Chinesischer Erbsenstrauch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Chinesischer Erbsenstrauch
Caragana sinica 6.JPG

Chinesischer Erbsenstrauch (Caragana sinica)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Galegeae
Gattung: Erbsensträucher (Caragana)
Art: Chinesischer Erbsenstrauch
Wissenschaftlicher Name
Caragana sinica
(Buc'hoz) Rehder

Der Chinesische Erbsenstrauch[1] (Caragana sinica) ist ein kleinwüchsiger, hellgelb blühender Strauch und ein Vertreter der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art liegt im Norden von China. Er wird manchmal als Zierstrauch verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Zweig mit Blüten und Blättern

Der Chinesische Erbsenstrauch ist ein sparriger Strauch, der eine Wuchshöhe von 1 bis 2 Meter erreicht. Die Triebe sind gelbbraun und kahl. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist gefiedert oder manchmal gefingert; die vier Blättchen sind 1 bis 3,5 Zentimeter lang und 0.5 bis 1,5 Zentimeter breit, verkehrt-eiförmig bis länglich verkehrt-eiförmig, mit gerundeter oder stacheliger Spitze. Beide Seiten sind dunkelgrün. Die Nebenblätter verdornen. Blattstiel und Blattspindel sind 0,7 bis 1,5, selten bis 2,5 Zentimeter lang, verdornend, bleibend oder abfallend.[2][3]

Die Schmetterlingsblüten stehen einzeln auf etwa 1 Zentimeter langen Stielen. Der Blütenkelch ist 1,2 bis 1,4 Zentimeter lang und glockenförmig. Die Blütenkrone ist hellgelb und 2,8 bis 3,0 Zentimeter breit. Die Fahne ist schmal verkehrt-eiförmig, mit kurzem Nagel. Die Flügel haben Öhrchen, der Nagel ist etwa so groß wie die Platte. Das Schiffchen ist stumpf. Der Fruchtknoten ist kahl. Die Hülsenfrüchte sind zylindrisch und 3 bis 3,5 Zentimeter lang. Der Chinesische Erbsenstrauch blüht von April bis Mai, die Früchte reifen im Juli.[2][3]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n=16 oder 2n=24.[2]

Vorkommen und Standortansprüche[Bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in den chinesischen Provinzen Fujian, Guangxi, Guizhou, Hebei, Henan, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Shaanxi, Sichuan, Yunnan und Zhejiang.[4] In Japan wurde er eingeführt und ist verwildert.[2] Der Chinesische Erbsenstrauch wächst in Steppen und Trockenwäldern in 400 bis 1800 Metern Höhe[2] auf trockenen bis frischen, schwach sauren bis stark alkalischen, sandigen, sandig-kiesigen oder sandig-lehmigen Böden an sonnigen bis lichtschattigen Standorten. Die Art ist nässeempfindlich, wärmeliebend und meist frosthart.[3]

Systematik[Bearbeiten]

Der Chinesische Erbsenstrauch (Caragana sinica) ist eine Art aus der Gattung der Erbsensträucher (Caragana) in der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Dort wird sie der Tribus Hedysareae in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) zugeordnet. Pierre Joseph Buc'hoz hat die Art 1784 als Robinia sinica (Basionym) erstbeschrieben, und sie damit der Gattung der Robinien (Robinia) zugeordnet.[5] Alfred Rehder stellte sie 1941 in die Gattung der Erbsensträucher (Caragana).[4] Der Gattungsname Caragana leitet sich vom mitteltürkischen Wort „qaraqan“ ab, das einen Erbsenstrauch bezeichnet,[6] das Artepitheton sinica stammt aus dem Griechischen und bedeutet „chinesisch“.[7]

Verwendung[Bearbeiten]

Der Chinesische Erbsenstrauch wird selten aufgrund der dekorativen Blüten als Zierstrauch verwendet.[3]

Nachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 10: Fabaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2010, ISBN 978-1-930723-91-7, S. 531.
  •  Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 158.
  •  Jost Fitschen: Gehölzflora. 12., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 3-494-01422-1, S. 386.
  •  Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 158 und Fitschen: Gehölzflora , S. 386
  2. a b c d e Mei-chen Chang, Lien-ching Chiu, Zhi Wei, Peter S. Green: Caragana sinica. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 10: Fabaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2010, ISBN 978-1-930723-91-7, S. 531.
  3. a b c d Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 158
  4. a b Caragana sinica. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 10. April 2012 (englisch).
  5. Robinia sinica. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 10. April 2012 (englisch).
  6. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 126
  7. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 587–588

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Caragana sinica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Caragana sinica. In: The Plant List. Abgerufen am 10. April 2012.