Chloranthaceae

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Chloranthaceae
Sarcandra glabra

Sarcandra glabra

Systematik
Reich: Pflanzen (Plantae)
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Ordnung: Chloranthales
Familie: Chloranthaceae
Wissenschaftlicher Name der Ordnung
Chloranthales
A.C.Smith ex J-F.Leroy
Wissenschaftlicher Name der Familie
Chloranthaceae
R.Br. ex Sims

Die Chloranthaceae sind die einzige Familie der Ordnung Chloranthales, einer der basalen Ordnungen der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida) [1].

Beschreibung[Bearbeiten]

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Es sind meist immergrüne verholzende Pflanzen: oft Sträucher oder kleine Bäume mit weichem Holz. Einige Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Diese aromatisch duftenden Pflanzen enthalten viel ätherisches Öl. Die oft stark angeschwollenen Nodien fallen beim Trocknen zusammen. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die zwei gegenüberstehenden Blattstiele sind meist an ihrer Basis untereinander verwachsen. Die einfachen Blattspreiten besitzen Fiedernervatur und gesägte oder gekerbte Blattränder. Die relativ kleinen Nebenblätter sind mehr oder weniger breit ausgebreitet.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Blüten stehen oft in verzweigten, rispigen, ährigen oder kopfigen Blütenständen zusammen. Die relativ kleinen Blüten sind zwittrig oder eingeschlechtig. Wenn die Blüten eingeschlechtig sind dann sind die Arten zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch).

Blütenhüllblätter fehlen oft und sind manchmal in weiblichen vorhanden, dann es drei kleine, kelchblattartige Blütenhüllblätter, die mit dem Fruchtknoten verwachsen sind. Zwittrige Blüten enthalten ein oder drei Staubblätter, die auf einer Seite des Fruchtknotens inseriert sind. Männliche Blüten enthalten meist nur ein Staubblatt. Die Staubbeutel öffnen sich mit einem Längsschlitz. Zwittrige und weibliche Blüten enthalten nur ein unterständiges Fruchtblatt. Das Fruchtblatt enthält nur eine hängende, orthotrope Samenanlage. Es ist höchstens ein kurzer Griffel vorhanden.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die eiförmigen bis kugeligen, steinfruchtähnlichen Früchte besitzen ein mehr oder weniger fleischiges Exokarp und ein hartes Endokarp. Die Samen besitzen Perisperm, ölhaltiges Endosperm und einen relativ kleinen Embryo.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Chloranthaceae sind ein sehr altes Taxon, das bis in die Unterkreide mit Fossilien nachgewiesen ist [2]. Die Familie Chloranthaceae besitzt ein disjunktes Areal. Ihre Heimat sind die Tropen und Subtropen mit Ausnahme des afrikanischen Kontinents.

Der Familienname der Chloranthaceae wurde 1820 durch den britischen Botaniker Robert Brown in John Sims: Botanical Magazine, Volume 48, mit der Tafel 2190 aufgestellt. Typusgattung ist Chloranthus Sw.

Ihr Status als eigenständige Ordnung wird sowohl durch molekulargenetische wie morphologische Befunde gestützt. Vermutlich sind sie die Schwestergruppe der Magnoliids. [1]

Zur Familie der Chloranthaceae zählen vier Gattungen[3] mit 70 bis 80 Arten:

  • Ascarina J.R.Forst. & G.Forst. (Syn.: Ascarinopsis Humbert & Capuron): Die etwa 19 Arten sind weitverbreitet von Malesien über Polynesien bis Neuseeland und eine Art (Ascarina coursii (Humbert & Capuron) J.-F.Leroy & Jérémie) in Madagaskar.
  • Chloranthus Sw. (Syn.: Cryphaea Buch.-Ham., Nigrina Thunb., Tricercandra A.Gray): Die etwa 17 Arten sind weitverbreitet vom gemäßigten bis ins tropische Asien (Indomalesien und Ostasien) vor. 13 Arten kommen in China vor, neun davon nur dort.
  • Hedyosmum Sw.: Die etwa 41 Arten kommen in der Neotropis und in Südostasien vor.
  • Sarcandra Gardner: Die etwa drei Arten kommen von Indien bis Südostasien vor.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Bd. 161, Nr. 2, 2009, ISSN 0024-4074, S. 105–121, doi:10.1111/j.1095-8339.2009.00996.x.
  2. Thomas N. Taylor, Edith L. Taylor: The Biology and Evolution of Fossil Plants. Prentice Hall, Englewood Cliffs NJ 1993, ISBN 0-13-651589-4, S. 754.
  3. Chloranthaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chloranthaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien