Chinesische Zaubernuss

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Chinesische Zaubernuss
Hamamelis mollis dans le parc floral de Paris1.JPG

Chinesische Zaubernuss (Hamamelis mollis)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae)
Gattung: Zaubernuss (Hamamelis)
Art: Chinesische Zaubernuss
Wissenschaftlicher Name
Hamamelis mollis
Oliv.

Die Pflanzenart Chinesische Zaubernuss (Hamamelis mollis) gehört zur Gattung Zaubernuss (Hamamelis). Sie ist in China beheimatet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Zweig mit Laubblättern.

Erscheinungsbild und Laubblatt[Bearbeiten]

Die Chinesische Zaubernuss wächst als sommergrüner Strauch oder kleiner Baum und erreicht Wuchshöhen von bis zu 8 Meter. Sie bildet eine trichterförmige Krone aus wenig verzweigten, sparrig abstehenden Ästen. Die Rinde der jungen Zweige ist mit grauen Sternhaaren (Trichome) filzig behaart; sie werden erst später allmählich kahl. Die schmal eiförmigen Winterknospen sind grau-gelblich filzig behaart.

Die wechselständigen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der kurze, filzig behaarte Blattstiel ist 6 bis 10 mm lang. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 8 bis 15 cm und einer Breite von 6 bis 10 cm breit verkehrt-eiförmig-gerundet bis länglich mit einem herzförmigen, etwas asymmetrischen Spreitengrund und einer zugespitzten Spreitenspitze. Der Blattrand ist buchtig gezähnt. Die Blattoberseite ist spärlich mit Sternhaaren bedeckt und etwas rau. Die Blattunterseite ist dicht mit grauen Sternhaaren filzig bedeckt und fühlt sich weich an – daher das Artepitheton mollis für weich. Auf jeder Seite des Hauptnerves befinden sich sechs bis acht Seitennerven, die auf der Blattunterseite erhaben sind; die zwei basalen Seitennerven besitzen Blattnerven dritter Ordnung.

Blütenstand mit den vierzähligen Blüten.

Blütenstand und Blüte[Bearbeiten]

Zwei bis fünf Blüten stehen in köpfchenartigen Blütenständen, die sich an vorjährigen Zweigen oder am alten Holz auf einem aufrechten, mit einer Länge von etwa 5 mm kurzen Blütenstandsschaft entwickeln.

Die Blütezeit reicht in Mitteleuropa von Januar bis März, in ihrer Heimat in China aber von April bis Mai. Die 6 bis 8 Wochen lang haltbaren, bis −10 °C frostharten Blüten können sich in diesem Zeitraum viele Male ohne erkennbare Schädigung bei Frost hängen, beim Auftauen sich wieder straffen. Besonders abends entfalten sie zeitweise einen starken honigartigen Duft.

Die zwittrigen Blüten sind vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier außen braun und innen purpurroten Kelchblätter sind eiförmig mit einer Länge von 3 mm und bleiben nach der Blütezeit auch an der Frucht noch erhalten. Die vier gelben Kronblätter sind etwa 15 mm lang und nur 1 bis 2 mm breit. In der Knospe sind sie eingerollt, aber zur Blütezeit ragen sie sternförmig aus der Blüte heraus und sind nur vorne leicht einwärts gebogen. Es sind vier fertile Staubblätter und vier sterile, gestutzte Staubblätter (Staminodien) als Nektarien vorhanden. Die Staubbeutel sind etwa gleich lang wie die etwa 2 mm langen Staubfäden. Auf dem filzig behaarten, halbunterständigen, einkammerigen Fruchtknoten sitzen zwei 1 bis 1,5 mm lange Griffel.

Frucht und Samen[Bearbeiten]

Die holzige Kapselfrucht ist eiförmig-kugelig mit einer Länge von etwa 1,2 cm und einer Breite von etwa 1 cm und dicht filzig mit gelb-braunen Sternhaaren bedeckt. Die Kelchblätter am Grunde sind etwa ein Drittel so lang wie die Kapselfrucht. Die Früchte reifen zwischen Juni und August. Die Samen sind etwa 8 mm groß.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Chinesische Zaubernuss kommt in China in den Provinzen Anhui, Guangxi, Hubei, Hunan, Jiangxi, Sichuan und Zhejiang wild vor. Sie gedeiht im Dickicht und in Wäldern in Höhenlagen zwischen 300 und 800 Meter.

Systematik und botanische Geschichte[Bearbeiten]

Die Chinesische Zaubernuss wurde im Jahre 1879 von C. Maries, einem Pflanzensammler der Gärtnerfirma Veitch and Sons, Chelsea, in China entdeckt. Die Erstbeschreibung von Hamamelis mollis erfolgte 1888 durch Daniel Oliver in Hooker's Icones Plantarum, 18 (2), Tafel 1742 [1]. Ein Synonym von Hamamelis mollis Oliv. ist Hamamelis mollis var. oblongifolia M.B.Deng & K.Yao.

Verwendung[Bearbeiten]

Wegen der frühen Blütezeit noch vor den Schneeglöckchen wird die Chinesische Zaubernuss in den gemäßigten Breiten als Zierpflanze in Parks und Gärten verwendet. Die Chinesische Zaubernuss (Hamamelis mollis) bildet mit der Japanischen Zaubernuss (Hamamelis japonica) die Hybride Hamamelis ×intermedia, die auch als Zierpflanze verwendet wird.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Zhi-Yun Zhang, Hongda Zhang & Peter K. Endress: Hamamelidaceae. In  Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 9: Pittosporaceae through Connaraceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2003, ISBN 1-930723-14-8, S. 32., (online).(Abschnitte Beschreibung, Vorkommen und Systematik)
  • Andreas Bärtels: Enzyklopädie der Gartengehölze, Ulmer, Stuttgart, 2001, ISBN 3-8001-3198-6.
  • Hans F. Kammermeyer: Die schönen Zaubernüsse (Hamamelisgewächse), A. Ziemsen, Wittenberg Lutherstadt, 1957.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erstbeschreibung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chinesische Zaubernuss (Hamamelis mollis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien