Stadtteil Nr. 24 von Chemnitz
Lage des statistischen Stadtteils Gablenz in Chemnitz
Koordinaten 50° 49′ 45″ N, 12° 57′ 45″ O50.82916666666712.9625Koordinaten: 50° 49′ 45″ N, 12° 57′ 45″ O.
Fläche 3,60 km²
Einwohner 15.452 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte 4292 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1900
Postleitzahl 09126, 09127
Vorwahl 0371
Verkehrsanbindung
Straßenbahn 5
Bus 43, 62, 72, N13

Gablenz ist ein Stadtteil im Südosten von Chemnitz.

Geographie[Bearbeiten]

Angrenzende Stadtteile sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, das Yorckgebiet, Adelsberg, Bernsdorf, Lutherviertel und Sonnenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das ehemalige Bauerndorf Gablenz wurde um 1200 (als Gabilencia) erstmals im Zinsregister des Chemnitzer Benediktinerkloster urkundlich erwähnt. Seinen Namen hat Gablenz nach dem gleichnamigen Bach erhalten, der den Ort durchfließt. Der Name stammt aus dem slawischen und bedeutet „Apfelbaumbach“, er wurde 1888 zur Stadt Chemnitz hin überdacht. Der Gablenzbach mündet unterirdisch in Höhe der heutigen Rochlitzer Straße in den Chemnitzfluss.

Das alte Waldhufendorf erstreckte sich einst von der Chemnitzer Johannisvorstadt im Westen bis nach Euba im Osten. Im Norden grenzte Gablenz an den Zeisigwald (heute als Yorckgebiet bekannt), der Nordosten reichte bis über den Sonnenberg hinaus. Im Jahr 1402 verkaufte das Chemnitzer Kloster den westlichen Teil des zum Kloster gehörenden Gablenz an die Stadt Chemnitz, womit sich die Flurgrenze bis zur heutigen Zeiß- und Jahnstraße verschob. Mit der Auflösung des Chemnitzer Benediktinerklosters im Jahr 1547 kam Gablenz an das Amt Chemnitz. Wie viele umliegende Dörfer wurde auch Gablenz im Dreißigjährigen Krieg mehrfach verwüstet und ausgeplündert.

Die Chemnitzer Bannmeile verhinderte eine schnellere Entwicklung der Gemeinde, erst im 19. Jahrhundert siedelten sich beiderseits des Gablenzbaches Fabriken an. Durch den dadurch einsetzenden Zuzug entwickelte sich Gablenz zu einer Arbeiterwohnsiedlung, zum Beispiel an der Geibel- und Clausstraße. Immer mehr wuchs Gablenz im Westen mit der Stadt Chemnitz zusammen, schließlich wurde die Gemeinde am 1. April 1900 nach Chemnitz eingemeindet. Im östlichen Randgebiet entstand 1967 bis 1970 eine Siedlung mit Wohnblöcken in Plattenbauweise, die noch heute Hans-Beimler-Gebiet genannt wird. Eine weitere Plattenbausiedlung wurde im Nordosten in den Jahren 1970 bis 1974 als Wohngebiet Yorckstraße errichtet, die seit 1992/93 den Stadtteil Yorckgebiet bildet.

In der jüngeren Vergangenheit erfährt Gablenz, auf Grund umfangreicher Sanierungen der Wohnquartiere, großen Bevölkerungszuwachs. So wurden unter anderem die Wohngebiete Heimgarten, Sachsenring, Kreher- und Zschopauer Straße wieder belebt. Auch die außerordentlich vielen Gartenanlagen, die sich zwischen den Wohnsiedlungen befinden, machen Gablenz zu einem beliebten Wohnstandort.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Gablenz führt die Chemnitzer Stadtbahnlinie 5 der Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft (CVAG) mit den Haltestellen Reineckerstraße, Nürnberger Straße, Gablenzplatz, Arthur-Strobel-Straße, Pappelhain und Gablenz. Außerdem erreicht man den Stadtteil mit den Buslinien 43, 62 und 72 sowie der Nachtlinie N13; ein Zugang aus südlicher Richtung ist durch die Buslinie 33 möglich. Längste Straße ist die Carl-von-Ossietzky-Straße, die nicht nur selbst durch zahlreiche Wohngebiete (beispielsweise Lutherviertel, Hans-Beimler-Gebiet) führt, sondern sich vor allem mit Straßen kreuzt, an denen bedeutende und teils denkmalgeschützte Siedlungen liegen (Heimgarten-Siedlung, Geibelstraße/Gartenstadt).

Bildung[Bearbeiten]

Bis Februar 2008 befand sich in Gablenz das Johannes-Kepler-Gymnasium, das – wegen seiner erstklassigen Ausbildung im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich – bis über die Grenzen der Stadt Chemnitz hinaus bekannt ist. Es ist in den Winterferien 2008 in die sanierte Schule auf der Humboldthöhe umgezogen. Auch die Friedrich-Adolf-Wilhelm-Diesterweg-Oberschule sowie die Gablenzer Oberschule und die Grundschule Gablenz (ehemals Ernst-Enge-Schule) sind zu nennen.

Gablenz-Center[Bearbeiten]

An der Ernst-Enge-Straße befindet sich das ehemalige Versorgungszentrum „Hans Beimler“. In den späten 1990er-Jahren wurde es komplett modernisiert und erweitert und trägt heute den Namen Gablenz-Center. Es bietet dem Anrainer in kleineren und größeren Lebensmittel-, Drogerie-, Büchermärkten mehrere Einkaufsmöglichkeiten. Die zentrale Rolle erfüllt es, indem es unter anderem gastronomische Einrichtungen, Apotheke, Frisöre und zwei Bankfilialen beherbergt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gartenstadt Gablenzsiedlung[Bearbeiten]

Mitten im Herzen von Gablenz befindet sich die Gartenstadt Gablenzsiedlung. Das außergewöhnliche architektonische Kleinod besticht durch seine stilvollen Außenanlagen und abwechslungsreiche, harmonische Fassadengestaltung. Die fast geschlossen erhaltene Siedlung wurde zwischen 1910 und 1937 erbaut und zwischen 1999 und 2003 denkmalschutzgerecht saniert. Im Jahr 2003 wurde die Gartenstadt mit dem Deutschen Bauherrenpreis ausgezeichnet. Die gesamte Altstadt, die heute aus einer zusammenhängenden Bebauung von rund 60 Häusern besteht, ist als Flächendenkmal geschützt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jörn Richter (Hrsg.): Gartenstadt Gablenzsiedlung Chemnitz: Entstehung, Geschichte und Sanierung einer Genossenschaftssiedlung. CAWG eG, Verlag Heimatland Sachsen, 2002. 128 Seiten. ISBN 3910186386

Weblinks[Bearbeiten]

  • Gablenz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen