Chevy-Chase-Strophe

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Eine Chevy-Chase-Strophe ist eine im 18. Jahrhundert aus England zuerst von Friedrich Gottlieb Klopstock und Johann Wilhelm Ludwig Gleim übernommene volkstümliche Strophe. Sie hat vier Verszeilen, von denen die 1. und 3. vier Hebungen, die 2. und 4. drei Hebungen hat. Da es sich um taktgliedernde und nicht streng silbenzählende Dichtung handelt, darf die Anzahl der Silben zwischen den Hebungen variieren. Die Chevy-Chase-Strophe wird häufig in der Ballade verwendet und besitzt durchweg stumpfe Kadenzen. Beispiel:

Graf Douglas, presse den Helm ins Haar,
Gürt um dein lichtblau Schwert,
Schnall an dein schärfstes Sporenpaar
Und sattle dein schnellstes Pferd!

(Moritz Graf von Strachwitz: Das Herz von Douglas, 1. Str.)

Diese Strophenform ist nach einer Ballade aus dem 16. Jahrhundert benannt, in der es um eine Jagd (engl. Chase) in den Cheviot Hills geht. Diese Ballade mit dem Titel The Hunting in the Cheviothills wurde in Deutschland im 18. Jahrhundert bekannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Nessler: Geschichte der Ballade Chevy Chase. Band 112 der Palaestra. Untersuchungen und Texte aus der Deutschen und Englischen Philologie, hrsg. von Alois Brandl, Gustav Roethe und Erich Schmidt, Mayer & Müller Verlagsbuchhandlung, Berlin 1911 (Zugleich Diss. Universität Berlin 1911)
  • Ivo Braak: Poetik in Stichworten. Literaturwissenschaftliche Grundbegriffe, eine Einführung. Gebrüder Borntraeger Verlagsbuchhandlung, 8. überarbeitete und erweiterte Auflage von Martin Neubauer, Berlin Stuttgart 2001, S. 126/127, ISBN 978-3-443-03109-1
  • Otto Knorrich: Lexikon lyrischer Formen. Kröner Verlag, 2. überarbeitete Auflage 2005, Stuttgart 2005, S. 34/35, ISBN 3-520-47902-8