Chinawachs

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Chinawachs auf Waldschildläusen

Chinawachs, auch Pelawachs genannt, ist eine Substanz, die aus dem Sekret von chinesischen Wachsschildläusen gewonnen wird.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Chinawachs ist eine weiße bis leicht gelbliche, in Wasser unlösliche Substanz. Der Wachs besteht aus einem Gemisch von Estern der Fettsäuren (C24-28) und langkettigen Fettalkoholen mit 24 bis 32 Kohlenstoffatomen pro Kette, zum Beispiel dem Cerotinsäure- oder dem Lignocerinsäureester des Cerylalkohols.

Der Schmelzpunkt liegt zwischen 80 und 84 °C. Die Dichte ist relativ hoch und liegt zwischen 0,95 und 0,97 g/cm3. Chinawachs ist fast geruchlos. Die Iodzahl liegt bei 1 bis 2, die Säurezahl zwischen 0,2 und 1,5. Die Verseifungszahl liegt bei 73 bis 93.

Gewinnung[Bearbeiten]

Das Wachs wird von den männlichen Larven der Wachsschildlausarten Coccus ceriferus und Ceroplastes ceriferus abgeschieden. Bei Ericerus pela scheiden sowohl männliche als auch weibliche Insekten das Wachs ab. Nach dem Befall der Bäume wird in ca. 90 bis 100 Tagen eine bis zu einem Zentimeter dicke Wachsschicht auf den Zweigen der befallen Bäume abgeschieden. Zur Gewinnung wird das Wachs von den Bäumen abgekratzt und im Wasserbad geschmolzen. Die als Nebenprodukt anfallenden Insekten werden als Tierfutter verwendet.

Die anfallende Wachsmenge hängt ab von den verwendeten Pflanzen, den verwendeten Insekten sowie den klimatischen Bedingungen wie Temperatur, Feuchtigkeit und Sonnenscheindauer.

Die Wachsproduktion mittels Ericerus pela ist in China seit über tausend Jahren bekannt. Die Produktion erreichte mit 6000 Jahrestonnen um das Jahr 1900 einen Höhepunkt. Der Vormarsch von elektrischem Licht sowie die Verfügbarkeit von Paraffinwachsen führte zu einem Rückgang der Kerzenherstellung und damit der Chinawachsgewinnung. In den neunziger Jahren wurden noch rund 500 Jahrestonnen gewonnen.

Verwendung[Bearbeiten]

Chinawachs wird vor allem in Polituren und bei der Kerzenherstellung verwendet. In der chinesischen Medizin wird Chinawachs bei Heiserkeit, zur Schmerzlinderung, bei Wurmbefall und Nervosität eingesetzt. Äußerlich wird es als Heilsalbe zur Wundbehandlung eingesetzt.[1] Andere Anwendungen sind Tablettenüberzüge, Papierbeschichtung und Lederpolitur. Auch in der bildenden Kunst wurde Chinawachs verwendet.[2]

Verseifung[Bearbeiten]

Durch Verseifung von Chinawachs kann man Policosanole, eine Mischung von langkettigen aliphatischen C24 - 32-Alkoholen, gewinnen. Diesen wird eine vorteilhafte Wirkung bei der Erkrankung des Lipidmetabolismus und der Verringerung der Thrombozytenaggregation zugeschrieben. In Deutschland sind Policosanole noch nicht als Arzneimittel zugelassen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Über das Chinawachs, von Hanbury, Journal für praktische Chemie, 1853, Seite 434. books.google.de. Abgerufen am 18. Oktober 2009.
  2. Steffes, Alexander: Mischtechnik, Öl und Chinawachs auf Karton. www.lot-tissimo.com. Abgerufen am 18. Oktober 2009.

Weblinks[Bearbeiten]