Chichén Itzá
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Chichén Itzá ist eine Ruinenstätte auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán, ca. 120 km östlich von Mérida. Der Name Chichén Itzá besteht aus drei Wörtern aus dem yukatekischen Maya: chi' (Mund), ch'e'en (Brunnen oder Teich) und itzá (Eigenbezeichnung des Volkes). Zusammengesetzt also: „Am Mund des Brunnens der Itzá“. Mit dem Brunnen war vermutlich der Cenote der Stadt gemeint. Ein anderer Name des Ortes ist in den Chilam Balam-Büchern erwähnt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Forschungsgeschichte
Die ersten Forschungen und Grabungen unternahm der New Yorker Amateur-Archäologe Augustus Le Plongeon seit 1875. Ihm folgten Teoberto Maler und der amerikanische Diplomat Edward Herbert Thompson, der 1894 die Hacienda auf deren Gelände Chichén Itzá liegt, kaufte und dort bis in die 1920er Jahre forschte. Seit 1924 hat die Carnegie Institution of Washington unter Leitung von Sylvanus Griswold Morley gemeinsam mit mexikanischen Regierungsstellen Ausgrabungen und Rekonstruktionen unternommen. Nach Thompsons Tod im Jahre 1935 verkauften seine Erben die Hacienda an die seit dem 19. Jahrhundert einflussreiche yukatekische Familie Barbachano, die bis heute legaler Besitzer des Geländes von Chichén Itzá ist und dort zwei Hotels betreibt. Neuere Ausgrabungen und Restaurierungen durch das mexikanische Instituto Nacional de Antropología e Historia seit den 1980er Jahren, meist unter Leitung des Deutschen Peter J.Schmidt, konzentrierten sich auf Nachuntersuchungen und Konsolidierungen im Zentrum von Chichen Itzá und Neugrabungen im Süden (Grupo de la Fecha).
[Bearbeiten] Geschichte
Nach dem Manuskript von Chumayel wurde Chichén Itzá in den Jahren 435 bis 455 vom Volk der Maya gegründet. Dem widersprechen allerdings Dokumente, deren früheste Erwähnung der Stadt Chichén Itzá auf das Jahr 879 zurückgeht. Die Tempelstadt mit etwa einem Kilometer Durchmesser war um zwei große Cenoten errichtet worden, von denen eine die Wasserversorgung der Stadt sicherstellte. Bewohnt wurde die Stadt nur von Priestern und Regierungsfunktionären, da sie die Hauptstadt eines Maya-Reiches darstellte. Die Bauern, die in der Umgebung Ackerbau betrieben, wohnten um die Anlage herum in Stroh- und Lehmhütten.
Die Maya verließen Chichén Itzá bereits ungefähr 200 Jahre später wieder, nämlich 682 oder 690, je nach Quellenangabe. Ein erneutes Aufblühen erlebte die Stadt um das Jahr 987, als das Volk der Tolteken unter Führung ihres Herrschers Kukulkan die Anlagen neu besiedelte. Die , vermischt mit dem Volke der Chichimeken, teilten sich nach der Vertreibung des später zum Gott erhobenen Herrschers Quetzalcoatl auf. Ein Teil verließ die Hauptstadt Tollan (bzw. Tula) und beeinflusste die im südlichen Mexiko ansässigen Mixteken, während die restlichen Tolteken die Mayastädte Chichén Itzá, Tulúm und Uxmal eroberten.
In Chichén Itzá veränderten die Tolteken vor allem den Baustil, sodass das Castillo toltekischen Pyramiden nicht unähnlich ist. Neuerdings erklärt man sich den toltekischen Einfluss allerdings nicht mehr durch eine gewaltsame Eroberung, sondern dadurch, dass fremde Händler Auswirkungen auf die Kultur der Maya gehabt haben könnten.
Nach dem Untergang von Chichén Itzá durch stetige Abwanderung wurde die Hafenstadt Tulúm neues Zentrum der Maya, die sich nun auf den Seehandel ausrichteten und so auch kurz vor ihrem Niedergang auf die spanischen Entdecker treffen. Es lässt sich jedoch sagen, dass mit dem Ende der Stadt auch die Blütezeit der Maya vorüberging.
[Bearbeiten] Bekannte Gebäude in Chichén Itzá
Für Touristen ist nur ein kleiner Teil von Chichén Itzá, in dem die meisten Gebäude ausgegraben und teilweise rekonstruiert wurden. Dieser Teil liegt auf einer großen terrassierten Fläche und ist von einer Mauer umgeben, die an einzelnen Stellen wieder aufgerichtet wurde (so am Beginn des Weges zum Heiligen Cenote). Die verschiedenen Teile von Chichén Itzá waren durch gemauerte Wege sacbe verbunden.
[Bearbeiten] El Castillo - das Schloss
- siehe auch: Pyramide des Kukulcán
Im Zentrum der Tempelanlagen von Chichén Itzá befindet sich die als Castillo (span. für „das Schloss“) bezeichnete große Stufenpyramide. Das dreißig Meter hohe Bauwerk hat als Zugang vier Treppen auf allen Seiten. Es wird spekuliert, dass in den Treppenstufen die Länge des Jahres der Maya codiert sei: Wenn alle vier Seitentreppen 91 Treppenstufen hatten (die heute existierenden sind das Ergebnis von Rekonstruktionen), dies mit vier multipliziert und mit der letzten Stufe vor dem Tempel addiert wird, ergäbe das nicht nur zufällig die Zahl der Tage im Jahr der Maya dar.
Das Castillo trägt auf seiner Spitze den Tempel von Kukulcán, der Schlangen-Gottheit der Maya, deren Namen sich vom toltekischen Quetzalcoatl ableitet. Der sechs Meter hohe Tempel auf der Pyramide musste bei der Entdeckung der Stadt Chichén Itzá zuerst wieder aus seinen Ruinen aufgebaut werden, da er im Laufe der Jahrhunderte zerfallen war.
Im Innern des Tempels des gefiederten Schlangengottes fanden die Entdecker einen herrlichen Jaguar aus Stein, der in rot bemalter Form und Augen aus Jade als Sitz gestaltet war und so wohl einst als Thron eines Hohepriesters gedient haben könnte. Archäologen sehen zudem einen Zusammenhang zwischen dem Baustil der Tolteken und der Architektur der Stufenpyramide Castillo, weshalb die bereits bestehende Annahme erhärtet wurde, dass die Kultur der Mayas unter toltekischem Einfluss stand.
Das „Castillo“ ist der unbestrittene Publikumsmagnet in Chichén Itzá. Es besitzt diesen Rang allerdings nicht nur aufgrund seiner beeindruckenden Bauweise und Größe, sondern auch aus einem weiteren Grund. Zweimal im Jahr, zur Tagundnachtgleiche, versinkt eine Seite der Pyramide fast vollständig im Schatten, dann wird nur noch die Treppe von der Sonne angestrahlt und auf sie projizieren sich die Stufen der Pyramide. Dieses gezeichnete Band vereint sich schließlich mit einem Schlangenkopf am Fuß der Pyramide und stellt so eine gefiederte Schlange dar. Es ist nicht nachweisbar, dass dieser beeindruckende Effekt von den Maya gleich interpretiert wurde und noch weniger, dass er beim Bau der Pyramide beabsichtigt war.
Entsprechendes gilt für ein Echo, mit dem die Fremdenführer Touristen zu beeindrucken pflegen: Steht man vor einer Seite der Pyramide, wird der Schall viele hundert Meter weit zurückgeworfen und verstärkt. Ein Händeklatschen hört sich dabei an wie ein Pistolenschuss. Das Echo entsteht zwangsläufig bei einer hinreichend großen glatten Reflexionsfläche.
[Bearbeiten] Templo de los guerreros - Der Kriegertempel
Der Kriegstempel ist ein schönes Beispiel für die Maya-Toltekische Architektur. Er steht nordöstlich der Pyramide von Kukulcán, am nördlichen Ende der 1000 Säulen.
Die oberste Plattform erreicht man über eine Treppe, die allerdings für Touristen gesperrt ist. Dort ist die als Chac Mool bekannte Figur in halb liegender Haltung zu sehen. Der Name Chac Mool geht auf den New Yorker Hobby-Archäologen Augustus Le Plongeon zurück, der in ihm das Abbild eines von ihm vermuteten Maya-Prinzen sah, er hat nichts mit dem Regengott Chac zu tun. Die Wände des pyrtamidenartigen Unterbaues sind mit sich kontinuierlich wiederholenden Reliefdarstellungen geschmückt. Auf den aus quadratischen Steinblocken bestehenden Pfeilern sind Krieger dargestellt, sowie Adler, welche Menschenherzen fressen. Auf der oberen Plattform befindet sich der Tempel, dessen Eingang von zwei Schlangenpfeilern getragen wurde. Diese Schlangenpfeiler entsprechen toltekischem Stil. Hingegen entstammen die Rüsselnasen des Regengottes Chac, wie sie an den Außenwänden des Tempelgebäudes zu sehen sind, dem Baustil der Maya.
Auf der Nordseite des Tempels befindet sich ein Zugang zum Innenraum einer früheren Bauphase des Tempels, der in seiner Struktur dem späteren weitgehend entspricht und bei den Ausgrabungen in den 1930er Jahren freigelegt wurde. Die Pfeiler, die einst das Dach getragen haben, sind ähnlich denen des späteren Tempels mit Reliefdarstellungen geschmückt. Sie farbige Bemalung ist hier noch vollständig erhalten und zeigt, wie alle Pfeiler ausgesehen haben müssen. An der Rückwand des Tempelraumes befindet ein großer, gemauerter Opfertisch, der von zahlreichen knapp 1 m hohen Altantenfiguren getragen wird.
Vor und entlang der Südwand der Tempelpyramide verläuft eine prunkvolle Säulenhalle, die sich weiter nach Osten erstreckt und einen großen Hof von drei Seiten umgibt. Sie wird als „Halle der 1000 Säulen“ bezeichnet (span. Grupo de las Mil Columnas).
[Bearbeiten] Templo de las mesas - Tempel des großen Opfertisches
Nördlich neben dem Kriegertempel befindet sich ein in den 1990er Jahren ausgegrabener Tempel (erste Grabungsversuche gehen auf Teoberto Maler zurück, der auch den deutschen Namen prägte), der in seiner Gestalt einschließlich dem Tempelgebäude dem Kriegertempel sehr ähnlich aber etwas kleiner ist. Auch in seinem Inneren wurde ein früheres Tempelgebäude mit gut erhaltenen, farbig bemalten Reliefpfeilern gefunden, das nicht zugänglich ist. Dem Tempel ist keine Kolonnade vorgelagert, sie erstreckt sich nördlich an seiner Seite.
[Bearbeiten] Iglesia - Die Kirche
Die sogenannte Iglesia (Kirche) befindet sich am südlichen Rand der Stätte und gehört zu einer Gruppe weiterer Puuc-Bauten wie dem Haus der Nonnen. Sie ist mit langnasigen Göttermasken bedeckt und weist die zurückgesetzten Friese auf, die für die endklassische Architektur der Puuc-Region charakteristisch waren. Die Iglesia ist dem Regengott Chac gewidmet. Sie besitzt nur eine Tür und die Fassade ist vollständig ausgeschmückt mit Abbildungen von Tieren und Göttern.
[Bearbeiten] Caracol - Der Schneckenturm
Der Caracol liegt im Süden von Chichén Itzá, direkt neben der Iglesia. Das Bauwerk in Chichén Itzá ist nicht zu verwechseln mit Caracol, einer Urwaldstadt der Maya im heutigen Belize. Das Gebäude in Chichén Itzá stellt ein Observatorium dar, in der Bauweise mit einem runden Gebäude mit steinerner Kuppel erinnert es auch an eine europäische Sternwarte. Runde Gebäude sind eigentlich in Mittelamerika selten.
Caracol bedeutet „Schneckenturm“, dieser Begriff kommt von der Wendeltreppe im Inneren, die in den obersten Aufbau des Gebäudes führt. Das Gebäude baut sich in drei Stufen auf: die beiden unteren "Plattformen" sind genau symmetrisch zu den anderen Gebäuden ausgerichtet. Anders jedoch die Sternwarte selbst. Sie ist in einem anderen Winkel ausgerichtet, was bei einer Luftaufnahme sehr gut zu erkennen ist. Die Sternwarte wurde so ausgerichtet, dass man aus der kleinen Beobachtungskammer durch diagonales Visieren über die Innen- und Außenkanten der schmalen Beobachtungsschlitze Positionen der Venus, den Sonnenuntergang und den astronomischen Süden sehen konnte. Das Gebäude ist Puuc-Stil errichtet
[Bearbeiten] Juego de pelota - Der Ballspielplatz
In Chichén Itzá hat man insgesamt zwölf Ballspielplätze gefunden. Der Juego de pelota stellt den größten und bedeutendsten von mehr als 520 Ballspielplätzen auf Yucatán dar. Er befindet sich ungefähr einhundert Meter nordwestlich der Pyramide von Kulkulkán. Die Ausmaße des Spielfeldes betragen 168 x 38 m und es wird von acht Meter hohen Mauern flankiert, die unter anderem für das Publikum gedacht waren. Die Form der Spielfläche erinnert an zwei gegeneinandergestellte „T“.
Das Ballspiel war an sich unmenschlich anstrengend. In der Höhe von 6,50 Metern ist an jeder Seite je ein schlangenverzierter Ring befestigt, durch den der Ball geschlagen werden musste. Für den Ball gab es verschiedene Gewichtsklassen: 400, 1000, 2000 oder 4000 Gramm. Der Ball musste ohne Hilfe der Hände und Beine gespielt werden (also mit Schultern, Brust und Hüfte). Grund hierfür war, dass der Ball den Weg der Sonne repräsentierte. Auf Abbildungen kann man die Schutzkleidung erkennen. Diese war aus gehärtetem Leder gefertigt. Außerdem trug ein Teil der Spieler zwei verschiedene Schuhe. Einer davon hatte einen Schutz für den Knöchel, damit sich der Spieler beim hinrutschen zum Ball nicht verletzte. Ging der Ball ins Aus, wurde er mit Hilfe eines Stocks zurück ins Spiel gebracht (man durfte den Ball ja nicht mit Hand oder Fuß berühren). Jede Mannschaft hatte zwischen fünf und sieben Spielern, die bisweilen auch ungleich aufgeteilt wurden.
Die Motive der beiden Ringe lassen Rückschlüsse auf das Spiel zu. Volkskundler in Mexiko sind sich bis heute nicht sicher ob nicht der Mannschaftskapitän der Verlierer, sondern sogar der der Gewinner geopfert wurde. Auf den Reliefs die sich auf Steinplatten rings um das Spielfeld befinden, zeigt sich als wiederkehrendes Motiv, dass jemand enthauptet wurde. Aus dem Rumpf der Enthaupteten wird das herausschießende Blut in Form von 7 Schlangen dargestellt, die bei den Mayas als Symbol für Fruchtbarkeit galten. Aus dem Blut, das auf den Boden fließt, erwächst der "Baum des Lebens". Diese Darstellung basiert auf einem Mythos der Mayas, der die Entstehung des Spiels zeigt und lässt nach heutigem Stand keine Rückschlüsse darauf zu, ob Gewinner oder Verlierer den Kopf verloren.
Auch hier sind akustische Effekte und Echos wegen der langen glatten Seitenwände unvermeidlich. Was allerdings heute noch funktioniert, ist, dass wenn man irgendwo auf dem Platz in die Hände klatscht, man ein mehrfaches Echo erhält. Es entspringt der Phantasie der Fremdenführer, dass die Ursache für dieses Echo die Errichtung der Seitenwände aus sieben verschiedenen Kalk-und Sandsteinarten sei, denn das Baumaterial ist grundsätzlich einheitlich und Sandstein in Yucatan nirgends vorhanden. Außerdem hat das Material der Oberflächen keine Auswirkung auf Echo-Effekte.
[Bearbeiten] Cenote - Der heilige "Brunnen"
Etwa vierhundert Meter geradewegs nördlich der Pyramide des Kulkulkan liegt der beeindruckende Cenote Sagrado, zu Deutsch der heilige "Brunnen". Von ihm hat Chichén Itza auch seinen Namen, nämlich Brunnen der Itzá. Im Stadtgebiet von Chichén Itzá befinden sich zwei Cenotes, von denen der eine ein heiliger Opferplatz war. Auf seinem Grund fand man große Mengen von Gegenständen, unter anderem Schmuckstücke, Jade, Gold und verschiedene Keramiken. Zudem barg man über fünfzig Skelette der Geopferten.
Hier hat Edward H. Thompson zwischen 1904 und 1910 Unterwasseruntersuchungen vorgenommen.Viele der gefundenen Objekte hat er, nach mexikanischer Ansicht illegaler Weise, in das Peabody Museum gebracht. Neuere Untersuchungen fanden um 1960 statt, die viele tausend Fundstücke zutage brachten. Die Bedeutung dieses Brunnens übertrifft die jedes anderen auf Yucatán.
[Bearbeiten] Weitere Gebäude
Zu den weiteren Gebäuden in der Tempelstadt Chichén Itzá gehörte zu den bereits genannten architektonischen Meisterleistungen die Plattform der Venus. Sie befindet sich neben der großen Pyramide, die Treppen der Plattform werden flankiert von einem Schlangenkopf, der Quetzalcoatl-Kulkulkan als Morgenstern darstellt.
Am Rande des zentralen Bereiches von Chichén Itzás steht das sogenannte Grab des hohen Priesters. Der phantasievolle Name geht auf den us-amerikanischen Diplomat und Archäologen Edward H. Thompson zurück, der erste Ausgrabungen unternahm und hierbei im Inneren einen tiefen, zu einem Grab führenden senkrechten Schacht entdeckte. Es handelt sich um eine vierseitige Pyramide, die in ihrer Struktur dem Castillo mit gestuiften Außenwänden und Treppen auf den vier Seiten, die unten in Schlangenköpfen enden, entspricht. In den 1990er Jahren wurden die Pyramide und der Tempelraum (unter Leitung von Peter J.Schmidt) ausgegraben und rekonstruiert. Der Tempelraum gleicht eher dem des Kriegertempels mit reliefierten Steinpfeilern und einem Opfertisch. Die Außenfassade ist im ((Puuc))-Stil gehalten. Von der Pyramide führte ein ebenfalls rekonstruierter sacbe zum kleinen Xtoloc-Tempel, der am Rande des gleichnamigen cenote steht.
In der Nähe liegt auf einem hohen Sockel das Rote Haus, das seinen Namen von der roten Bemalung in seinem Inneren erhielt, die in kleinen Resten erhalten ist. Ein langes Band mit Hieroglypheninschrift zieht sich im über den Eingängen zu den hinteren Räumen entlang. Daneben liegt das ähnlich gestaltete Haus des Hirsches (Casa del Venado)
Der fälschlich so genannte Markt der Tempelstadt Chichén Itzá ist ein Beispiel für Hofgalerien, die nach der Blütezeit der Maya entstanden. Der Platz ist gesäumt von Säulen und kann über weite Treppen erreicht werden. Weitere Bauten sind die Gräberplattform, die nordöstliche Kolonnade, die skulpierten Säulen und das Nonnenkloster. Das Gebäude, dessen Zweck nichts mit einem Kloster zu tun hat, wurde von den Spaniern benannt. Sie glaubten, es diene als Wohnstätte zur Opferung bestimmter Jungfrauen.
Im Süden liegt in der Entfernung von rund einem Kilometer die Gruppe des Datums (Grupo de la Fecha), ein von einer Mauer und durch einen Torbogen zu betretender Komplex großer Bauten.
[Bearbeiten] Heutige Bedeutung
Die UNESCO erklärte Chichén Itzá 1988 zum Welterbe.
2007 wurde Chichén Itzá im Rahmen einer Privatinitiative nach Angaben der Veranstalter von weltweit 70 Millionen Menschen zu einem der „neuen sieben Weltwunder“ gewählt[1]. Sowohl die UNESCO als offizielle Hüterin des Weltkulturerbes als z.B. auch Ägypten (Antike Weltwunder: Pyramiden von Gizeh) distanzierten sich von der als „private Kampagne“ ohne wissenschaftliche Kriterien bezeichneten Wahl[2].
[Bearbeiten] Tourismus
Der Tourismus begann schon vor über einem Jahrhundert, nachdem der Amerikaner John Lloyd Stephens das zweibändige Buch: "Incidents of Travel in Yucatan" 1843 veröffentlichte. Heute ist Chichén Itzá die am zweithäufigsten besuchte archäologische Stätte in Mexiko. Einige Monumente, darunter El Castillo, wurden von dem verwaltenden Instituto Nacional de Antropología e Historia für den öffentlichen Zugang gesperrt.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ THE NEW 7 WONDERS OF THE WORLD: Weltweite Wahl (engl.), 7. Juli 2007
- ↑ Bericht in Spiegel Online: Umstrittene Abstimmung, 8. Juli 2007
[Bearbeiten] Weblinks
Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
- Das Weltkulturerbe - Chichén Itzá
- Artikel über Chichén Itzá
- Bildergallery von Chichén Itzá, z.T mit Google Maps
- Chichén Itzá als 3D-Modell im 3D Warehouse von Google SketchUp
Mexiko-Stadt und Xochimilco | Palenque | Teotihuacán | Oaxaca und Monte Albán | Puebla | Sian Ka'an | Guanajuato | Chichén Itzá | Morelia | El Tajín | El Vizcaíno | Zacatecas | Popocatépetl | Uxmal | Querétaro | Guadalajara | Tlacotalpan | Paquimé | Xochicalco | Campeche | Calakmul | Casa Barragán | Golf von Kalifornien | Universidad Nacional Autónoma de México | San Miguel de Allende und Jesús de Nazareno de Atotonilco | Mariposa Monarca
20.684166666667-88.568611111111Koordinaten: 20° 41′ 3″ N, 88° 34′ 7″ W

