Chișineu-Criș

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Chișineu-Criș
Kisjenő
Chișineu-Criș führt kein Wappen
Chișineu-Criș (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Kreischgebiet
Kreis: Arad
Koordinaten: 46° 31′ N, 21° 31′ O46.52055555555621.51444444444494Koordinaten: 46° 31′ 14″ N, 21° 30′ 52″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 94 m
Fläche: 119 km²
Einwohner: 7.987 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km²
Postleitzahl: 315100
Telefonvorwahl: (+40) 02 57
Kfz-Kennzeichen: AR
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 1 Gemarkung/Katastralgemeinde: Nădab
Bürgermeister: Gheorghe Burdan (USL)
Postanschrift: Str. Înfrățirii, nr. 76
loc. Chișineu-Criș, jud. Arad, RO–315100
Webpräsenz:

Chișineu-Criș (ungarisch Kisjenő) ist eine Stadt im Kreis Arad, Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Chișineu-Criș liegt im Westen Rumäniens, im Osten der Großen Ungarischen Tiefebene, beidseits des Flusses Crișul Alb (Weiße Kreisch). Die Kreishauptstadt Arad befindet sich etwa 40 km südlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet der heutigen Stadt ist seit spätestens 500 v. Chr. besiedelt. Weitere archäologische Funde stammen aus dem 3.–5. sowie dem 10./11. Jahrhundert. Die heutige Stadt wurde 1202 unter dem Namen villa Jeneusol erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte damals zum Königreich Ungarn. Am 9. Mai 1735 fand südwestlich von Chișineu-Criș eine Schlacht zwischen 1.500 aufständischen rumänischen, ungarischen und serbischen Bauern unter Führung von Petru Seghedinat aus Pecica einerseits und habsburgischen Einheiten andererseits statt.[2] Am 13. August 1849 kapitulierten in der Nähe des Ortes große Teile der ungarischen Revolutionsarmee vor dem österreichischen Heer.[3]

Die heutige Stadt bestand ursprünglich aus zwei Ortsteilen, Chișineu-Criș nördlich der Weißen Kreisch und Pădureni (ungarisch Erdőhegy) südlich davon. Zwischen den Weltkriegen wurden beide Dörfer administrativ vereinigt. Chișineu-Criș kam nach Ende des Ersten Weltkrieges an Rumänien und wurde 1968 zur Stadt erklärt.

Die wichtigsten Erwerbszweige sind die Landwirtschaft, die Elektro- und die metallverarbeitende Industrie.

Bevölkerung[Bearbeiten]

1850 wohnten auf dem Gebiet der heutigen Stadt 5.610 Personen, davon 2.997 Rumänen, 2.457 Ungarn und 48 Deutsche. 1992 erreichte die Bevölkerungszahl mit 9.021 ihren Höhepunkt und ist seitdem langsam rückläufig. Bei der Volkszählung 2002 wurden in Chișineu-Criș 8.343 Einwohner registriert, darunter 6.007 Rumänen, 2.006 Ungarn, 261 Roma, 35 Deutsche und 25 Slowaken. 6.556 Personen lebten in der eigentlichen Stadt im engeren Sinne, 1.787 im eingemeindeten Ort Nădab.[4]

Verkehr[Bearbeiten]

Auf dem Territorium der Stadt liegen drei Bahnhöfe. An der Strecke von Arad nach Oradea halten im Bahnhof Chișineu-Criș auch Eilzüge, in Nădab nur Nahverkehrszüge. In der Stadt zweigt außerdem eine Nebenbahn nach Grăniceri an der ungarischen Grenze ab, die früher weiter nach Kétegyháza führte. An dieser Strecke liegt der Bahnhof Pădureni Arad. Durch die Stadt führt die Europastraße 671 von Timișoara nach Satu Mare. Hiervon zweigt eine Straße nach Békéscsaba in Ungarn ab.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Kirche Înălțarea Domnului (18. Jahrhundert)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Ernő Balogh (1882–1969), Geologe
  • Adalbert Boros (1908–2003), römisch-katholischer Erzbischof
  • Sergiu Samarian (1923–1991), Schachspieler

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chișineu-Criș – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Website der Stadt, abgerufen am 14. Februar 2009
  3. Alexander Szilágyi, Sándor Szilágyi: Die letzten Tage der magyarischen Revolution. Enthüllung der Ereignisse in Ungarn und Siebenbürgen seit dem 1. Juli 1849. Haendel, Leipzig 1850, S. 66.
  4. Volkszählung 2002, abgerufen am 15. Februar 2009 (PDF; 784 kB)