Chiroderma doriae

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Chiroderma doriae
Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Blattnasen (Phyllostomidae)
Gattung: Chiroderma
Art: Chiroderma doriae
Wissenschaftlicher Name
Chiroderma doriae
(Thomas, 1891)

Die Chiroderma doriae ist eine Fledermausart aus der Familie der Blattnasen (Phyllostomidae), welche in Südamerika beheimatet ist. Der Gattungsname Chiroderma leitet sich von den griechischen Wörtern für Hand und Haut ab, während der Erstbeschreiber Oldfield Thomas den Artnamen seinem Kollegen Marquis G. Doria widmete.

Verbreitungsgebiet von Chiroderma doriae

Beschreibung[Bearbeiten]

Chiroderma doriae ist mit einer Gesamtlänge von 69 bis 78,5 mm und einem Gewicht von durchschnittlich 30 g die zweitgrößte Art der Gattung Chiroderma, welche insgesamt fünf Arten umfasst. Einzig Chiroderma improvisum ist größer. Die Nasenknochen der Gattung Chiroderma sind reduziert, was jedoch bei lebenden Tieren von außen nicht sichtbar ist. Die Fellfarbe von Chiroderma doriae ist grau-braun bis rötlich braun mit einem hellen Streifen auf dem Rücken und jeweils einem weißen Streifen über und unter dem Auge. Die Ohren weisen einen gelblichen Rand auf. Wie die meisten Vertreter der Blattnasen besitzt auch diese Art ein auffälliges Nasenblatt.

Lebensweise[Bearbeiten]

Über die Lebensweise dieser Art ist nur wenig bekannt. Man geht davon aus, dass sie auf Feigen spezialisiert ist und daher als Samenverbreiter einen wertvollen Beitrag zur Wiederaufforstung von Wäldern leistet. Jedoch sind Chiroderma doriae und Chiroderma villosum die einzigen feigenfressenden Fledermausarten, welche die Samen der Feigen zerkauen um an die Nährstoffe zu kommen, was den Effekt der Samenverbreiter vermindert. Wie die meisten früchtefressenden Fledermäuse hat auch diese Art ein schnelles Verdauungssystem. Im Schnitt verbleibt die Nahrung nur 14 Minuten im Verdauungstrakt, bevor unverdauliche Bestandteile ausgeschieden werden. Chiroderma doriae kommt in primären und sekundären Regenwäldern vor. Beobachtungen in durch den Menschen beeinträchtigen Lebensräumen sind selten und beschränken sich auf Rio de Janeiro. Meist wird die Art in der Nähe von fruchtenden Feigenbäumen zusammen mit Chiroderma villosum, Artibeus planirostris, Artibeus lituratus, Platyrrhinus lineatus und Sturnira lilium gefangen. Chiroderma doriae ist die ganze Nacht hindurch aktiv, wird aber meistens nach Mitternacht gefangen.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Chiroderma doriae ist im Süd-Westen Brasiliens und in Paraguay beheimatet. Ihr Bestand wird von der IUCN dank der weiten Verbreitung als ungefährdet eingestuft [1].

Literatur[Bearbeiten]

  • M. Oprea, D. E. Wilson (2008): Chiroderma doriae, Mammalian Species, No. 816, S. 1–7

Quellen[Bearbeiten]

  1. Chiroderma doriae in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN