Chester Bennington

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Chester Bennington auf einem Konzert mit Linkin Park im The Globe Arena in Stockholm, 2007

Chester Charles Bennington (* 20. März 1976 in Phoenix) ist ein US-amerikanischer Sänger der Bands Linkin Park, Stone Temple Pilots und Dead by Sunrise.

Leben[Bearbeiten]

Chester Bennington wurde als Sohn eines Polizisten[1] und einer Krankenschwester[2] in Phoenix, Arizona[1] geboren. Er hat einen dreizehn Jahre älteren Bruder, sowie zwei Halbschwestern.[3] Im Jahr 1987 ließen sich Benningtons Eltern scheiden, sein Vater übernahm das Sorgerecht für ihn.[4] Sein Vater kümmerte sich jedoch nur unzureichend um den späteren Musiker.[4] Bennington fühlte sich ebenfalls von seiner Mutter im Stich gelassen[4] und entwickelte ein gespaltenes Verhältnis zu seiner Familie. Das Gefühl vernachlässigt zu werden wurde so groß, dass Bennington den Wunsch entwickelte seine Familienmitglieder zu töten und wegzulaufen.[4] Im Kindes und Jugendalter war er ebenfalls sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Laut seinen Angaben begann der Missbrauch als er sieben oder acht Jahre alt war und endete erst im Alter von 13 Jahren.[4] Aus Scham und Angst davor als homosexuell verspottet zu werden, vertraute Bennington sich erst spät jemandem an.[4]

Aus seinen Erlebnissen entwickelte er eine stark ausgeprägte Kreativität, er malte Bilder und schrieb Lieder, in welchen er seine Gefühle beschrieb.[4] Bennington träume davon Musiker zu werden. Zu seinen Vorbildern gehörten Bands wie Depeche Mode, von welcher er sich vorstellte das fünfte Bandmitglied zu sein,[3] und die Stone Temple Pilots, bei denen er mittlerweile Mitglied ist. Mit seinem Jugendfreund Sean Dowdell gründete er 1993 die Band Sean Dowdell and his Friends?[1] und erfüllte sich damit den Traum, Musiker zu werden. Auf der Schattenseite geriet der Musiker an Drogen und trank große Mengen Alkohol um seine Kindheit zu bewältigen.[4] Das Spektrum der konsumierten Drogen reichte von LSD über Opiate und Benzodiazepine bis hin zu Kokain und Crystal Meth.[4] Schon bald entwickelte Bennington eine Abhängigkeit beider letztgenannter Drogen. 1994 zog er zurück zu seiner Mutter,[4] und wechselte von der Greenway High School an die Washington High School. Trotz Drogenmissbrauchs schaffte Bennington seinen Schulabschluss an der Washington High School im Jahre 1994.[3] Nach dem Schulabschluss arbeitete Bennington bei einem Mobilienunternehmen und bei der Restaurantkette Burger King,[1] um seine Drogensucht zu finanzieren. Auf dem Höhepunkt seiner Drogenkarriere wurde Bennington im Alter von 18 Jahren von einem US-Gericht zu Sozialstunden verurteilt[1] und von seiner Mutter wurde ihm Hausarrest auferlegt, als diese seine Drogensucht bemerkte.[1]

Zusammen mit Sean Dowdell gründete er 1995 ein Tattoo-Studio in Phoenix, und baute in den Folgejahren eine Tattoo-Studiokette auf.[1] Bennington hatte in dieser Zeit Samantha Olit kennengelernt, welche er am 31. Oktober 1996 heiratete. Aufgrund begrenzter finanzieller Mittel ersetzte Bennington den Ritus des Eherings durch eine Tätowierung.[3] Der Erfolg von Bennington's und Dowdell's Band, welche inzwischen Grey Daze hieß war eher bescheiden, wodurch nach zwei Alben im Jahr 1998 das Aus kam.[4] Bennington's Karriere als Musiker schien nun vor dem Aus zu stehen. Am 20. April 1999, an seinem 23. Geburtstag erhielt Bennington einen Anruf von Jeff Blue, einem ehemaligen Manager von Zomba Music.[4] Blue betreute zu diesem Zeitpunkt die Band Xero, welche auf der Suche nach einem neuen Sänger war. Blue bat Bennington, seine Vocals über Xero-Demos einzusingen. Noch in derselben Nacht schloss Bennington sich in ein Tonstudio ein und stellte innerhalb von drei Tagen sämtliche Demos fertig.[4] Anschließend spielte er Blue die Demos per Telefon vor und wurde dadurch nach Augora Hills zu Xero eingeladen. Nach einer Bewerbungs-Musiksession fand Xero in Chester Bennington einen neuen Sänger.[4] Darauf nannte sich die Band Hybrid Theory. Nach fünf Wochen, am 1. Mai 1999 wurde bereits in Eigenregie die erste EP veröffentlicht, welche sich jedoch nicht gut verkaufte. Schließlich fand die Band in Warner Music Group einen Verleger, und veröffentlichte unter dem Namen Linkin Park am 24. Oktober 2000 das erste Album, welches sich über 24 Millionen Mal[4] verkaufte.

