Chloé (Unternehmen)

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Chloé International S.A.S.
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Rechtsform Société par actions simplifiée
Gründung 1952
Sitz Paris FrankreichFrankreich Frankreich
Leitung Geoffroy de La Bourdonnaye (CEO)
Branche Mode, Luxus
Produkte Mode, Accessories, ParfumVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website chloe.com

Chloé [klɔe] bzw. Chloé International S.A.S. ist ein international bekanntes französisches Damen-Modeunternehmen mit Firmensitz in Paris, das zum schweizerischen Luxusgüterkonzern Richemont gehört.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1952 von der Schneiderin Gaby Aghion (1921–2014), die 1945 aus Ägypten nach Paris gezogen war, zusammen mit dem Unternehmer Jacques Lenoir gegründet.[1] Aghion, die ihr Unternehmen nach einer Freundin benannte, machte sich mit weiblich-verspielter Prêt-à-porter-Mode aus weichen, fließenden und hochwertigen Stoffen schnell einen Namen. 1958 zeigte Aghion, die eine Gruppe von jungen Modedesignern angeheuert hatte, zu denen auch der damals aufstrebende Jung-Designer Karl Lagerfeld gehörte, ihre Entwürfe in einer Modenschau im Café de Flore. 1963 wurde Lagerfeld zum Chefdesigner von Chlóe ernannt, wo er zunächst bis 1983 tätig war.[2][3] Bereits in den 1960er Jahren konnte Chloé prominente Kundinnen wie Brigitte Bardot, Grace Kelly, Maria Callas oder Jackie Kennedy vorweisen.[4] In den 1970er Jahren stieg Chlóe zu einer der führenden Damen-Modemarken in Europa auf. 1971 wurde die erste Chloé-Boutique in Paris eingeweiht.

Nachdem Lagerfeld die Firma im Jahr 1983 im Streit verlassen hatte,[5] gingen die Umsätze unter dem neuen Designer und ehemaligen Byblos-Kreativdirektor Guy Paulin zurück, so dass 1985 die Alfred Dunhill, Ltd. das Modeunternehmen von Gaby Aghion übernahm.[6] Nachdem die 1989 als Modeschöpferin angestellte Französin Martine Sitbon das Unternehmen verlassen hatte, rief Dunhill 1992 Karl Lagerfeld als Designer zu Chloé zurück, um der Marke wieder zum alten Glanz zu verhelfen, was allerdings nur mäßig gelang.[7] Dunhill fusionierte 1993 mit Cartier zur Groupe Vendôme und wurde 1998 von dem schweizerischen Unternehmen Richemont gekauft, zu dem Chloé bis heute gehört.[8]

Erst mit Stella McCartney,[9] die von 1997 bis 2001 Chefdesignerin bei Chloé war und danach ihre eigene Modemarke gründete, erlebte das Unternehmen einen Aufschwung. Unter McCartney wurde 2001 auch die etwas preisgünstigere Zweitlinie See by Chloé ins Leben gerufen, die bis heute existiert. Von 2001 bis 2006 übernahmen McCartneys Assistentin Phoebe Philo,[10] von 2006 bis 2008 der ehemalige Marni-Designer Paulo Melim Andersson aus Schweden, von 2008 bis 2011 die Philo-Assistentin Hannah MacGibbon[11] und seit 2011 die ehemalige Pringle of Scotland Designerin Claire Waight Keller die kreative Leitung bei Chloé.[12][13] Besonders unter Philos Regie erfuhr Chloé eine Popularität bei jungen Frauen, wie sie das Unternehmen zuletzt in den 1970er Jahren erlebt hatte.[14] Philo erschuf unter anderem eine Handtaschenkollektion und kreierte die erfolgreiche Paddington-Handtasche. Ihre unmittelbaren Nachfolger konnten diesen Trend allerdings nicht aufrechterhalten. Mit Claire Waight Keller versucht das Unternehmen, diesen Umstand zu ändern.

Kollektionen[Bearbeiten]

  • Chloé - hochpreisige Hauptlinie für Damen mit Konfektionsbekleidung, Lederwaren (Handtaschen, Schuhe, Gürtel etc.) und Accessoires; präsentiert zweimal jährlich bei den Pariser Modewochen
  • See by Chloé - etwas weniger hochpreisige Zweitlinie für junge Kundinnen mit Konfektionsbekleidung, Lederwaren und Accessoires; präsentiert ab 2012 via Online-Modenschau

Parfüm[Bearbeiten]

1975 lancierte das Unternehmen in Zusammenarbeit mit IFF das blumige Parfüm Chloé, das sich sehr erfolgreich verkaufte. In den 1990er Jahren brachte Chloé einige weitere erfolgreiche Damen-Düfte auf den Markt, bis schließlich 2005 Coty, Inc. die Chloé-Parfümlizenz von Unilever erwarb, welche diese wiederum von IFF übernommen hatte.[15] Seither gibt es mit Chloé (2008) und Varianten davon sowie Love, Chloé (2010) und L'Eau de Chloé (2012) neue erfolgreiche Parfüms des Unternehmens.

Boutiquen[Bearbeiten]

Verkaufsstandorte von Chloé finden sich unter anderem in Bal Harbour, Costa Mesa, Las Vegas, Santa Monica, New York City, Los Angeles,[16] Peking, Shanghai, Shenzhen, Hongkong, Singapur, Kaohsiung, Taipeh, Bangkok, Paris, München, Porto Cervo, Moskau, Marbella, Istanbul, London, Tokio, Nagoya, Kuwait, Beirut, Doha, Seoul und Dubai.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ELLE – Chloé. In: elle.de. Abgerufen am 15. März 2012.
  2.  Kunstvolles Leben. Mode-Star Lagerfeld will die Firma verlassen, mit der er Karriere machte. In: Der Spiegel. Nr. 46, 1983, S. 262-264 (14. November 1983, online).
  3.  Sanft umflattert. Seine Bewunderer nennen ihn „Kaiser Karl“: Zum erstenmal zeigte Modeschöpfer Lagerfeld in Paris eine Kollektion unter eigenem Etikett. In: Der Spiegel. Nr. 14, 1984, S. 292-295 (2. April 1984, online).
  4. Chloé Is Back, in an Angry-Funny Mood in: nytimes.com. Erstellt: 27. September 2007
  5. House marks birthday with new boutiques and a shift upscale : Keeping Chloe young at 50 in: nytimes.com. Erstellt: 10. Dezember 2002
  6. Dunhill Steps Out in Style With Lagerfeld. In: nytimes.com. Abgerufen am 15. März 2012.
  7. The Vogue List: Chloé In: vogue.de. Aktualisiert am 10. April 2012
  8. Emanzipation, gehaucht. In: welt.de. Abgerufen am 15. März 2012.
  9. Stella McCartney leaves Chloe to establish own fashion design label. In: guardian.co.uk. Abgerufen am 15. März 2012.
  10. Interview: Phoebe Philo 31-year-old creative director at Chloé. In: guardian.co.uk. Abgerufen am 15. März 2012.
  11. ELLE – Chloé. In: elle.de. Abgerufen am 15. März 2012.
  12. Clare Waight Keller für Chloé. In: vogue.de. Abgerufen am 15. März 2012.
  13. Chloé names Clare Waight Keller as new creative director. In: guardian.co.uk. Abgerufen am 15. März 2012.
  14. Mode: Phoebe Philo verläßt Chloé. In: faz.net. Abgerufen am 15. März 2012.
  15. Unilever verkauft weltberühmte Parfum-Marken in: handelsblatt.com. Erstellt: 20. Mai 2005
  16. Chloé opens a boutique on Melrose Place. In: latimes.com. Abgerufen am 15. März 2012.