Cheyenne – This Must Be the Place

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Filmdaten
Deutscher Titel Cheyenne – This Must Be the Place
Originaltitel This Must Be the Place
Produktionsland Italien, Frankreich, Irland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 118 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Paolo Sorrentino
Drehbuch Umberto Contarello, Paolo Sorrentino
Produktion Ronald M. Bozman
Musik David Byrne, Will Oldham
Kamera Luca Bigazzi
Schnitt Cristiano Travaglioli
Besetzung

Cheyenne – This Must Be the Place (Originaltitel: This Must Be the Place) ist ein international produzierter Spielfilm des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino, der 2010 in den Vereinigten Staaten, Irland und Italien gedreht wurde. Der Film feierte 2011 seine Weltpremiere im Wettbewerb der 64. Internationalen Filmfestspiele von Cannes und kam am 10. November 2011 in die deutschen Kinos.

Zur Besetzung des Filmes gehören unter anderem Sean Penn, Frances McDormand, Harry Dean Stanton und der deutsche Schauspieler Heinz Lieven.

Handlung[Bearbeiten]

Früher feierte der Rockstar Cheyenne mit seiner Band Cheyenne and the Fellows große Erfolge. Als sich zwei Jugendliche durch seine Musik inspiriert das Leben nahmen, hörte er auf. Bis heute plagen ihn große Schuldgefühle. Zwanzig Jahre nach dem abrupten Abbruch seiner Karriere fristet er in seiner Villa in Dublin ein eintöniges und isoliertes Leben. Die einzige Abwechslung bieten seine sich liebevoll kümmernde Ehefrau Jane, sein sexbesessener Freund Jeffrey und das traurige Goth-Mädchen Mary, dessen Mutter ihr Dasein damit verbringt, auf die Rückkehr des fortgegangenen Sohnes zu warten. Geplagt von Langeweile spekuliert Cheyenne an der Börse und versucht, Mary mit dem schüchternen Desmond zusammenzubringen.

Als ihn die Nachricht erreicht, dass sein jüdischer Vater im Sterben liegt, macht er sich aufgrund seiner Flugangst zu Schiff nach New York auf. Cheyenne hatte dreißig Jahre lang keinen Kontakt zu seinem Vater und kommt zu spät, um sich mit ihm zu versöhnen. Durch dessen Aufzeichnungen findet er heraus, dass sein Vater sein Leben der Suche nach Alois Lange gewidmet hatte, einem ehemaligen SS-Aufseher, der ihn im KZ Auschwitz einst demütigte. Nachdem ihm der bekannte jüdische Nazijäger Mordecai Midler nur wenig entgegenkommt, beschließt Cheyenne, das Werk seines Vaters zu beenden und Lange zu töten.

Eine Spur führt ihn nach Bad Axe, Michigan, zu Langes Ehefrau, als deren ehemaliger Schüler sich Cheyenne ausgibt. Zwar behauptet sie, dass ihr Mann bereits verstorben wäre, doch Cheyenne findet Hinweise auf eine Enkelin, Rachel. Er macht sich auf nach Alamogordo, New Mexico, wo Rachel alleine mit ihrem Sohn Tommy zusammenlebt. Sie vertraut sich Cheyenne an und verrät, dass sich ihr Großvater in Huntsville, Utah, befindet. Nachdem Cheyenne sich eine Waffe gekauft hat, findet er heraus, dass Lange dort unter einem falschen Namen, Peter Smith, lebt. Er sucht Langes Anwesen auf, findet es aber leer vor. In seiner Bleibe stößt er auf Midler, der den Aufenthaltsort Langes herausgefunden hat und nun bereit ist, Cheyenne zu helfen.

Nachdem Cheyenne Lange zur Rede stellt, entscheidet er sich, diesen nicht umzubringen. Stattdessen demütigt er ihn, indem er ihn zwingt, nackt durch die schneebedeckte Landschaft zu gehen. Er erkennt, sich nun vollkommen zum Erwachsenen entwickelt zu haben, überwindet seine Flugangst und fliegt zurück nach Irland. Nach den Ereignissen tritt Cheyenne, der seinen schwarzen Goth-Look nun vollständig abgelegt hat, Marys Mutter entgegen, beide lächeln sich an.

Kritik[Bearbeiten]

„Das fantasievolle Porträt einer schillernden "Kunstfigur", in deren Identitätssuche sich poetisch und mit skurrilem Humor Befindlichkeiten einer bestimmten Musik- und Popkultur manifestieren. Die Thematisierung der NS-Vergangenheit bleibt ein eher fragwürdiger Vorwand für die Entfaltung einer Reise, die den kauzigen Helden zu einer Art von Selbstfindung führt.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„„Cheyenne“ ist eine Paraderolle für Sean Penn, in der er eigentlich alles zeigt, was er kann, sein komisches Potential, die Fähigkeit, einen zu Tränen zu rühren und mit einem einzigen Lächeln die Sonne aufgehen zu lassen – es gibt eigentlich nur einen einzigen Grund, als Zuschauer diesen Auftritt als Cheyenne nicht zu genießen: wenn man gegen Sean Penn schon von Haus aus etwas hat. Ein Film voller wundervoller Rätsel und entrückter Bilder [...] Ein Film, der seltsame Augenblicke, bizarre Szenerien und merkwürdige Begegnungen sammelt wie manche Leute Hummelpuppen.“

Süddeutsche Zeitung[2]

„Zunächst ist es ein Schock, Sean Penn, Inbegriff des kernigen Mannsbildes nach Bruce-Springsteen-Zuschnitt, in seinem Kostüm zu sehen, als 50-jähriger Mann, der immer noch aussieht, wie es Robert Smith von The Cure in den Achtzigerjahren tat: ein Goth mit toupiertem, schwarzem Haar und kieksender Fistelstimme. Man fragt sich, ob das funktionieren kann. Kann es: Mehr und mehr erweist sich diese aus der Zeit gefallene Vogelscheuche als idealer Führer in die ungewöhnliche, überbunte Filmwelt Sorrentinos, in der alles ganz anders ist, als man es gemeinhin erwarten würde – außer dass das Ergebnis so emotional und nachhaltig ist, wie man es sich von blitzsauberem Erzählkino erhoffen darf.“

kino.de[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cheyenne – This Must Be the Place im Lexikon des Internationalen Films
  2. "Heimat ist nur ein Gefühl" von Susan Vahabzadeh in der Süddeutschen Zeitung vom 12. November 2011
  3. "Cheyenne – This Must Be the Place" auf Kino.de