Trotz des musikalischen Erfolgs mit Linkin Park fühlte sich Bennington zur Anfangszeit nicht zur Band dazugehörig und intensivierte den Konsum von Alkohol und Marihuana.[4] In den beiden Folgejahren fühlte Bennington sich durchgehend krank und suchte hochfrequentiert das Krankenhaus auf.[4] Seine Beziehung zu Samantha Olit zerbrach an den Folgen und endete mit der Scheidung im Jahre 2005.[3] Am 31. Dezember 2005 heiratete der Musiker das Model Talinda Bentley.[3] Seinen Alkoholmissbrauch stellte Bennington nach eigenen Angaben mittlerweile ein.[4] Um mit seinen negativen Gefühlen die Band Linkin Park nicht weiter zu belasten, gründete Bennington zusammen mit Mitgliedern von Julien-K 2005 ein Soloprojekt, welches unter dem Namen Snow White Tan firmierte. Geplant war ein Album zeitig herauszubringen, doch dies scheiterte. Das Soloprojekt wurde zur Band Dead By Sunrise und brauchte zur Veröffentlichung des ersten Albums bis zum Herbst 2009. Inzwischen hat Bennington sein Leben von Liedern der Band Linkin Park abgekapselt, wodurch sich eine kontrovers diskutierte Stiländerung bei Linkin Park ergab.[5]

Musik[Bearbeiten]

Chester Bennington auf dem Sonisphere 2009

Nachdem Bennington zuvor bei Grey Daze gesungen hatte, stieß er 1998 zur Band Xero hinzu. Daraufhin benannte sich die Band zuerst in Hybrid Theory um und 2000 schließlich in Linkin Park. Er gab dabei seinen Job bei einer Fast-Food-Kette auf, um sich vollkommen auf die Band konzentrieren zu können.

Seit der kurzen Auszeit von Linkin Park nach deren zweiten Studioalbum, Meteora (Album), hatte er wie Mike Shinoda an einem Nebenprojekt gearbeitet, das den Namen Dead by Sunrise trägt. Das erste Album mit dem Namen Out of Ashes erschien am 9. Oktober 2009. Die erste Single Crawl Back In erschien am 18. August 2009.

2008 verletzte sich Chester Bennington bei zwei Live-Auftritten, einmal brach er sich während einer Show das rechte Handgelenk und am Ende des Jahres verletzte er sich so schwer am Rücken, dass die komplette Asien-Tour abgesagt werden musste. In einem Interview mehrere Monate nach seiner Rückenverletzung sagte Chester Bennington, dass er wohl nie mehr so aktiv auf der Bühne sein könne wie früher.

Am 19. Mai 2013 trat Bennington als Überraschungsgast bei einem Konzert der Stone Temple Pilots auf, die am 28. Februar bekanntgegeben hatten, dass sie sich von Sänger Scott Weiland getrennt hatten. Dabei spielten sie auch einen neuen Song, Out of Time. Am nächsten Tag wurde der Song auf der Website zum Download freigegeben. Daraufhin wurde bestätigt, dass Bennington Weiland als Leadsänger dauerhaft ersetzt. Es wurden auch ein neues Album und eine Tour in Aussicht gestellt. Laut Bennington habe sein Einstieg bei den Stone Temple Pilots jedoch keine Auswirkung auf seinen Verbleib bei Linkin Park, die zur selben Zeit ebenfalls an neuem Songmaterial arbeiten. Er werde künftig bei beiden Bands als Leadsänger fungieren. Die erste EP der Stone Temple Pilots mit Bennington als Leadsänger, High Rise, erschien 8. Oktober 2013.

Diskografie[Bearbeiten]

Chester Bennington beim Rock im Park, 2014

Mitwirkung bei anderen Musikprojekten[Bearbeiten]

¹ 2009 auch als Dead by Sunrise-Bonustrack auf Out of Ashes

Film[Bearbeiten]

Im Jahre 2006 hatte Bennington im Film Crank einen Cameo-Auftritt. Dort verkörpert er die Figur eines Drogensüchtigen in einer Apotheke. Auch in der Fortsetzung Crank 2: High Voltage aus dem Jahr 2009 hat er einen kurzen Auftritt. Hierbei besteht seine Rolle darin, einen Zuschauer eines Pferderennens zu spielen. 2010 spielte Bennington eine Nebenrolle im Film Saw 3D - Vollendung. Dort verkörperte er die Nebenrolle "Evan", der ein Opfer eines Jigsaw Mordes wurde.

Filmografie[Bearbeiten]

Jahr Titel Rolle [6] Bemerkung
2006 Crank Drogensüchtiger Cameo-Auftritt
2009 Crank 2: High Voltage Zuschauer Cameo-Auftritt
2010 Saw 3D – Vollendung Mordopfer

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chester Bennington – Sammlung von Bildern

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Linkinpark.de - Chester Bennington, 2001, abgerufen am 29. August 2014
  2. Lerntippsammlung.de - Linkin Park Referat, Abschnitt 2. 1, "Band Mitglieder", vermutlich erschienen zwischen 2003 und Juli 2006, abgerufen am 29. August 2014
  3. a b c d e f LPtimes.com - Biography: Chester Bennington, 2007, abgerufen am 29. August 2014 (englisch)
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r Tom Byrant: Linkin Park Kerrang!, (englisch), 2010, abgerufen am 1. September 2014
  5. Michael Edele auf Laut.de: A Thousand Suns, 10. September 2010, abgerufen am 2. September 2014
  6. Liste des Darstellers. In: imdb.de. Abgerufen am 19. Januar 2011.