China-Inland-Mission

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Eine China-Inland-Missions Gruppe, 1934

Die China-Inland-Mission war eine Missionsgesellschaft, die der englische Missionar Hudson Taylor am 25. Juni 1865 in Brighton (England) gründete.

Gründung und Tätigkeit[Bearbeiten]

Der englische Missionar Hudson Taylor fand während seines Heimaturlaubs 1865 keine religiöse Gemeinschaft, die seinen geistlichen Prinzipien entsprach. Hudson Taylor gründete daraufhin 1865 im englischen Brighton die bis heute existente China-Inland-Mission. Hudson Taylor hielt an seinem festen Fundament des Glaubens und der entsprechenden Praxis des Gebets fest. Wie seine Vorbilder Karl Gützlaff und William Chalmers Burns war er überzeugt, dass bei Missionseinsätzen im Innern Chinas chinesische Kleidung getragen werden sollte. Am 26. Mai 1866 segelte der erste Trupp der neu gegründeten Mission mit dem Segelschiff "Lammermuir" nach China. Diese Reise dauerte 4 Monate. Hudson Taylor war bereits am 19. September 1853 als Missionar der Chinesischen Evangelisationsgesellschaft nach China gereist. Er übernahm ein Krankenhaus in Ningpo.

Die neu gegründete China Inland Mission arbeitete nach den Grundsätzen Taylors. 1872 wurde der Londoner Rat der China Inland Mission gebildet. 1875 begann er China systematisch zu evangelisieren. Er erbat 18 Missionare für die bisher noch unerreichten neun Provinzen. 1881 erbat er sich weitere 70 Missionare, 1886 weitere 100 Missionare. Es gab in der Mission immer wieder Krisen und Angriffe von Einheimischen zu überwinden. Zwischenzeitlich bereiste Taylor mehrere Kontinente, um für das Anliegen der China-Inland-Mission zu werben. 1900 erfolgten Angriffe im Zusammenhang mit dem Boxeraufstand, bei dem 58 Erwachsene und 20 Kinder aus den Reihen der China-Inland-Mission getötet wurden. Im selben Jahr übernahm Dixon Edward Hoste die Mission als Direktor. Aus einem 1899 gegründeten deutschen Zweig ging 1906 die Liebenzeller Mission hervor.

Aufgrund des Chinesisch-Japanischen Kriegs reisten im Laufe der 1940er Jahre nach und nach immer mehr Missionare aus China aus, meistens allerdings nicht zurück nach Deutschland, vor allem weil der Weg ins Kriegs- bzw. Nachkriegsdeutschland verwehrt blieb, sondern in die USA, wo viele vor allem in Waisenhäusern oder ähnlichen Einrichtungen arbeiteten. Die China Inland Mission stand vor allem der Erweckungsbewegung bzw. der Heiligungsbewegung nahe. 1951 musste sich die China-Inland-Mission aufgrund des kommunistischen Machtwechsels aus China zurückziehen.[1] Ihre letzten Missionare konnten aber erst 1953 ausreisen.[2] Die Missionsgesellschaft änderte ihren Namen in Überseeische Missions-Gemeinschaft (ÜMG) und arbeitete in den fernöstlichen Ländern weiter. 1980 wurde Hudson Taylors Enkel, James Hudson Taylor III, Generaldirektor des Missionswerks. Dieser Dienst dauert bis heute an.

Literatur[Bearbeiten]

  • H. und G. Taylor: Hudson Taylor, ein Lebensbild, China Inland Mission Thun (Schweiz) 1955 (zweibändig)
  • H. und G. Taylor: Hudson Taylor, ein Mann der Gott vertraute, Brunnen Verlag und Überseeische Missionsgemeinschaft, Gießen und Zürich
  • A. Glover: Wunder über Wunder - auf der Flucht vor den Boxern. Verlag der Vereinsbuchhandlung, Calw & Stuttgart 1906
  • Isobel Kuhn: Grüne Blätter in der Dürre. Brunnen Verlag, Gießen Basel 1965
  • Im Herzen Chinas, J.Hudson-Taylor, ein Mann des Glaubens. Brunnen Verlag, Gießen 1994, ISBN 3-7655-1575-2
  • John Pollock: Hudson Taylor, Pionier im verbotenen Land. Brunnen Verlag, Gießen 1983, ISBN 3-7655-3196-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Isobel Kuhn: Grüne Blätter in der Dürre. Brunnen Verlag, Gießen Basel 1965, S. 8
  2. Isobel Kuhn: Grüne Blätter in der Dürre. Brunnen Verlag, Gießen Basel 1965, S. 7