Chinese Taishan

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Chinese Taishan[1]
Das Schiff als Costa Voyager

Das Schiff als Costa Voyager

p1
Schiffsdaten
Flagge PanamaPanama Panama[1]
andere Schiffsnamen

Costa Voyager (2011–2014)[1]
Grand Voyager (2005–2011)
Voyager (2004–2005)
Olympia Voyager (2001–2004)
Olympic Voyager (2000–2001)

Schiffstyp Kreuzfahrtschiff
Klasse Voyager-Klasse
Heimathafen Panama
Eigner Bohai Cruise Company, Yantai[1]
Reederei Yantai Bohai Ferry International Ship Management Company, Yantai[1]
Bauwerft Blohm + Voss (Hamburg, Deutschland)
Baunummer 961
Baukosten ca. 175 Mio. EUR
Kiellegung 8. Juli 1998
Stapellauf 14. Juli 1999
Indienststellung Juni 2000
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
180,45 m (Lüa)
Breite 25,50 m
Tiefgang max. 7,25 m
Vermessung 24.430 BRZ / 10.083 NRZ
 
Besatzung 353
Maschine
Maschine dieselmechanisch
4 × Dieselmotor (Wärtsilä 9L46C), je 9.450 kW
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
37.800 kW (51.394 PS)
Geschwindigkeit max. 28 kn (52 km/h)
Propeller 2 × 4-Blatt-Verstellpropeller
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 927[2]
Sonstiges
Klassifizierungen

Germanischer Lloyd
seit Februar 2011 Registro Italiano Navale

Registrier-
nummern

IMO-Nr. 9183506

Die Chinese Taishan gehört mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 27 Knoten zu den schnellsten Kreuzfahrtschiffen der Welt. Sie wurde im Juni 2000 als erstes Neubauprojekt der griechischen Reederei Royal Olympia Cruise Lines als Olympic Voyager in Dienst gestellt. Zuletzt wurde das Schiff von der italienischen Reederei Costa Crociere betrieben. Ende März 2014 kaufte die chinesische Reederei Bohai Ferry das Schiff.

Geschichte[Bearbeiten]

Bau und Indienststellung[Bearbeiten]

Das Schiff wurde am 8. Juli 1998 auf der Werft Blohm + Voss in Hamburg als Baunummer 961 auf Kiel gelegt. Für die Werft war dieses Projekt der erste Neubau eines Passagierschiffes nach 44 Jahren. Mit dem Auftraggeber, der griechischen Reederei Royal Olympia Cruise Lines, hatte die Werft eine ungewöhnlich hohe Reisegeschwindigkeit vereinbart. Der Stapellauf erfolgte am 14. Juli 1999 und nach Abschluss der Arbeiten konnte der Neubau bereits am 15. Juni 2000 an den Eigner übergeben werden. Am 22. Juni 2000 wurde das Schiff in Athen von Staatspräsident Konstantinos Stefanopoulos auf den Namen Olympic Voyager getauft und unter griechischer Flagge in Dienst gestellt.[3]

Schwesterschiff ist das Universitätsschiff Explorer.[4]

Einsatz[Bearbeiten]

Als Grand Voyager von Ibero Cruceros vor Bornholm

Das Schiff wurde seit der Indienststellung für Kreuzfahrten im Mittelmeer und der Karibik eingesetzt. Im Jahr 2001 wurde das Schiff in Olympia Voyager umbenannt. Nachdem die Reederei in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten war, erfolgte im Jahr 2004 der Verkauf an Horizon Navigation (Nassau, Bahamas), wo das Schiff auf den Namen Voyager getauft und an die spanische Reederei Iberojet verchartert wurde.[5] Im Jahr 2005 ging das Eigentum des Schiffes an die Voyager Shipping und der Schiffsname wurde in Grand Voyager geändert. Der Chartervertrag wurde verlängert, zunächst mit Iberojet, dann mit deren Nachfolger, dem Joint-Venture Ibero Cruceros. Nachdem die Kreuzfahrtgruppe Carnival Corporation & plc ihren Partner aus dem Joint-Venture herausgekauft hatte, erhielt sie im Jahr 2008 das Eigentum an der Grand Voyager und übertrug das Schiff seiner Europafiliale, der italienischen Reederei Costa Crociere S.p.A..

Costa Crociere behielt den Schiffsnamen und die spanische Marke noch für drei Jahre bei. Von Dezember 2011 bis Herbst 2013 übernahm sie das Schiff dann auf ihre italienische Hauptmarke und setzte sie als Costa Voyager für Kreuzfahrten im Roten Meer ein. Zwischenzeitlich war sie auf der Werft San Giorgio in Genua für 2,5 Mio. Euro renoviert und unter anderem der Schornstein auf die Farben von Costa-Kreuzfahrten (blaues „C“ auf gelbem Grund) umlackiert worden.[6][7]

Im November 2013 wurde mitgeteilt, das Schiff werde für mehrere Millionen € in einer Genueser Werft überholt.[8] Kurz danach verschwand es jedoch von der Schiffsliste der Costa-Website. Mitte Februar 2014 kündigte die Bohai Ferry Company aus Yantai, den Kauf der Costa Voyager für 43,68 Millionen Dollar an.[9][10] Ende März 2014 kaufte Bohai Ferry das Schiff und überführte es nach China. Ab 26. August[11] soll das Schiff bereits von seinem neuen Heimathafen Yantai im internationalen Kreuzfahrtgeschäft eingesetzt werden.[12][13][14]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Am 14. Februar 2005 geriet das Schiff mit mehr als 700 Passagieren und Besatzungsmitgliedern zwischen den Balearen und Sardinien während eines schweren Sturms mit orkanartigen Böen in Seenot. Zuvor hatte eine Welle die Fenster der Brücke zertrümmert und die Bordelektronik lahmgelegt. Durch den entstandenen Kurzschluss fiel die Maschinenanlage aus. Teile des Schiffsinneren wurden verwüstet, zwanzig Passagiere verletzt. Nachdem ein Notstromaggregat die Stromversorgung teilweise wiederhergestellt hatte, konnte einer der vier Hauptmotoren gestartet und das Schiff wieder stabilisiert werden. Am Morgen des 15. Februar 2005 erreichte es den Hafen von Cagliari auf Sardinien. Das Schiff war am 13. Februar vom Tunis aus zu einer einwöchigen Mittelmeer-Kreuzfahrt nach Barcelona aufgebrochen.[15]

Am 7. Februar 2012 kam es während einer Kreuzfahrt im Roten Meer zu einem Brand in einer Kabine auf Deck 3. Durch eine in italienischer Sprache übermittelte Alarmdurchsage kam es zu einer Panik. Passagiere stürmten mit angelegten Rettungswesten auf die Korridore, wo sie von der Besatzung beruhigt und wieder zurück auf ihre Kabinen gebeten wurden. Als Folge des Brandes war es in der betroffenen Kabine auch zu einem durch die Sprinkleranlage verursachten Wasserschaden gekommen. Nach Aussage des Kapitäns war die Situation stets unter Kontrolle und die Besatzung habe sofort reagiert. Das Schiff konnte seine Reise fortsetzen.[16]

Schiffstechnik[Bearbeiten]

Kapazität[Bearbeiten]

Das Schiff kann bis zu 927 Passagiere transportieren und darf zusammen mit Mannschaft und weiterem Personal insgesamt 1280 Personen befördern.[2]

Rumpf[Bearbeiten]

Die Konstruktion des Rumpfes basiert auf einem von der Werft entwickelten und patentierten Unterwasserschiff, dem sogenannten „Fast Monohull“ (dt. schneller Einzelrumpf). Durch die besonders strömungsgünstige Form zeichnet sich die Bauweise durch eine hohe Wirtschaftlichkeit aus (die Werft gibt eine Leistungseinsparung von etwa 20 % an).[17] Bei dieser Rumpfform werden beim Unterwasserschiff Strömungswerte erreicht, die einem U-Boot vergleichbar sind, die Kenterstabilität entspricht der eines konventionellen Schiffes. Die Unterseite des Rumpfs ist im weiteren Verlauf bis zum Heck tunnelförmig ausgehöhlt, wodurch Zu- und Abstrom der eng beieinanderliegenden Propeller optimiert werden.[18]

Maschinenanlage und Antrieb[Bearbeiten]

Um die geforderten hohen Geschwindigkeiten zu erreichen, wurde das Schiff mit einer besonders leistungsfähigen Hauptmaschinenanlage ausgerüstet. Mit einer Gesamtleistung von 37.800 kW (51.394 PS) übertrifft sie die Maschinenleistung der in Größe und Vermessung vergleichbaren Deutschland (Reederei Peter Deilmann) um mehr als das Dreifache.

Die Anlage besteht aus vier Neunzylinder-Viertakt-Dieselmotoren des Typs Wärtsilä 46, die jeweils paarweise in zwei Maschinenräumen untergebracht sind. Die Motoren treiben über Reduktionsgetriebe zwei große 4-Blatt-Verstellpropeller (Hersteller: KaMeWa) mit einem Durchmesser von 5,4 m an, deren Drehkreise sich beinahe berühren. Die Nenndrehzahl der Propeller liegt bei 130/min. Hydraulische Kupplungen erlauben den Betrieb in jeder Motorenkombination. Dadurch können auch während des Betriebes Motoren für Wartungsarbeiten abgeschaltet werden. Mit nur zwei laufenden Motoren erreicht das Schiff bereits Geschwindigkeiten von 22 Knoten. Bei Testfahrten unter Vollast wurden Geschwindigkeiten von über 30 Knoten (ca. 55,6 km/h) erreicht.

Neben den Hauptmotoren sind noch vier weitere Hilfsmotoren des Typs Wärtsilä 26 installiert. Jeder der Achtzylinder-Reihenmotoren leistet 2.000 kW (ca. 2.720 PS).[19]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Douglas Ward: Complete Guide to Cruising & Cruise Ships 2009. Berlitz Publishing, 2009, ISBN 978-3-493-60255-5.
  • Jahrbuch der Schiffbautechnischen Gesellschaft 2001. Springer Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-540-40361-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: IMO 9183506 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Schiffsdaten bei equasis.org. Abgerufen am 3. April 2014 (Anmeldung nötig).
  2. a b Eintrag bei leonardoinfo (englisch)
  3. Royal Olympic Cruises' Olympic Voyager to be Christened by President of Greece, aufgerufen am 8. Februar 2011.
  4. M/S Olympic Voyager & M/S Olympic Explorer bei Knud E. Hansen (englisch)
  5. Historische und technische Daten des Schiffes, aufgerufen am 9. Februar 2011.
  6. Costa leiht sich die Grand Voyager von Ibero Cruceros | CruiseTricks, aufgerufen am 18. Februar 2011.
  7. Costa-Flotte bekommt Zuwachs: Costa Voyager | CruiseTricks, aufgerufen am 9. November 2011.
  8. Costa Cruises: Press Releases September - December 2013
  9. Bohai Ferry to buy Costa Voyager. Abgerufen am 11. Februar 2014.
  10. COSTA VOYAGER Sold To Bohai. Abgerufen am 19. Februar 2014.
  11. Bohai Ferry Enters Chinese Cruiser Market. 16. Juni 2014, abgerufen am 24. Juni 2014.
  12. Costa Voyager wird “Zhong Hua Tai Shan”. Abgerufen am 3. April 2014.
  13. Chinese firm becomes newest entrant in cruise business. Abgerufen am 3. April 2014 (englisch).
  14. Bohai Fähre zu den ersten Kreuzfahrt-Service im August starten. Abgerufen am 17. Juni 2014.
  15. Seenotfälle Februar 2005, aufgerufen am 9. Februar 2011.
  16. Aktuelle Seenotfälle aus dem Ticker - Bereich (1. März 2012 Costa III))
  17. Blohm + Voss - Ein geschichtlicher Rückblick, aufgerufen am 9. Februar 2011.
  18. TECHNIK: Feilen von Mast bis Kiel, aufgerufen am 9. Februar 2011.
  19. Olympic Voyager Cruise Ship - Ship Technology, aufgerufen am 9. Februar 2011.