Chlorophyta

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Chlorophyta
Pediastrum duplex

Pediastrum duplex

Systematik
Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Eukaryoten (Eukaryota)
ohne Rang: Diaphoretickes
ohne Rang: Archaeplastida
ohne Rang: Chloroplastida
ohne Rang: Chlorophyta
Wissenschaftlicher Name
Chlorophyta
Pascher, 1914,
emend. Lewis et McCourt, 2004

Die Chlorophyta sind zu den Chloroplastida gehörende grüne Algen. Zusammen mit den algenartigen Vertretern der Charophyta bilden sie die paraphyletische Gruppe der Grünalgen.

Merkmale[Bearbeiten]

Bei den Chlorophyta kommen fast alle Organisationsstufen vor: begeißelte Einzeller, unverzweigte und verzweigte Fadenalgen, blattartige Thalli, auch Flechtthalli und Gewebethalli. Die Geißeln der beweglichen Zellen sind zu zweit oder ein Vielfaches von zwei. Eine sternförmige Struktur am Basalkörper der Übergangszone verbindet die neun Paar Mikrotubuli, die eine Geißel bilden. Die Plastiden besitzen zwei Membranen, jedoch kein periplastidäres Endoplasmatisches Reticulum. Die Thylakoide der Plastiden sind einzeln oder gestapelt. Als Reservestoff wird Stärke innerhalb der Plastiden gebildet. Die Zellen verfügen über eine Glykolat-Dehydrogenase.

Die Zellwand besteht, wenn vorhanden, aus Zellulose. Die Zellteilung erfolgt ohne die Bildung eines Phragmoplasten.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Chlorophyta leben überwiegend im Plankton und Benthos des Süßwassers. Einige größere Arten kommen im küstennahen Bereich der Meere vor. Im Meeresplankton fehlen sie fast völlig. Einige Vertreter leben an feuchten Standorten an Land, epiphytisch auf Bäumen usw. Einige leben auch symbiontisch in Flechten oder intrazellulär in Tieren, etwa in Süßwasserpolypen (Hydra).[1]

Einige Vertreter haben sekundär ihre Chloroplasten verloren und leben heterotroph.[1]

Für die in der Deutschen Bucht vorkommenden Chlorophyta siehe auch die Liste der Meeresalgen von Helgoland.

Systematik[Bearbeiten]

Zu den Chlorophyta gehört die überwiegende Mehrzahl der als Grünalgen bezeichneten Arten, die Charophyta sind wesentlich artenärmer, soweit die Algen unter ihnen betroffen sind. Nach Guiry in AlgaeBASE (2012) umfassen die Chlorophyta über 4500 Arten. Adl et al. 2012 gruppieren diese wie folgt:[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sina M. Adl, Alastair G. B. Simpson, Mark A. Farmer, Robert A. Andersen, O. Roger Anderson, John A. Barta, Samual S. Bowser, Guy Bragerolle, Robert A. Fensome, Suzanne Fredericq, Timothy Y. James, Sergei Karpov, Paul Kugrens, John Krug, Christopher E. Lane, Louise A. Lewis, Jean Lodge, Denis H. Lynn, David G. Mann, Richard M. McCourt, Leonel Mendoza, Øjvind Moestrup, Sharon E. Mozley-Standridge, Thomas A. Nerad, Carol A. Shearer, Alexey V. Smirnov, Frederick W. Spiegel, Max F. J. R. Taylor: The New Higher Level Classification of Eukaryotes with Emphasis on the Taxonomy of Protists. In: The Journal of Eukaryotic Microbiology. 52 (5), 2005; Seiten 399-451 (Abstract und Volltext)
  • Michael D. Guiry, G.M Guiry: Chlorophyta In: Algaebase - World-wide electronic publication, National University of Ireland, Galway, abgerufen 21. April 2012 (Abschnitt Systematik)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chlorophyta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Peter Sitte, Elmar Weiler, Joachim W. Kadereit, Andreas Bresinsky, Christian Körner: Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. Begründet von Eduard Strasburger. 35. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-1010-X, S. 677.
  2. Adl, S. M., Simpson, A. G. B., Lane, C. E., Lukeš, J., Bass, D., Bowser, S. S., Brown, M. W., Burki, F., Dunthorn, M., Hampl, V., Heiss, A., Hoppenrath, M., Lara, E., le Gall, L., Lynn, D. H., McManus, H., Mitchell, E. A. D., Mozley-Stanridge, S. E., Parfrey, L. W., Pawlowski, J., Rueckert, S., Shadwick, L., Schoch, C. L., Smirnov, A. and Spiegel, F. W.: The Revised Classification of Eukaryotes. Journal of Eukaryotic Microbiology, 59: 429–514, 2012, PDF Online